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S. 1 (23) Landgericht Baunach

Landgerichtsbezirk Baunach

bearbeitet von Beate und Günter Lipp und Susi-K. Reimann

Der Autor: Dr. Adam Seuffert

Der Baunacher Landgerichtsarzt Dr. Adam Seuffert wurde am 4. Oktober 1805 geboren. Nach der Promotion im Jahr 1832, legte er im Jahr darauf seine Staatsprüfung ab. 1834 bewilligte man ihm die Einrichtung einer Praxis, 1844 trat er in den Staatsdienst1 ein. Seuffert war katholisch, verheiratet und hatte einen Sohn.2 1843 wurde er Militäroberarzt und Direktor des Hauptmilitärhospitals in Nauplia.3 Das Hospital gehörte König Otto von Griechenland.

Am 24. August 1847 gab Seuffert seine schriftliche Zustimmung zur Versetzung von Weyhers nach Baunach.4 Am 12. September 1847 wurde ihm schließlich die Landgerichtsstelle in Baunach verliehen.5 Da er selbst um seine Versetzung nach Baunach gebeten hatte, erhielt er keine Erstattung der Umzugskosten und keine Lohnerhöhung.

1852 versuchte Seuffert, sich nach Gerolzhofen versetzen zu lassen, doch diese Bitte wurde abgelehnt. Was die Ursachen für dieses Versetzungsgesuch waren, lässt sich aus den Akten nicht entnehmen. Hier findet sich lediglich ein anonymes Schreiben, in dem man sich über Seuffert beschwert – es stammt allerdings erst aus dem Jahre 1853.6 Darin wird geklagt, Seuffert würde seinen Dienst vernachlässigen, wirtschafte in die eigene Tasche, Kranke würden am Morgen nicht zu ihm durchgelassen, er säße bis spät abends im Wirtshaus und arbeite schleppend. Ein Antwortschreiben der Regierung ist nicht erhalten. Nur die schleppende Arbeitsweise des Arztes wurde von der Regierung schriftlich angemahnt.7



1

Voraussetzung für den Eintritt in den Staatsdienst war der Staatskonkurs, eine schriftliche, für die Tätigkeit als Amtsarzt notwendige Prüfung. – Weber, Reinhard: Ärzte und Medizinalwesen im 19. Jahrhundert. In: Amperland 29 (1993), S. 174-182, hier S. 175 f.

2

Leider gibt es sehr wenige biographische Angaben über Seuffert. Dass er verheiratet war geht aus einem Eintrag im Pfarrmatrikel 3447 hervor, das sich als Abschrift im Staatsarchiv Würzburg befindet. Leider ist weder dort noch in anderen Quellen der Name seiner Frau vermerkt. Über seine Kinder ist lediglich aus einigen Briefen bekannt, dass er einen Sohn hatte, um den er sich kümmern musste.

3

Vgl. BayHStA, Abteilung IV, Unteroffiziers-Personalakt. (Frdl. Hinweis von Herrn Peter Kastner, Archivar im Staatsarchiv Würzburg).

4

BayHStA, MInn 63478: Amtsarztstelle Baunach (Gleusdorf) 1806-1879.

5

StAWü, RA 6284: Bezirksphysikat II. Klasse Baunach 1832-1861.

6

StAWü, RA 6284: Bezirksphysikat II. Klasse Baunach 1832-1861.

7

StAWü, RA 6284: Bezirksphysikat II. Klasse Baunach 1832-1861.