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S. 1 (93) Landgericht Karlstadt

Landgerichtsbezirk Karlstadt

Bearbeitung: Julia Hecht

Der Autor: Dr. Jakob Schech

Dr. Jakob Schech wurde am 26. Juli 1813 als erstes von acht1 Kindern des Malers, Färbers und späteren Stadtrats von Gerolzhofen, Joseph Schech und seiner Frau Magdalene, geb. Mittenzwey in Gerolzhofen geboren. Sein Taufpate hieß Dr. Joseph Mittenzwey.

Vom Wintersemester 1832/33 bis ins Jahr 1836 war er in Würzburg als Student der Medizin immatrikuliert. Promoviert wurde er 1835 mit einer 38- seitigen Arbeit über die "künstliche Pupillenbildung"2. Im Frühjahr des Folgejahres bildete er sich in Würzburg, Berlin, Wien und München weiter. 1837 legte er in Bamberg die Probe relation ab. Staatconcours und Erteilung der Praxisbewilligung3 erfolgten im selben Jahr. Daraufhin praktizierte er in Arnstein, und ein Jahr später, 1838, in Dettelbach und Karlstadt. Offenbar leistete er in Karlstadt gute Arbeit, denn als in Karlstadt die Ärzte Dr. Schmitt und Dr. Medikus erkrankt waren, betreute er selbständig das Physikat Karlstadt und durfte die Stelle des Landgerichtsarztes 1842 auch offiziell vertreten4. Nachdem Dr. Schmitt verstorben war und zwei Waisenkinder hinterlassen hatte, bewarb sich Schech, gerade 31 Jahre alt, zum ersten von vielen Malen am 19. Oktober 1844 um die Stelle des Karlstadter Landgerichtsarztes. Dabei wies er darauf hin, daß er sich, "wie die anliegenden Zeugnisse beweisen mögen, durch strenge Pflichterfüllung die Liebe meiner Vorgesetzten, sowie das Vertrauen des ganzen Bezirks in hohem Maße erworben" hätte. Er versprach



1

Von diesen zwischen 1813 und 1829 geborenen Kindern sind vier kurz nach der Geburt verstorben. - Kath. Pfarramt Gerolzhofen.

2

Die Dissertation lag erst 1837 gedruckt vor: JAKOB SCHECH: Über die künstliche Pupillenbildung. Würzburg: Becker 1837 (vorhanden in der Universitätsbibliothek Würzburg, Sign.: Würzburg 1837,44). - Schech widmete die Arbeit dem Bischof von Augsburg: "Seiner Excellens, dem hochwürdigsten Herrn Dr. Peter Richarz, Bischofe zu Augsburg, königlich bayerischer Reichsrathe widmet diese Zeilen mit dem Gefühle ausgezeichneter Hochachtung und dankbarer Ergebenheit der Verfasser."

3

Sowohl sein Abschluß zum Doktorat als auch die Proberelation (ein Probevortrag) und der Staatsconcours (das Staatsexamen) wurden mit Note II bewertet. Schech erhielt außerdem die Regierungsqualifikation I/I.

4

Von 18. März bis 31. Dezember.