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S. 1 (23) Landgericht Marktbreit

Landgerichtsbezirk Marktbreit

Bearbeitung: Anne Söllner

Der Autor: Landgerichtsarzt Dr. Franz Anton Weber

FRANZ ANTON WEBER wurde am 18. Mai 1805 in Hammelburg als Sohn eines Kellermeisters geboren. Nach seinem Studium an der Universität Würzburg wurde er 1833 zum Doktor der Medizin promoviert. Im Jahr 1835 erfolgten die Ablegung der Proberelation und Staatsconcours, ein Jahr später erhielt er die Praxisbewilligung und war so ab 1835 für viele Jahre als praktischer Arzt in Zeitlofs tätig.

Von hier aus bewarb sich WEBER mehrfach um freie Amtsarztstellen in Volkach (1843) Gleusdorf (1847), Karlstadt (1847), Mellrichstadt (1849), Dettelbach (1850) und Königshofen (1851).

Er führte dabei mehrfach aus, daß er ein nur dürftiges Einkommen habe und für die Ernährung seiner sechsköpfige Familie sein ganzes Vermögen aufbringen müsse. Desweiteren würden sich für ihn als Katholiken in einem protestantischen Gebiet viele Sorgen wegen einer angemessenen religiösen Erziehung seiner Kinder ergeben.

Doch erst im Jahr 1852 trat WEBER in den Staatsdienst ein und erhielt mit 600 fl. Jahresgehalt das Physikat Obernburg verliehen. Es folgte schließlich seine Versetzung nach Marktbreit, wo er 1855 die Geschäfte als Physikatsarzt übernahm. 1856 bewarb er sich, allerdings erfolglos, nach Gemünden.

Aufgrund einer halbseitigen Lähmung am linken Arm und Fuß konnte er seinem Beruf nur bedingt nachgehen, wodurch sich das Landgericht Marktbreit im Jahr 1861 veranlaßt sah, die Zulassung eines weiteren praktischen Arztes zu beantragen:

"Der seit dem Monate November 1855 dahier befindliche kgl. Landgerichtsarzt Herr Dr. Weber ist, wie allgemein bekannt, seit Jahren leidend und daher zu verschiedenen Funktionen, wie z. B. Geburtshilfe, chirurgische Operationen wegen seiner lahmen Hand absolut unfähig weßhalb er hierzu stets eines Assistenten bedarf, wodurch die betreffenden Kosten wie leicht begreiflich, vermehrt werden. (…) Der kgl. Landgerichtsarzt Herr Dr. Weber dahier kann wegen seines Gebrechens am Fuße nur mit großer Mühe und Anstrengung eine Treppe passieren. Da zwei bis drei Ärzte eine sorgenfreie