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S. 1 (187) Landgericht Klingenberg

Landgerichtsbezirk Klingenberg

Bearbeitung: Josef Weiß

Der Autor: Landgerichtsarzt Dr. Karl Bleifuß

Karl Bleifuß wurde am 22.9.1800 in Würzburg geboren. An die Promotion im Jahre 1826 schließen sich zwei Jahre später Proberelation und Staatsconcours an. Erstmals aktenkundig wird er durch seine Bewerbung am 20. April 1832 um die freie Stelle in Ochsenfurt. Er war zu dieser Zeit als praktischer Arzt in Röttingen tätig.

Am 10.Januar 1838 bewirbt sich um das nächste frei werdende Physikat, ohne einen bestimmten Ort zu nennen. Seinen Antrag begründet er mit einem Hinweis, daß er zu den älteren praktischen Ärzten gehöre. Er war wegen Mäjestätsbeleidigung und Verteilung verbotener Flugschriften angeklagt, die Anklage sei jedoch definitiv aufgehoben. Weiter weist er in seinem Antrag auf den Besuch des Gymnasiums in Würzburg in den Jahren 1814-1819 und seine Publikation mit dem Titel "Blaues Pigment" in: Med. Correspondenz Blatt des württembergischenärztlichen Vereins Band IV Stuttgart 12. März 1835 Nr. 26 S. 205 - 207 hin. Außerdem habe er für die Jenaer allgemeine Literaturzeitung ca. 200 Schriften rezensiert.

Am 28. März 1839 bewirbt sich Dr. Bleifuß um die freie Stelle in Euerdorf mit den Worten "beziehe ich mich auf die schon öfters vorgetragene Schilderung meiner traurigen Lage". Seine Einkünfte hätten im Januar 38 fl.41 kr., im Februar 9 fl.30 kr. und im März 23 fl. 12. kr. betragen "womit sich kaum leben, viel weniger das wissenschaftliche Bedürfnis befriedigen lasse".

Am 25. Juli 1845 bittet er in einem Antrag, ihn "mit der Verleihung einer Stelle als Gerichtsarzt zu beglücken". Er habe immer zum Wohl der Menschheit gearbeitet und das in ihn gesetzte Vertrauen gerechtfertigt. Angeführt werden von Bleifuß seine unterschiedlichen Wirkungsorte:

1828 praktischer Arzt in Mellrichstadt

1829 praktischer Arzt in Röttingen

1840 praktischer Arzt in Ochsenfurt

1843 praktischer Arzt in Münnerstadt

Weitere Anträge ohne festen Ortswunsch stellt er am 31. Juli 1846, 16. November 1846 und am 13. Juli 1847. Am 15. Mai 1848 wird sein Wunsch endlich erfüllt und Dr. Bleifuß als provisorischer Gerichtsarzt im Landgericht Marktsteft bestellt. Doch bereits im darauffolgenden Jahr bittet er von Marktsteft aus um Zuweisung eines anderen Wirkungskreises und bewirbt sich am 15. Juli 1849 um eine Stelle in Bamberg. Am 20. November 1849 bittet er um