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S. 1 (253) Landgericht Wiesentheid

Landgerichtsbezirk Wiesentheid

Bearbeitung: Julia Hecht

Der Autor: Landgerichtsarzt Dr. Eugen Stumpf

Der Wiesentheider Landgerichtsarzt Dr. EUGEN STUMPF wurde am 27. September 1810 als Sohn des königlichen Legationsrates der "Lehens- und Hoheits-Section im Ministerialdepartement für auswärtige Angelegenheiten", SEBASTIAN STUMPF und seiner Frau JOSEPHA, geb. DICHTL in München geboren und einen Tag später in der dortigen Stadtpfarrkirche St. Peter katholisch getauft.

Nachdem der Vater SEBASTIAN STUMPF zum Regierungsdirektor in Würzburg ernannt worden war, zog die ganze Familie nach Würzburg. Der Sohn Eugen nahm hier sein Studium auf. Zunächst, vom Wintersemester 1831/32 bis zum Sommersemester 1832, belegte er zwei Semester Jura, wechselte aber ab dem folgenden Wintersemester zur Medizin. Diese Ausbildung schloß EUGEN STUMPF im Alter von 25 Jahren im Wintersemester 1834/35 mit einer Promotion ab, die mit der Note I bewertet wurde. Seine kurze Doktorarbeit schrieb er über die "Apoplexia serosa", eine Form des "Schlagflusses". Die Proberelation erfolgte 1836 und wurde mit "II" benotet. Beim "Staatsconcours" im selben Jahr belegte er unter 110 Kandidaten den 14. Platz. wurde ihm auch die Praxisbewilligung erteilt. Wohl gleich darauf sammelte er erste und "reiche Diensterfahrungen" als Assistenzarzt bei Prof. Fuchs an der Poliklinik Würzburg. Das Jahr 1836 war noch nicht vergangen, als sich Eugen Stumpf als praktischer Arzt in Amorbach niederließ, wo er aber nicht lange wirkte, da er schon 1837 seine Praxis nach Gersfeld in der Rhön verlegte. Dort blieb er circa drei Jahre. In dieser Zeit erhielt er auch ein Reisestipendium, das ihm, wie er später schrieb, erlaubte, seine medizinischen Kenntnisse zu erweitern.

Ab 1840 war STUMPF als praktischer Arzt in Wiesentheid tätig. Als dort drei Jahre später die Stelle des Landgerichtsarztes ausgeschrieben wurde, bewarb er sich, allerdings erfolglos, um diese Position. Seine anschließenden Bewerbungen um die Physikate Karlstadt (1847), Weyers (1848) und Miltenberg blieben ebenfalls ohne Erfolg. In seinen Bewerbungsschreiben wies er darauf hin, daß er sich, obwohl "ältere und gleichwürdige Mitbewerber da seien", "würdig für die Stelle" in Wiesentheid fühlte. In der Bewerbung für Weyers führte er an, daß er sogar in dieses von den meisten Ärzten gar nicht geschätz-