Physikatsberichte   erfasste Bezirke   Texte durchsuchen   bibliographische Nachweise


erster Treffer voriger Treffer Treffer 1 von 56 nächster Treffer letzter Treffer

S. 5 (95) Landgericht Schöllkrippen

ehemalige Jagdschloß des Kaisers Friedrich Barbarossa (1152).

Jener Thurm, muthmaßlich noch aus heidnischen Zeiten stammend, ist 103 Fuß hoch und von seinem Grund bis zur Spitze massiv aus Steinblöcken erbaut. Er mißt an seiner Basis 26 Fuß ins Gevierte, ist bis zur Hälfte viereckig, von da bis zur Spitze achteckig. Nach den Schildhäuschen zu schließen, welche in seiner Mitte an den 4 Ecken angebracht waren, nun aber abgebrochen sind, hatte er ursprünglich wohl eine andere Bestimmung, als seine gegenwärtige, der an seiner Ostseite angebauten, dem heil. Wendelin geweihten Kapelle, deren Erbauung jedenfalls in ein späteres Jahrhundert fällt, als Glockenthurm zu dienen. Das ehemalige an der Nord, West und Südseite mit 3 runden, dicken und niedrigen Thürmen versehene Jagdschloß, welches der Kaiser Friedrich Barbarossa bei seinen häufigen Jagdzügen von seiner Residenz Gelnhausen in den Spessart zum vorübergehenden Aufenthalt benützte, wurde im Jahr 1858 durch den Anbau eines neuen Flügels erweitert und zum Landgerichtsgebäude eingerichtet.4

Zu der Gemeinde Schöllkrippen gehören noch außer dem schon erwähnten Ernstkirchen das ¼ Stunde unterhalb am rechten Kahlufer liegende Ökonomiegut, der Langenborn, die ¼ Stunde oberhalb an der Kahl liegende Forstmühle und das am Fuß des Reuschberges Hegende gräflich Erbach'sche Hofgut gleichen Namens, ½ Stunde entfernt; sowie die am westlichen Saum des Spessartes liegenden Bauernhöfe, der Röderhof und Schabernack, 5/8 Stunden entfernt.

In dem von der Kahl bewässerten Thalgrunde liegen oberhalb Schöllkrippen in nordöstlicher Richtung

a) am rechten Kahlufer:
2. Großlaudenbach mit 193 Einwohnern und 36 Wohnhäusern. Entfernung 3/4 Stunden.
3. Großkahl mit 253 Einwohnern und 50 Häusern. Entfernung 1 Stunde. Jene die zu dieser Gemeinde gehörigen Einzelhöfe, der Wessemighof, eine Ziegelbrennerei und ein Bergwerksgebäude „Die Hilfe Gottes", Entfernung 5/4 Stunde, endlich das ehemalige Kahler Glaswerk um ein Ökonomiegut, 1 1/2 Stunde entfernt.
b) am linken Kahlufer:
4. Kleinlaudenbach mit 118 Einwohnern und 20 Wohnhäusern Entfernung ¾ Stunden.
5. Kleinkahl mit 186 Einwohnern, 33 Häusern, einer Filialkirche und Schule, Entfernung 1 Stunde.
6. Edelbach mit 312 Einwohnern und 59 Wohnhäusern, Entfernung 1 ¼ Stunde. Unterhalb Schöllkrippen liegen in südwestlicher Richtung:
a) am. rechten Kahlufer:
7. Großblankenbach mit 161 Einwohnern


4

Das ehemalige Landgericht war noch bis in den 2. Weltkrieg hinein Sitz des Amtsgerichts und diente nach förmlicher Aufhebung des Gerichts nach dem Krieg als Versehrten- und Flüchtlingsheim. Seit 1952 ist es Rathaus und seit 1978 auch Sitz der VG Schöllkrippen. (Freundliche Hinweise Frau Gerhild Wehl, Heimat- und Geschichtsverein Oberer Kahlgrund)



Im Physikatsbericht blättern:  < zurück     vorwärts >