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S. 1 (200) Landgericht Marktheidenfeld

Landgerichtsbezirk Marktheidenfeld

Bearbeitung: Josef Braun und Michael Deubert,

Historischer Verein Marktheidenfeld und Umgebung e. V.

Der Autor: Dr. Willibald Sedelbauer

WILLIBALD SEDELBAUER, geboren 1798 in Eichstätt, war Amtsarzt in Marktheidenfeld zwischen 1850 und 18621. Er ist weniger wegen seiner beruflichen Leistungen in die Geschichte Marktheidenfelds eingegangen; sein bleibendes Verdienst: er gründete die "Anlagen" westlich des Mains.

Der Chronist GEORG TRUNK schreibt: "Jenseits des Mains, oberhalb der Mainbrücke, zieht sich eine mäßige Anhöhe von der Eichenfürster Straße bis zur Staatsstraße nach Esselbach bin. Wer diesen Platz früher, vor vierzig Jahren, gesehen hat und ihn jetzt - 1890 - sieht, der steht still, staunt und sagt: 'Man meint nicht, dass es möglich wäre.' Seit einer Reihe von Jahren ist diese Anhöhe zu einer wunderschönen Anlage umgeschaffen, mit schönen Gängen und verschiedenen Ruheplätzen, die den Bewohnern ein sehr lieber Aufenthaltsort sind. Den Anfang hiezu hat der damalige Bezirksarzt Dr. Sedelbauer gemacht. Dieser Mann hatte wenig zu tun und wollte sich in der freien Natur Beschäftigung machen. Es muß hier bemerkt werden, daß diese jetzige Anlage in ihrem Urzustande nichts als ausgebeutete Steinbrüche waren, Gruben, Steinhaufen, hie und da ein Dornbusch und eine Brombeerstaude. Der Besitz dieser Ödungen war noch in den Händen von Privatleuten. Dr. Sedelbauer kaufte einige Stücke der Privaten um wenig Geld ab, manche gaben ihr Eigentum umsonst her, um von der Steuer zu kommen. So bekam er nach und nach ein Stück Land. Er fing nun an, die Gruben mit den vorhandenen Steinen so viel wie möglich aufzufüllen., die Dornsträucher auszurotten und wo möglich Boden zu gewinnen. Er errichtete Mauern, legte Wege und Gänge an und setzte, wo immer nur möglich, Pflanzen. Er gab nicht nur an, sondern arbeitete mit und trug Steine gleich seinen Tagelöhnern."2

Über dem in den Anlagen befindlichen Festplatz preist noch heute eine vom früheren Verschönerungsverein angebrachte Tafel SEDELBAUER: „Erinnerung an



1

Vgl. TRUNK, Marktheidenfelder Chronik, S. 55.

2

TRUNK, Marktheidenfelder Chronik, S. 100 f.