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S. 1 (11) Landgericht Eltmann

Landgerichtsbezirk Eltmann

bearbeitet von Stephan Diller

Der Autor: Dr. Gerhard Schneider

Bei dem Verfasser des 1861 entstandenen Physikatsberichtes für das Landgericht Eltmann1 handelt es sich um den am 21. März 1815 in Würzburg geborenen Dr. Gerhard Schneider, Sohn des königlichen Kreis- und Stadtgerichtsrates Schneider.2 Schneider studierte an der Universität Würzburg zwei Semester Philosophie, nämlich im Wintersemester 1833/ 34 und im Sommersemester 1834. Von 1834 bis 1838 studierte er Medizin.3 Er wurde 1837 im Fach Medizin promoviert und mit der Note I »ausgezeichnet« - der Titel seiner Doktorarbeit lautet »Über die Lebenscyklen«.4 Er absolvierte 1839 Proberelation und Staatsconcours. Ebenfalls im Jahre 1839 erhielt er seine Praxisbewilligung und ließ sich als praktischer Arzt in Würzburg nieder. 1840 wechselte er als praktischer Arzt nach Untersteinbach, 1841 nach Saal, 1843 nach Euerdorf, 1847 nach Obereisenheim und 1848 nach Großlangheim. Im Jahre 1850 war er für ein Jahr als Physikatsverweser5 in Bischofsheim6 tätig.7 Während dieser Vertretungszeit in Bischofsheim wandte er sich am 21. Juni 1850 mit einem Bittgesuch an den bayerischen König Maximilian II. Joseph (1811-1864), worin er bat, ihm die Landgerichtsarztstelle im Bischofsheim dauerhaft zu verleihen. Interessant in diesem Schreiben ist vor allem die berufliche und persönliche Selbstcharakterisierung Schneiders. Er bezeichnete sich als »gesund, kräftig, im besten Mannesalter, und obwohl unbemittelt, dennoch als wohlwollenden und aufopfernden Menschenfreund gezeichnet, als Arzt unermüdet, in meinem Betragen würdevoll, der Monarchie ergeben und zugethan, von politischen Plänen ferne, im



1

Früher Landkreis Haßfurt, heute Haßberge.

2

BayHStA, MInn 63489: Amtsarztstelle Bischofsheim, Bezirksarzt II. Klasse 1816-1934 u. Dietl, Markus: Essensgewohnheiten in Unterfranken nach den Physikatsberichten aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. (= Veröffentlichungen zur Volkskunde und Kulturgeschichte, Bd. 37). Würzburg 1989, S. 17.

3

Matrikel der Universität Würzburg: WS 1833/ 34 - SS 1834 Philosophie u. WS 1834/ 35 - WS 1837/ 38 Medizin.

4

Schneider, Gerhard: Über die Lebenscyklen. Diss. Univ., Würzburg 1837 [26 S.].

5

Verwesen = veraltet für: stellvertretend verwalten; d. h. ein Physikatsverweser war ein Arzt, der eine frei gewordene Amtsarztstelle bis zur Neubesetzung stellvertretend verwaltete.

6

Bischofsheim vor der Rhön.

7

BayHStA, MInn 63489: Amtsarztstelle Bischofsheim, Bezirksarzt II. Klasse 1816-1934; StAWü, RA 6247: Landgerichtsphysikat Bischofsheim 1841-1861 u. Dietl: Essensgewohnheiten in Unterfranken nach den Physikatsberichten aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, S. 17.