Physikatsberichte   erfasste Bezirke   Texte durchsuchen   bibliographische Nachweise


erste Seite vorige Seite Seite 1 von 46 nächste Seite letzte Seite

S. 1 (105) Landgericht Würzburg rechts des Mains

Landgerichtsbezirk Würzburg rechts des Mains1

Der Autor: Dr. Hermann Josef Sinner

Der Verfasser des Physikatsberichtes "Würzburg rechts des Mains", Dr. Hermann Josef Sinner, wurde am 15. Oktober 1799 in Würzburg geboren. Nach dem Vorbild des Vaters2, des "königlich-bayerischen Landgerichts-Physikus zu Würzburg links des Mains", strebte er den Beruf des Mediziners an. Die Matrikel der Universität Würzburg führen ihn 1819 als Studenten der Chirurgia. Die Promotion erfolgte 1823, der Staatsconcurs3 1826. Im selben Jahr erhielt er die Praxisbewilligung. Acht Jahre später, 1834, trat Sinner in den Staatsdienst ein

und bekam das Landgericht Arnstein als Wirkungskreis übertragen.

Seit 1831 war er mit Julia von Hertwig verheiratet. Wohl bei der Geburt desjüngsten ihrer sechs Kinder verstarb sie 1845.

Mit der Begründung, er habe mittlerweile 22 Jahre Berufserfahrung, davon 15 Jahre als Landgerichtsarzt in Werneck (Landgericht Arnstein), sowie dem Hin-

weis auf seine Situation als Witwer und Vater von sechs Kindern4, denen er eine angemessene Erziehung in Würzburg zukommen lassen möchte, beantragte er

1849 den Tausch seiner Stelle mit der des Dr. Laubreis im Landgericht "Würzburg links des Mains". Der ebenfalls verwitwete Arzt Dr. Laubreis strebte den Stellenwechsel an, da er zu seinem Sohn im Landgericht Arnstein übersiedeln wollte. Sinner argumentierte außerdem, der größte Teil seines Vermögens in Form von Grundbesitz befände sich in Würzburg5. Am 8. Januar 1850 wurde der Stellentausch schließlich genehmigt.



1

Das Manuskript befindet sich in der Bayerischen Staatsbibliothek in München unter dem Titel "Medizinisch-topographisch und ethnographische Beschreibung der Physikatsbezirke Bayerns. Landgerichte Volkach, Weyhers, Werneck, Wiesentheid, Würzburg rechts des Mains, Würzburg links des Mains" mit der Signatur Cgm 6874 (184).

2

MICHEAEL JOSEPH SINNER, Dr. der Philosophie und gesamten Heilkunde, geboren am 12.7.1785 in Ochsenfurt, verstorben am 14.2.1834 in Würzburg.

3

Staatsexamen.

4

Sein 1843 geborener Sohn Oskar wurde erschossen (Datum unbekannt), sein jüngster Sohn Kar starb 1862 im Alter von 17 Jahren.

5

Schon 1846 war Sinner im Besitz des Hauses Nr. 129 in der Semmelsgasse, der heutigen Semmelstraße. Im Würzburger Adreßbuch lautet die Angabe "Dr. Sinner, Gerichtsarzt in Werneck" .