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S. 1 (11) Stadtgericht Schweinfurt

Die Verfasser der Berichte

a) Dr. Carl Merck (1795-1865)16 - Stadt Schweinfurt

Carl Christian Gottfried Merck (Merk) wurde 1795 in Schweinfurt als Sohn des reichsstädtischen Ratssekretärs und Advokaten, späteren (nach 1802) Oberappellationsgerichtsrats in Würzburg, Wolfgang Adam Merck (1762-1835) geboren17.

Über seine Schulzeit ist nichts bekannt, es darf jedoch angenommen werden, daß er diese in seiner Heimatstadt absolvierte. 1811 schrieb er sich an der Universität Würzburg als "cand. d. Philosophie" ein, er muß jedoch auch Medizin studiert haben, denn 1818 wurde er in diesem Fach mit dem Thema "Die thierische Bewegung" promoviert. 1819 legte er seine Proberelation ab und erhielt daraufhin im gleichen Jahr die Praxisbewilligung. 1820 absolvierte er den Staatskonkurs, der in etwa unserer heutigen Amtsarztprüfung entsprach.

Zwischen 1820 und 1824 war er als praktischer Arzt in Schweinfurt tätig, wo er sich auch mit Katharina Magdalena Friederike (1799-1850), der Tochter des Pfarrers Johann Christoph Schöner aus Gochsheim, vermählte. Der Ehe entstammten drei Kinder: Marianne (1822-1864), verheiratet mit Dr. med. Johann Andreas Röder in Schweinfurt, Wolfgang (1823-1860), Dr. med. und praktischer Arzt in Schweinfurt, und Christian (1826-1888), Dr. med. u.a. Bezirksgerichtsarzt in Landshut.

1824 trat Merck in den Staatsdienst ein und wurde Landgerichtsarzt in Friedberg im damaligen Oberdonaukreis, dem heutigen Regierungsbezirk Schwaben. 1829 bewarb er sich erfolgreich um die Stelle als Landgerichtsarzt in Hersbruck (Mittelfranken). Seit 1831 versuchte er zunächst vergeblich, sich auf vakante Stellen in Schweinfurt zu bewerben. Erst 1837 gelang ihm die ersehnte Rückkehr in die Heimatstadt. Zum 1. Januar 1837 wurde er Stadtgerichtsarzt in Schweinfurt, also der für das Stadtgebiet zuständige Amts- und Gerichtsarzt. Diese Stelle bekleidete er bis zu seinem Tod 1865 volle 28 Jahre lang.



Da im Bayerischen Hauptstaatsarchiv und anderswo weder für Merck noch für seinen Kollegen Graf Personalunterlagen oder Stellenakten vorhanden waren und andere als die angegebenen Quellen nicht ermittelt werden konnten, mußten die biografischen Abschnitte über beide notgedrungen knapp ausfallen.

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Quellen und Literatur:

Staatsarchiv Würzburg, Regierung von Unterfranken Nr. 6294: Physikat Schweinfurt 1823-1861
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, MInn 63597:
Physikat Hersbruck 1809-1933
Adreßbücher 1846, 1856, 1865
Ärztliche Schematismen 1854, 1858, 1860, 1863
Ärztliches Intelligenz-Blatt XII, 1865, XV
Sebastian Merkle (Bearb.), Die Matrikel der Universität Würzburg I/2 München-Leipzig 1922, 898: Jahr 1811
Bestandsverzeichnis des Merck'schen Familienarchivs in Darmstadt. In: Merck'sche Familien Zeitschrift XV, 1938,97f.
Ferdinand Gademann, Friedrich Rückert und die Familie Merck. Ebd. XIV 1/2, 1935, 1 ff.
Merckiana. ebd. VIII 1/2, 1920, 65.
Friedrich Beyschlag, Frau Dr. Merck, ebd. VIII 3/4, 1920,95 f.
ders., Mercks Dorle. ebd. II 1, 1914, 30-32.
Urkunden und Aktenstücke (zum Schweinfurter Zweig der Familie M.) ebd. III 2, 1915, 77 und III 3/4, 1916, 111 f.
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Ohne auf die komplexe Familiengeschichte näher eingehen zu wollen, sei hier nur angemerkt, daß die Merck ursprünglich aus Hammelburg in Unterfranken stammen. Aus religiösen Gründen waren sie gezwungen, seit dem 16. Jahrhundert ihr Glück anderswo zu suchen. Schweinfurt, Darmstadt, Hamburg, München und andere Orte wurden so zu ihrer neuen Heimat. Damit verbunden war eine Aufsplitterung in verschiedene Familienzweige. Am bekanntesten dürften die Darmstädter Linie (Arzneimittelfirma), die Hamburger Merck (Senatoren und Kaufleute) und der Münchner Zweig (Bankgeschäft) sein. Vgl. dazu ausführlich die Bände der Merck'schen Familienzeitschrift.