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S. 1 (99) Landgericht Ebern

Landgerichtsbezirk Ebern

bearbeitet von Beate und Günter Lipp, Susi-K. Reimann

Der Autor: Dr. Georg Friedrich Christenn

Georg Friedrich Christenn wurde am 11. November 1813 in Kulmbach geboren. Sein Vater Johann Christenn war als Arzt in Kulmbach tätig, seine Mutter Eva Frederike war eine geborene Staler.1 Der Protestant Christenn war verheiratet und hatte drei Kinder. 1837 wird Christenn promoviert, Proberelation2 und Staatsconcours3 legt er 1838 ab, die Praxisbewilligung erfolgte 1839. Zwölf Jahre später trat er in den Staatsdienst ein.

Nachdem Christenn als Physikatsverweser4 in Thurnau tätig war, wurde ihm am 10. Mai 1851 das Physikat Seßlach verliehen.5

Im Bericht des Innenministeriums wird am 24. April 1855 bezüglich der Wiederbesetzung der Stelle in Ebern ausgeführt, dass Christenn, der als Gerichtsarzt in Seßlach wirkte, „bei der Armuth der Bevölkerung und der Concurrenz vieler Ärzte die Mittel nicht aufzubringen vermag, um seine drei den Studien obliegenden Söhne zu erhalten Da seine häuslichen Verhältnisse eine Aufbesserung dringend bedürfen und er stets seine Anhänglichkeit vor dem allerhöchsten Thron und die Verfassung bewahrt habe, deshalb wird die Versetzung vom Innenministerium befürwortet“.6 Am 26. April 1855 genehmigt der König die Versetzung.



1

BayHStA, MInn 63532: Amtsarztstelle Ebern Bezirksarzt I. Klasse 1815-1930.

2

Nach einer zweijährigen praktischen Tätigkeit schloss sich die Proberelation an, die vor einem der beiden bayerischen Medizinalkomitees in Bamberg und München abgelegt wurde und wieder aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil bestand. Mit dem Bestehen erfolgte die ärztliche Approbation. (Frdl. Hinweis von Herrn Dr. Stephan Diller, Dipl.-Hist. Univ.).

3

Voraussetzung für den Eintritt in den Staatsdienst war der Staatskonkurs, eine schriftliche, für die Tätigkeit als Amtsarzt notwendige Prüfung. – Weber, Reinhard: Ärzte und Medizinalwesen im 19. Jahrhundert. In: Amperland 29 (1993), S. 174-182, hier S. 175 f.

4

Verwesen = veraltet für: stellvertretend verwalten; d. h. ein Physikatsverweser war ein Arzt, der eine frei gewordene Amtsarztstelle bis zur Neubesetzung stellvertretend verwaltete.

5

StAWü, RA 6254: Landgerichtsphysikat Ebern 1821-1862. Dem Akt fehlen biographische Angaben.

6

BayHStA, MInn 63532: Amtsarztstelle Ebern Bezirksarzt I. Klasse 1815-1930.