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S. 1 (215) Landgericht Volkach

Landgerichtsbezirk Volkach

Bearbeitung: Gerhard Egert

Der Autor: Landgerichtsarzt Dr. Heinrich Maximilian Emanuel Brunner

Der Katholik HEINRICH MAXIMILIAN EMANUEL BRUNNER wurde am 12. Juni 18171 in Augsburg als Sohn eines kgl. Regimentsquartiermeisters in Augsburg geboren und war seit seinem zweiten Lebensjahr Vollweise.

Er war verheiratet mit KATHARINA LICHTENTHAL, der Tochter des Geheimrates und Staatsbibliotheksdirektors von Lichtenthal zu München.

1835/36 bis 1838/39 studierte BRUNNER Medizin und Chirurgie an der Universität München, wurde 1839 promoviert und legte das Examensrigorosum und die Proberelation 1841 mit Auszeichnung ab2. Nach seiner wissenschaftlichen Ausbildung suchte er eine Anstellung im Staatsdienst oder die Ausübung einer eigenen ärztlichen Praxis.

Da er mehr als zwanzig Jahre in München lebte und sich als "eingeborener dieser Stadt" betrachtete, war es sein sehnlichster Wunsch, sich hier in München

niederlassen zu dürfen. So bat er die Regierung von Oberbayern um "licentia prakticandi" in München. Aber seiner Bitte wurde nicht entsprochen, weil "die Allerhöchst festgesetzte Zahl der praktischen Ärzte in München noch weit überbesetzt ist." Eine weitere Absage der Regierung von Oberbayern erfolgte am 16. Juni 1841.

BRUNNER war stets um die wissenschaftliche Fortbildung bemüht. Er reiste nach Österreich, Frankreich und England, "um die Medizin hochverdienter Männer in ihrem ärztlichen Wirken" kennenzulernen, die sein Wissen bereicherten und die ihn zur "Betreibung einer Spezialität der medizinischen Wissenschaft, nämlich der Ohrenheilkunde", anregten.



1

Lt. Schreiben des Stadtarchivs Augburg vom 22. Juli 1992 wurde Dr. Brunner am 12. Juni 1817 in Augsburg und nicht, wie im Schematismus der Besonderen Beilage zum Kreis-Amtsblatt von Unterfranken und Aschaffenburg Nr. 8, Würzburg 1854, Sp. 7- I 0 angegeben, 1816 geboren.

2

Er verfaßte seine Doktorarbeit "De Tympanectornia" in lateinischer Sprache und verteidigte dieselbe am 22. Dezember 1839 mit aller Auszeichnung und wurde daher von der Fakultät für würdig erachtet, als Privatdozent zu lehren. - Universitätsarchiv München.