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S. 1 (135) Landgericht Hofheim

Landgerichtsbezirk Hofheim

bearbeitet von Stephan Diller

Der Autor: Dr. Michael Eugen Goy

Michael Eugen Goy wurde am 16. November 1802 in Lohr am Main als Sohn des königlichen Gerichtsarztes Dr. Jakob Goy und seiner Ehefrau Josephine geboren. Sein Bruder Joseph wurde später ebenfalls Landgerichtsarzt und war Verfasser des Physikatsberichts von Lohr am Main.1

Michael Eugen Goy wurde im Jahre 1825 in Würzburg promoviert. Seine Dissertation zum Thema »Über die Anwendung des Feuers als Heilmittel« wurde 1826 in Würzburg publiziert.2 Nachdem er Proberelation und Staatsconcours 1827 erfolgreich absolviert hatte, erhielt er im Jahre 1828 seine Praxisbewilligung. Am 3. März 1835 wurde Goy im Alter von 32 Jahren die Stelle des Landgerichtsarztes in Nordhalben/ Oberfranken verliehen. Nicht einmal eineinhalb Jahre später, am 2. August 1836, reichte er beim bayerischen Staatsministerium des Innern ein Gesuch mit der Bitte um Versetzung auf ein Physikat mit mildem Klima im Untermainkreis ein. Goy begründet seinen Antrag unter anderem mit folgenden Argumenten: »In selbstloser Weise mit Hintansetzung meines Lebens habe ich zur Zufriedenheit der Oberbehörde in dieser gebirgigen, rauhen, waldigen Gegend, in welcher man mit den Beschwerden zu kämpfen hat, die 8 Wintermonate mit sich bringen, gearbeitet.« Zudem vertrage seine kranke Frau das Klima nicht, weshalb er unbedingt in eine Gegend mit milderem Klima ziehen müsse. Diesem Versetzungsgesuch war jedoch kein Erfolg beschieden. In den folgenden Jahren bewarb sich Dr. Goy erfolglos um folgende Amtsarztstellen: Hammelburg (27. September 1836), Aschaffenburg (7. Dezember 1836), Schweinfurt (4. Januar 1837), Ebermannstadt und Forchheim (24. März 1837), Bamberg, Scheßlitz, Kronach, Höchstadt (4. September 1838), Aschaffenburg (29. September 1838), Kronach, Scheßlitz, Höchstadt, Ebern (7. März 1839) und Schweinfurt »oder jedes andere Landgericht mit mildem Klima« (14. Mai 1841). In seinem Bewerbungsschreiben vom 14. Mai 1848 hob er besonders hervor, dass er überall an »Rheumatismen« leide und zudem nur über ein geringes



1

Reder, Klaus: Die bayerischen Physikatsberichte 1858-1861 als ethnographische Quelle am Beispiel Unterfrankens. (= Veröffentlichungen zur Volkskunde, Bd. 57). Diss. Univ. Würzburg 1995, S. 239 u. S. 447 (Ärzteliste).

2

Goy, Eugen M[ichael]: Über die Anwendung des Feuers als Heilmittel. Diss. Univ. Würzburg 1826 [32 S.].