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S. 1 (23) Landgericht Gerolzhofen

Physikatsbericht von Dr. Victor Andreas Keller

Bearbeitung: Julia Hecht

Der Autor: Dr. Viktor Andreas Keller

Der Gerolzhöfer Landgerichtsarzt Viktor Andreas Keller wurde am 25. Februar 1800 als uneheliches Kind von Katharina Weber, deren Beruf nicht überliefert ist, in Röttingen geboren und am gleichen Tag in der dortigen Pfarrkirche getauft. Über seine Jugend- und Studienzeit sowie über sein soziales Umfeld, seine Förderer und seinen Weg zum Studium der Medizin ist nichts bekannt. Das nächste gesicherte Datum aus seinem Leben ist erst seine medizinische Promotion im Jahre 1822. Keller verfaßte eine Arbeit über die "Werlhofsche Blutfleckenkrankheit". Auf dem Titelblatt dieser erst 1826 gedruckten Dissertation bezeichnete sich Keller als "der gesammten Heilkunde Doktor und Assistenzarzt bey der ambulatorischen Clinik zu Würzburg". Die Arbeit widmete er "als schwaches Merkmal seiner innigsten Verehrung" "seinem hochverehrtesten Lehrer G. E. Vendt, der Medizin und Chirurgie Doktor, Profesor der ambulatorischen Klinik und königl. Stadtphysikus zu Würzburg". Den Staatsconcours bestand er ebenfalls im Jahr 1826 mit der Note III. Im selben Jahr erhielt er auch die Praxisbewilligung.

Wie alle Ärzte hat Keller nach dem Examen als praktischer Arzt gearbeitet. Genauere Angaben über seine Zeit als "Arzt im Praktikum" fehlen jedoch. Man weiß lediglich, daß er in den Jahren zwischen 1826 und 1838 in Sulzheim tätig war und daß er sich außerdem im Bezirk Ebrach während einer "Frieselepidemie" einen guten Ruf erwerben konnte. Es wurde ihm hier "rastlose Tätigkeit und Aufopferung" bescheinigt.

Am 1. Mai 1838 wurde Keller als Gerichtsarzt in den Staatsdienst aufgenommen. Wo er zu diesem Zeitpunkt arbeitete, ist unbekannt.

Seit 16. Juni 1846 war er Gerichtsarzt im ausgedehnten Landgericht Kemnath, wo der Dienst allgemein als sehr beschwerlich erachtet wurde, so daß sich Keller im Jahr 1852 um das Physikat Gerolzhofen bewarb, um in einem "milderen Klima" einen "minder schweren Posten" betreuen zu können. Er wies in seinem Schreiben darauf hin, daß ihm das Physikat durch seine frühere Tätigkeit in Sulzheim bereits bekannt sei.