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S. 1 (53) Landgericht Schweinfurt

2. Landgericht Schweinfurt

Medicinisch - topographische und ethnographische Beschreibung des Physikatsbezirks Schweinfurt

verfaßt auf Grund eines höchsten Rescripts des koeniglichen Staatsministeriums des Innern de dato 21. April 1858 No 10685.

A. Topographische Beschreibung des K. Landgerichts-Bezirks Schweinfurt

I. Lage des Bezirks

Bey der topographischen Beschreibung eines Bezirks oder einer Gegend ist es vor Allem nöthig, die mathematisch-geographische Lage derselben bestimmt zu kennen, und wenn wir diese von unserm Bezirke angeben wollen, so kann nur die Lage der Stadt Schweinfurt selbst mit Bestimmtheit

bezeichnet werden. Nach einer in der sogenannten Schad's Schanze1, am nordwestlichen Ende der Stadt gelegen, gemachten Beobachtung liegt nun Schweinfurt unter dem 50°4' 56'' nördlicher Breite und 27° 46' 18" östlicher Länge von Ferro2.

Die Stadt Schweinfurt bildet aber keinesweg den Mittelpunkt des Physikats- respektive Landgerichts-Bezirks und wird es daher nöthig, die Lage des letzteren von Schweinfurt aus näher zu beschreiben.

Hiebey ist nun vor Allem zu bemerken, daß der Bezirk durch den Mainfluß, welcher ihn von Ost nach West in einer Länge von 5 geographischen Stunden durchströmt, in 2 Haupttheile geschieden wird. Der etwas größere Theil befindet sich aber auf dem rechten Ufer des Mains, welcher bey Schweinfurt selbst seine westliche Richtung verläßt und sich nach Süden wendet. Bey dem Orte Untereuerheim tritt dieser Fluß in das Gebiet und bey dem Orte Hirschfeld verläßt er dasselbe.

Da nun aber schon bald unterhalb Schweinfurt der Main selbst die Gränze des Landgerichts ausmacht, so wird auf diese Weise Schweinfurt an die westliche Gränze desselben versetzt und der Bezirk erstreckt sich daher von der Stadt



1

Vgl. Stadt-Bericht Anm. 5.

2

Ferro oder Hierro, westlichste der Canarischen Inseln. Durch F. als westlichstem Punkt der Alten Welt wurde 1634 der Nullmeridian gezogen.