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Herrschaftliche Eigenhöfe im Spätmittelalter

Von Rolf Sprandel*

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Begriffe

Was sind herrschaftliche Eigenhöfe? Herrschaftliche Eigenhöfe wurden nicht gegen Abgaben ausgeliehen, sondern von der Herrschaft mit allem Risiko wechselnder Erträge und mit der ganzen Last der Organisation selbst bewirtschaftet,

"suis periculis, laboribus et expensis", wie es in einer Urkunde des Klosters Steinfeld von 1306 heißt.1 Eine Eigenwirtschaft einrichten, heißt in einer Urkunden von 1311: "curiam agriculture construere et personaliter ea residere".2

Wie ermitteln wir die herrschaftlichen Eigenwirtschaften? Eine gewisse Vermutung spricht immer für Eigenwirtschaft, wenn der Hof am Sitz einer geistlichen oder weltlichen Herrschaft liegt.

Als der Graf von Anhalt in Zerbst auf dem Schlosse seine Wohnung hatte, kümmerte er sich um Nahrung und Haushalt und begann sehr zu ackern. Er brachte sein Korn in die Scheune auf der Vorburg, die nur mit Holzplanken umgeben war und von Feinden abgebrannt wurde. Die Bürger ummauerten dann ihre Stadt und brachten die Scheune des Herrn in die Ummauerung.3 Wirtschaftseinrichtungen in einer Burg oder Vorburg lassen auf Eigenwirtschaft schließen, so etwa ein Hof in der Vorburg von Peine, der Hof, auf dem der Bergfried der Herren von Garmissen stand, die neue Scheune auf der obersten Burg von Hanensee. Oder zu Burgen gehörten Hufen Ackerlandes, ohne daß ein gesonderter Hof für sie genannt wird.4

1303 erhielt einer der Burgmänner von Homburg/Main "unam curiam in castro" als Burglehen, zu dem außerdem ausgedehnte Weinberge, Ackerfelder, Wiesen und ein Kirchenzehnter gehörten (1, Nr. 579, ähnlich 2, Nr. 1690). In diesem Fall sind mit dem Hof Baulichkeiten innerhalb einer ausgedehnten Vorburg gemeint, die Zentrum einer Eigenwirtschaft waren, deren Ausdehnung erst durch die Beschreibung des Burglehens sichtbar wird. Höfe zu Füßen einer Burg oder vor den Toren eines Klosters waren ursprünglich zur Versorgung derselben angelegt worden, wurden im Spätmittelalter aber oft gegen Abgaben verliehen. Ein Hof, der "in das halbe Schloß" Dettelbach gehörte, leistete 1410 eine Korngült (lf. 11, f. 92v).

Manchmal wird eine Art Ausschlußverfahren angewandt. Das Haus des Deutschen Ordens in Münnerstadt erhielt 1283 einen Hof geschenkt. "Da das Urbar für den Hof weder einen Hofbauern noch irgendwelche Abgaben erwähnt, kann man davon ausgehen, daß die Ordensbrüder diesen Hof bewirtschafteten".5 Besser ist es, wenn ein zusätzlicher Hinweis auf eine fortbestehende Eigenwirtschaft schließen läßt. In einem Weistum für Willanzheim aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts heißt es, der "Fronhof" der Würzburger Dompropstei solle bebaut werden und darauf solle ein "geschworener Knecht" sitzen.6 Es ist in den Quellen manchmal nicht deutlich erkennbar, ob der Betriebsleiter eines Hofes nicht etwa nur ein Fixum oder einen prozentualen Teil der Erträge abliefern mußte, sondern Lohnempfänger, anderen Knechten also gleichgestellt war. Wegen des Titels Knecht möchte ich in diesem Fall auf einen Betriebsleiter als Lohnempfänger und deswegen auf Eigenwirtschaft schließen.

In den Rechnungen der Grafen von Leiningen werden für einzelne Höfe in der Nähe verschiedener Burgen Lohnkosten für Tagelöhner und Beköstigung für Froner aufgeführt.7

Der friesische Adel, die sogenannten Häuptlinge, besaß sowohl "Burgenland", das auch als adelig freies Land galt, wie "beherdischtes Land", das von Bauernherden aus bebaut wurde und als "bauernpflichtig" galt. Neben der Bezeichnung "Burgenland" weisen auch Fronpflichten, z.B. 1426 "Hofdienst" in Walsum und Borkum zum Heumachen, auf nahe gelegene adelige Eigenwirtschaften hin.8

Wieweit kann man von den Bezeichnungen her auf herrschaftliche Eigenwirtschaften schließen? Sicherlich hatten Fürsten- und Grafenfamilien mehr als einen Sitz und deswegen oft mehr als eine Eigenwirtschaft. In Territoralherrschaften entstanden Ämter. Zu den Amtsburgen gehörten oft nicht nur Abgaben-Sammelbezirke, sondern auch große oder kleine Eigenwirtschaften. Sie hießen - regional verschieden - Vorwerk, Bauhof, allodium oder Sedelhof

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Als im 14. Jahrhundert die Würzburger Lehenbücher lateinisch geführt wurden, hatten sie für Eigenwirtschaften zwei Bezeichnungen: "curia propria" und "allodium". Allodium hat von der lexikogaphischen Literatur her zwei Bedeutungen: Eigen als Gegenbegriff zu Lehen oder selbst genutztes, nicht gegen Zins ausgeliehenes Land. Hier wird also die zweite Bedeutung gemeint. In den deutsch geschriebenen Lehenbüchern des 15. Jahrhundert finden sich als Entsprechungen für allodium: "Eigenhof" und "Bauhof". Diese beiden Ausdrücke wurden vereinzelt schon im 14. Jahrhundert im lateinischen Kontext vorweggenommen. Die mündliche Lehenrechtssprache entwickelte sich schneller als die schriftliche.

1477 ist ein Vorwerk bei Grimma, dem Witwensitz einer Kurfürstin, bezeugt. Es war auf eine Amtsburg bezogen und wurde 1499 gegen ein anderes, nahegelegenes eingetauscht, das vorher einem Kloster in Nutzung gegeben war. Für zwei weitere Klöster richtete der Landesherr gleichzeitig im Amt Grimma neue Vorwerke ein.9

Im Henneberger Lehenbuch, das schon im 14. Jahrhundert deutsch geführt wurde, steht statt allodium und Bauhof Vorwerk. Der Sprachgebrauch gleicht also dem des sächsischen Amtes Grimma und dehnt sich nach Süden in die Gegenden aus, in denen sich der Henneberger und der Würzburger Lehenhof überschnitten. Die Würzburger Kanzlei hatte damit Schwierigkeiten. Eine Abschrift des Würzburger Lehenbuchs ersetzte Vorwerk durch "allodium". Im Original steht mehrfach zu "Vorwerk" der Zusatz "allodium" (1, Nr.1486, 1491, 3014, 3118; 2, 29, 871).

In einigen Fällen wurden ritterliche Vorwerke den Grafen von Henneberg zu Lehen aufgelassen. Diese waren also vorher keine Lehen (B 135, 207). Mehrmals heißt es, die Vorwerke wären vorher "rechtin eigins" gewesen (B 116, 169). Ein Vorwerk konnte also sowohl Eigengut als auch Lehen sein. Vorwerk war spezifischer als curia und Hof. "Ein Hof auswendig der Burg Mellingen, das heißt das Vorwerk" (B 398). So wurde auch im Würzburger Lehenbuch mehrfach präzisiert: "curia seu allodium" (1, Nr.248; 2, Nr. 125, 861, 2068).

Folgen wir den genannten Begriffen in den Lehenbüchern noch etwas weiter. Kleinere Niederadelige hatten feste Häuser in Dörfern, so die von Herbstadt in Poppenlauer "eine Kemenate und eine Behausung im Kirchhof, einen Bauhof daran" (lf 21, f., 117r und öfter). Weiterhin gab es oft solche Eigenwirtschaften bei ummauerten Burgsiedlungen, Kleinstädten am Rande einer Burg, in denen adelige Burgmannschaft wohnte. In Wasungen hatte ein Burgmann zwei Höfe. Auf einem davon saß er. Außerdem hatte er ein Vorwerk. Alles verteilte sich auf die "Altstadt" und die "Vorstadt" (B 309). In Geisa hatte einer einen Hof in der Stadt und ein Vorwerk vor der Stadt (B 356). Es versteht sich, daß es vor solchen Burgstädten, wie vor jeder größeren Burg, mehrere Vorwerke gab, die verschiedenen Rittern gehörten.

Ein Vorwerk oder allodium konnte als Burglehen vergeben werden. Dann war damit die Pflicht der Burghut verbunden. Es gab eigentümliche Aufteilungen. 1353 bekam ein Ritter ein "allodium" vor dem "castrum" Bodenlauben zur Hälfte als Lehen und zur Hälfte als Burglehen (2, Nr.946; ähnlich 1042). Wenige Jahre später, 1356, wird in Sternberg ein "allodium" genannt, das Pertinenz eines Burglehens war (2, Nr,1061). Ähnlich gab es im Hennebergischen Burggüter, zu denen jeweils ein Vorwerk gehörte (B 2, 20, 77). Auch zum Amt des Schenken am Grafenhof gehörte ein Vorwerk (B 273, C 306).

Die Eigenwirtschaften hatten Pertinentien, in der Regel Äcker und Wiesen, aber meist keine zinsbaren Bauern. Die Pertinentien lagen "in Feld und Dorf" und damit waren wohl auch Anteile an der Allmende gemeint. Mehrfach wurde die Zahl der Wiesen genauer bestimmt, die der Äcker jedoch unbestimmt gelassen (lf 29, f.77v; 30, f.3r, 9r). Diese Eigenwirtschaften dürften in der Mehrzahl zusammen mit den Burgen und Städten entstanden sein. Einmal heißt es: "Ein Vorwerk, das waren vorher zwei Huben" (B 344). Weiterhin ist zu beachten, daß im Hennebergischen aus einigen Vorwerken offenbar sekundär Huben aus gegliedert wurden, weil Ritter bei bestimmten Transaktionen einiges brauchten, um es dem Grafen zu Lehen aufzulassen, das Vorwerk im ganzen aber dafür nicht verwenden wollten (A 222, 333, ähnlich wohl B 135).

Die kleinen "Vorwerke", die im Ziegenberger Salbuch von 1456 genannt werden, mit einer Hube Landes oder gar nur 20 Morgen,10 waren keine herrschaftlichen Eigenwirtschaften, sind zu ihrer Bezeichnung wahrscheinlich durch Schreiberlaune gekommen.

Im Hildesheimer Lehenbuch von 1458 werden einige "Vorwerke" und - ganz selten - auch "Bauhöfe" genannt.11 Bei dem "Vorwerk" von Burgstemmen ist eine Eigenwirtschaft denkbar, denn bei den anderen Höfen desselben Lehennehmers werden aktuelle Besitzer genannt, hier aber nicht.

Häufig begegnet die Bezeichnung Sedelhof. Eine Eigenwirtschaft ist dabei nicht mehr erkennbar. Etymologisch hängt das Wort Sedelhof entweder mit Sitz als Wohnsitz oder Stammsitz einer Adelsfamilie oder mit Salhof, Herrenhof, zusammen. Der Sedelhof scheint dasselbe zu sein wie der häufig genannte Meierhof. Die Bezeichnung Meierhof verdrängt den Terminus Sedelhof nach und nach. Die in dem Freseschen Besitzverzeichnis von 1370, das denselben Raum wie das genannte Lehenbuch betrifft, genannten "Sedelhöfe" erscheinen 1458 nicht wieder. In zwei Fällen, Drispenstedt und Feldbergen, sind sie durch "Meierhöfe" ersetzt worden.12

Eine Besonderheit, die das Altsiedelland vom Kolonisationsgebiet östlich von Elbe und Saale unterscheidet, sind die Villikationen. Die Fronhöfe als Zentren von Villikationen waren im Hochmittelalter in der Regel Eigenwirtschaften. Bei einigen bischöflichen "Bauhöfen", wie z. B. in Prosselsheim, ist Kontinuität von einem Mittelpunkt einer hochmittelalterlichen Villikation, allerdings mit Anpassungen, zu beobachten.13 Ein Fronhof konnte also unter den Bezeichnungen Vorwerk und Bauhof weiterleben oder doch wenigstens Spuren hinterlassen. Ein Eintrag im Würzburger Lehenbuch spricht von drei Huben "pertinentes ad curiam dictam Vorwerk sub castro Hartenstein" (2,Nr.780). Hier könnte man an einen alten Fronhof denken, der - wie dictam andeutet - in eine neue Rolle hinein gewachsen war.

Wenden wir uns der spätmittelalterlichen Bezeichnung Fronhof zu. In einigen Fällen bleibt es offen, ob der "Fronhof" noch eine Eigenwirtschaft war. Er erscheint immerhin als eine Art Dorfmittelpunkt. Er wurde gemeinsam mit dem Dorf als Lehen vergeben, so in Graefenhausen im angrenzenden Hessen (lf 21, f.49r u.ö.) oder mit einem Gericht im Dorf, so in Westheim (lf 11, f.32v u. ö.). Oder es wurde in einem Weistum festgelegt, daß beim "Fronhof" Gericht abgehalten werden sollte (krb f.85v-86v).

Eine Trennung von Dorf und "Fronhof" in Euerdorf bezeugt das Würzburger Dompropstei-Urbar. Vom Dorf bekam die Propstei 60 Malter Getreide als Zehnt, vom dortigen "Fronhof" 16 Malter (stb 77, f.114r). Dort ist zugleich evident, daß der "Fronhof" keine Eigenwirtschaft geblieben war. Auch in Uffigheim bezog das Stift Neumünster getrennt Abgaben von einem Fronhof und den wohl ursprünglich zu ihm gehörenden Huben.14 Von einem Fronhof, der mit seiner Nachbarschaft verschwunden ist, zeugt bei Mellrichstadt der Flurname Bruehl. Der "Fronhof" dort wurde 1456 und 1465 noch als Orientierungspunkt bei Lehenvergabungen genutzt (lf 21, f. 30v, 62r).

Ein alter Name für das Land des Fronhofes, "terra salica", erscheint noch 1260, als St. Simeon von Trier in Rolingen seine Villikationsbauern, die "mansualia", an einen Vogt gegen einen Pauschalzins abtrat, die "terra salica" aber zurückbehielt. Bis 1382 ist aus terra salica "Froneland" geworden. Vier "Froneland", jedes zu vier Morgen, wurden in Briedel an einen Bauern gegen Erbzins verliehen, damit er sie zu Wiesen oder Ackerland mache.15

Der Fronhof gehörte zu einer Villikation. Die Villikationen selbst wurden meist noch vor 1250 aufgelöst. Der Name officium villicationis bezieht sich z.B. in Kölner Quellen auf Abgaben-Sammelbezirke.16 In Trierer Quellen werden mehrfach komplexe grundherrschaftliche Bezirke, in denen Befestigungen lagen und zu denen Gerichtsschöffen sowie Zinspflichtige verschiedener Art gehörten, Höfe genannt.17

Der zentrale Hof wurde manchmal als Eigenhof etwa eines damit belehnten Niederadeligen weiter betrieben. Die Spuren der Vergangenheit sind z. B. in der Gastungspflicht des Hofbesitzers gegenüber dem Lehenherrn erkennbar. Am Ende des 15. Jahrhunderts verrät z. B. die Gastungspflicht, die auf dem Hof des Bischofs von Würzburg in Saal (Rhön) liegt, einen alten Fronhof.18

Eine solche Pflicht hatten die Höfe der Äbtissin von Herford schon 1290.19

Die früheren Fronhofsfunktionen des Hofes in Bettingen, den die Grafen von Wertheim bis zum Ende des 14. Jahrhunderts in Eigenregie betrieben, sind für Wilhelm Störmer daran erkennbar, daß in fünf benachbarten Dörfern nach Bettinger Maß gemessen wurde.20 An die Höfe der Deutschordens Kommende Heilbronn waren noch 1427 "Landachtäcker" angebunden, von denen an die Höfe Teilbauabgaben geleistet wurden und die auf die alten Fronhoffunktionen der Höfen hinweisen.21

Zu den Zeugnissen einer Auflösung der Villikation erst nach 1250 gehört neben der oben zitierten Urkunde von Rolingen auch eine Verleihung des Klosters Mettlach für einen Konventualen von 1321. Darin erhielt dieser, der Sohn eines "villicus", eines Hofvorstehers, der also wohl etwas davon verstand, einen Hof auf Lebenszeit. Dabei wurden von dem Hof etliche Pertinentien getrennt, ein Kirchenpatronat, die Mühle, mehrere Zinseinkünfte. Die Villikation Ringeldorf des Stiftes Essen zerfiel auch erst im 14. Jahrhundert. Die bisher auf den Fronhof bezogenen Mansen wurden verselbständigt. Von ihnen aus wurden offenbar auch die "agri principales" des ehemaligen Sallandes bebaut. Ihre Inhaber, die "villani" oder "curtiales curtis" Ringeldorf, bildeten eine "congregatio curtialium" und zugleich das werdende Dorf Gladbeck. Auf dem ehemaligen Fronhof blieb ein Essener "oberster Schulte" und "Bewahrer des Hofes", vielleicht mit einer reduzierten Landwirtschaft, sicherlich mit gerichtlichen und fiskalischen Funktionen.

Einige Villikationen scheinen noch intakt zu sein. Im Ahrtal erhielt ein Ritter 1325 vom Trierer Erzbischof einen Hof als Lehen, zu dem neun "beneficia", eine Mühle und anderes gehörten und dessen Beschreibung exzeptionell viel von einer Villikation widerspiegelt. St. Alban hatte in dem "Dinghof" Gelterkinden, zu dem 19 Schupposen gehörten, den adeligen Untervogt des Hofes als Meier einsetzen müssen, sicherlich eine für das Kloster gefährliche Kombination, die aber vorübergehend war. Am Ende des 15. Jahrhunderts saß dort wieder ein Bauer.22

Im Kolonisationsland ist im Gegensatz zum Altsiedelland mit seiner Fortdauer der Villikationsmittelpunkte auf die Fortdauer hochmittelalterlicher Lokatorenhöfe zu achten, die in einem Dorf einnahmeträchtige Gerichtsrechte und andere Sonderrechte hatten. Anfangs gab es sogar noch Neugründungen. Der Ritter Johann von Wacholz erhielt z.B. 1262 vom Kloster Dargun für die Ansiedlung von Bauern neue Hufen verliehen, von denen er für sich selbst jede dritte und eine überschüssige zurückbehalten sollte. Ein Ritter in Rottmanshagen in Mecklenburg erhielt ebenfalls 1262 bei einer vergleichbaren Gelegenheit auch etwa ein Drittel des Hufenlandes und die Hälfte der Gerichtseinnahmen, aber nicht die Mühle.23 Die Neugründungen liefen nach 1250 langsam aus. Im Spätmittelalter waren die Lokatorenhöfe erbliche herrschaftliche Eigenwirtschaften. Im Saalkreis begegnen wir wieder den Sedelhöfen, die hier alle adelige Eigenwirtschaften waren und als Spuren der militärischen Besatzung im Hochmittelalter gedeutet werden. Sie wandelten sich im 16. Jahrhundert zu "Rittergütern".24

Dem Adel vergleichbar hatten Benediktinerklöster und Ritterkommenden "Vorwerke", die z. B. im Hennebergischen Lehenbuch Erwähnung finden (B 587, 615, 643). Der Aufbau der Grangien der Zisterzienser und Prämonstratenser als Eigenhöfe, die sie mit Konversen, religiös lebenden Laien, bewirtschafteten, wurde im Hochmittelalter dadurch bedingt, daß diesen Orden ursprünglich der Besitz von "mansualia bona" verboten war.

Das Kloster Marienfeld entließ 1256 einen "lito" oder "colonus", der auf einem "mansus" saß, in die Freiheit und entschädigte ihn mit einem Stadthaus. Das Kloster wollte mit den eigenen Händen seiner Konversen den "mansus" bebauen. Die Zisterzienser von Kamp erhielten 1256 die Erlaubnis, die auf einer Hufe befindlichen Häuser, 1258 entsprechend eine ganze "villa", ein Dorf, zu zerstören und in Äcker zu verwandeln.

Die Mönche von Ebrach zerstörten vor 1262 eine "villa" Kaltenhusen "ad suum commodum".

Auch Chorin legte 1273 einen Eigenhof nach Ausweisung der ansässigen Slawen an. Ähnliches erfahren wir 1310 von den Augustinerinnen in Derneburg. Das Domkapitel von Hildesheim übergab ihnen Güter und entfernte die darauf wohnenden Hörigen. Etwas später heißt es lakonisch: "Villam Astenbecke totaliter destruxerunt". 25 Diese Methode der Ausdehnung wurde wohl nicht von allen Klöstern bevorzugt. Himmerod tauschte 1267 "mansualia bona" gegen eine Geldrente weg, weil, wie die Urkunde ausdrücklich erklärt, das Kloster solche "bona" nicht besitzen durfte. 26

Unter dem Einfluß der Zisterzienser nannten zwar die Benediktiner von St. Stephan in Würzburg ihre Eigenwirtschaft in Poppenlauer eine "Grangie". Der Sache nach aber wurde diese Eigenwirtschaft wie eine weltliche durch Gesinde und Froner bewirtschaftet. In der Eigenwirtschaft Gadheim residierte allerdings der "cellerarius" des Klosters.27

Abgrenzung und Umfang der herrschaftlichen Eigenhöfe

Für die Abgrenzung der herrschaftlichen Eigenhöfe von Bauernhöfen im weltlichen Bereich stellt sich nun die Frage, wer zum Adel gehörte. Der Aufstieg der Ministerialen in den niederen Adel im 13. und 14. Jahrhundert muß zu einer massiven Vermehrung der adeligen Eigenhöfe geführt haben. Aber es war wohl nicht einmal für Zeitgenossen eindeutig, wann ein solcher Aufstieg vollzogen war. Es gab verschiedene Kriterien, die unterschiedlich angewendet werden konnten. Der Empfang eines Lehen mag eines gewesen sein Die "Kellner" von Haßfurt befanden sich an der Schwelle zum Aufstieg in den Niederadel, als ihnen 1303 und 1318 an ihrem Amtsort das "allodium" des Bischofs von Würzburg zu Lehen gegeben wurde (1, Nr. 62, 1414).

Trierer Quellen unterscheiden 1280 zwischen " bonis feodalibus ministerialibus" und "censualibus", also zwischen Gütern von Ministerialen, die schon Lehensträger und solchen, die noch zinspflichtige waren, oder zwischen Gütern von Lehensträgern, die ministerialische Pflichten und solchen, die Zinslehen innehatten. Der Wortlaut ist nicht eindeutig. Nicht die Lehen, sondern die ministerialische Tätigkeit könnten das Kriterium für Adel gewesen sein. Nach einer Urkunde von 1301 wurde ein Ritter Lehenmann des Erzbischofs , der dafür auf die Zinse, die er von dem Hof des Ritters bekam, verzichtete. Dieser Hof stieg also von einem Zinshof zu einem Lehengut auf. Ein ständisch vergleichbarer Fritz Hetzer im Vogtland kaufte sich 1414 "ledig" und verwandelte seinen Hof in ein Lehen, für das er jährlich nur noch einen Zins von weniger als einem Gulden leistete. Man kann mit dem Bestreben der Niederadeligen rechnen, Lehensträger zu werden und damit ihren Aufstieg zu dokumentieren.28

War die Mitarbeit des Hofbesitzers ein Kriterium, um einen Adelshof von einem Bauernhof zu unterscheiden? In der Tat war ein Lehen seit alters gedacht, um einen Ritter zu versorgen und ihn von dem Ackerbau freizustellen. Aber besonders beim Kleinadel dürften die oben angesprochenen "labores" im Eigenhof auch körperlicher Art gewesen sein. Die Beteuerung über einen Lehenempfänger eines allodium am Anfang des 14. Jahrhunderts: "ipse colit" (1, Nr.941, 1042,1147) hatte sicherlich keinen Ausnahmecharakter.

Die Schultenhöfe im Münsterland z.B. wurden nicht notwendig, aber häufig an Adelige verliehen und waren auch von der Zehntpflicht befreit. Insbesondere wurden an Adelige "Schultenlehen" zu Lehenrecht verliehen.29 Die Adeligen werden wie ihre bäuerlichen Nachbarschulten ihre Höfe bewirtschaftet haben. In Südtirol gab es "Schildhöfe", Niederadelshöfe, die gegen Kriegsdienst-Verpflichtung von den anderen Lasten gefreit waren.30 In Schwaben sprach man von "Ritterbauernhöfen".31 Ulrich Schmilewski stuft von den 311 Adeligen im Schlesien des 13. Jahrhunderts, die er untersucht, ein Drittel als "klein", mit Besitz von weniger als 1,5 Dörfern ein. Diese Kleinen hätten alle nach seiner Einschätzung ihr Land selbst bebaut.32

Häufig dürfte es der Realität auch in höheren Adelskreisen entsprochen haben, wenn es von einem allodium heißt: "in quo ipse habitat" (2, Nr. 101). Wolfram Truchseß bekam 1401 einen Hof zu Werneck, "der sein Wohnsitz ist" (lf 11, f. 14v). Die Möglichkeit der Aufsicht durch Anwesenheit, sei es in, sei es neben der Eigenwirtschaft, werden viele Adelige und Geistliche wahrgenommen haben.

Nun kommen wir zu einem weiteren Kriterium. Adelige und kirchliche Eigenhöfe waren teilweise abgabenfrei.

Nach dem brandenburgischen Bedevertrag von 1283 sollte ein Ritter sechs Hufen steuerfrei besitzen. Da wir wissen, daß dort die ritterlichen Eigenhöfe häufig viel größer waren, wird angenommen, daß der Ritter von übrigen Hufen Steuern leisten mußte.33 Der "Edling" Gregor Schatter setzte den Herzog von Kärnten auf den Herzogsstuhl. Dafür wurden ihm 1414 zwei Huben "gefreit".34 Damit war wohl eine Befreiung von landesherrlichen Abgaben gemeint.

In den Streitigkeiten der Kirchen mit ihren Vögten ging es auch darum, den Vogt davon abzuhalten, die kirchliche Eigenwirtschaft zu Abgaben wie das andere Kirchengut heranzuziehen.35. Neben der Freiheit von Vogteiabgaben beanspruchten Zisterzienser auch Zehntfreiheit für Grangien. Bei einer Verpachtung der Grangien des Klosters Ebrach, strebte man danach, daß die alte Zehntfreiheit bestehen blieb, die bäuerliche Pächter an sich nicht erwarten konnten.36

Das Kloster Herrenalb versuchte bei der Auflösung einer der Grangien, die nachfolgenden Pächter von Gehorsams- und Gerichtspflichten gegenüber Vögten so frei zu halten, wie die Grangie vorher gewesen war37

Das Vorwerk derer von Maßbach wurde von dem Vorrecht der Grafen von Henneberg, im Ort Maßbach Bannwein auszuschenken, ausgenommen (B 496), konnte also seinen Wein ausschenken, ohne zu warten, bis Henneberg seinen Wein ausgeschenkt hatte, oder ohne die entsprechenden Ablösungen zu zahlen.

Dennoch fällt auf, daß viele niederadelige und sogar kirchliche Eigenwirtschaften mit Abgaben belastet waren. Von der Gastungspflicht sprach ich oben. Bischöfliche Bauhöfe waren nicht zehntfrei (stb 77, f. 107r-108r). Auch der weltliche Adel war der Zehntforderung unterworfen.

Konrad von Ammenhausen lehrte in dem Schachzabelbuch von 1337, daß nicht nur die Bauern, sondern auch die Ritter ihren Zehnten, insbesondere von Geldeinnahmen zu entrichten hätten.38 1266 wurde in Holstein adeligen Höfen sogar der doppelte Zehnt gegenüber bäuerlichen Höfen aufgebürdet, da sie doppelt so groß waren.39

Wesentlich ist, daß es herrschaftliche Eigenwirtschaften gab, die einen Grundzins oder eine Gülte wie Bauern zahlten. Die Höfe in Niklashausen, die Niederadelige vom Grafen von Wertheim zu Lehen hatten, mußten, auch schon bevor sie im 15. Jahrhundert an Bauern unterverliehen wurden, Getreidegülte, sogar Fastnachtshühner an den Grafen geben. Auf einem Hof des Würzburger Klosters St. Stephan in Vilchband saßen seit den 1380er Jahren zwei Edelknechte und leisteten einen Zins von 30 Maltern Getreide an das Kloster. Im 15. Jahrhundert hatte ein Junker 5/6 des Hofes inne, ein Bauer 1/6 mit derselben Rechtsform. Sogar an ein anderes Kloster verlieh St. Stephan einen Hof gegen jährliche Abgaben.40

Das Kloster Steinfeld erwarb 1306 einen "Allodialhof" vom Kölner Dompropst gegen 90 Malter Getreide jährlichen Zins.41 Im Rheinland wurden auch adelige Eigenhöfe von Witwen als Sicherung ihrer Versorgung an Klöster ausgeliehen. So kamen 1296 und 1297 je ein Hof an das Kloster Marienborn im Halbbau auf 21 Jahre bzw. erblich.42

Häufiger waren es Ritter, die für Höfe an Klöster Abgaben zu leisten hatten. 1349 verkaufte der Ritter Conrad von Seinsheim an das Kloster Himmelpforten ein "Vorwerk" im Dorf Opferbaum, das ein anderer Niederadeliger gegen 32 Malter Korn jährlich bebaute. Der Bebauer konnte das Vorwerk unter dem neuen Herrn zu den gleichen Bedingungen behalten, zu denen auch gehörte, daß er zusammen mit den Bauern des Dorfes gemeinsame Lasten trug.43

Es gab Ritter im Moselland, die Zinshöfe von Klöstern und Stiften innehatten. Darin lagen für die Kirchen auch Gefahren. Das Stift Münstermaifeld gab einem Kaplan einen Hof im Halbbau und erlegte ihm auf, den Hof nicht an einen Adeligen gelangen zu lassen, sicherlich weil die Adeligen schlechte Zahler waren.44

Zeugnisse der Eingliederung des ackerbautreibenden Adels in die Abgabenlast der Dorfgemeinde gibt es in Franken. In den Weistümern erscheint der Grundsatz, wer in das Dorf zöge, edel oder unedel, müsse an den gemeinsamen Lasten, wie Bede, mit tragen (krb f. 68r). Der Adel widersetzte sich wohl nach Möglichkeit (WSB 1 f.55v). Das Haus der Motzel in Dettelbach "leidet nicht mit dem Dorf", war 1406 Lehen des Bischofs und zahlte jährlich einen Gulden in dessen Kammer (lf 11, f. 49r). Die Gemeinde wurde aber überwiegend von der Dorfherrschaft unterstützt (krb f. 64r). Der Gemeindehirte von Birkenfeld war nach einem Weistum für alle zuständig, edel oder unedel. In Steinfeld trugen edel und unedel zur Bede bei, die der Gemeinde auferlegt wurde. Nur ein Klosterhof blieb ausgenommen.45 Die herrschaftlichen Höfe werden also unterschiedlich behandelt.

Ob die Höfe der selbst mitarbeitenden, Gült pflichtigen Niederadeligen zu den herrschaftlichen Eigenwirtschaften gehörten, blieb im Bewußtsein der Zeit oft in der Schwebe und klärte sich erst in dem Maße, wie der Niederadel sich von den Bauern formell deutlich abgrenzte. Dasselbe gilt von den Höfen anfänglich nicht adeliger Lokatoren der Ostkolonisation Von vornherein sind - wenn auch Gült pflichtig - Höfe Geistlicher, kirchlicher Institutionen und Bürger als Eigenhöfe einzustufen, sofern sie nicht an Bauern ausgeliehen wurden. Weder als herrschaftliche Eigenwirtschaft noch als Bauernhof sind die dörflichen Pfarrhöfe, oft Widamhöfe genannt, einzuordnen. Allerdings wurde ein solcher Pfarrhof dann zur herrschaftlichen Eigenwirtschaft, wenn er als Pertinenz des Patronats einer Kirche einem Niederadeligen zu Lehen gegeben war. So besaßen die von Abersfeld 1303 das Patronat der Kirche von Hofheim mit dem dazugehörigen allodium (1, Nr.292). Andere Widamhöfe wurden von Inhabern des Patronats an Bauern ausgeliehen.46

Kommen wir nunmehr zum Umfang der Eigenhöfe. Es gab Abstufungen unter den Eigenhöfen.

Zu den absolut größten gehörten die der Prämonstratenser. Ilbenstadt hatte mehrere Höfe, davon einen mit etwa 580 ha Ackerland. Im ganzen kam das Kloster auf etwa 1300 ha Ackerland. Die Prämonstratenser von Breslau behielten bei der Neugründung eines Dorfes einen Eigenhof von 10 Hufen mit Mühle, Wasser und Wald zurück. Wegen der sonst in der Gegend genannten fränkischen Hufe wird man wohl von 240 ha ausgehen können.47

Die Kurien der Zisterzienser von Ebrach hatten, wenn man hier den unterfränkischen Morgen voraussetzen darf, einen Umfang von 38-380 ha Ackerland, zuzüglich Wiesen und Weingärten, bei der größten noch einmal 90 ha Wiesen und 120 ha "de nemore et rubeto". Der Deutsche Orden hatte einen Eigenhof bei Schweinfurt mit 432 Äckern oder Morgen, deren Größe mit 90 mal 14 Ruten angegeben wird. Hier gingen also zwei Morgen auf einen Hektar. Zu den 216 ha in drei Feldern kamen noch Weingärten hinzu. St. Stephan in Würzburg legte in Oberdürrbach drei Höfe zusammen und hatte dann eine Eigenwirtschaft von über 100 ha.48

Durch Teilverpachtungen der Äcker schrumpften auch diese großen Eigenwirtschaften.

Das Zisterzienser Kloster Bebenhausen hatte 1356 von 8900 Juchart 5400 verpachtet. In demselben Jahr erhielten die Zisterzienser von Eberbach Zugewinn. Eine adelige Witwe schenkte zu Brey 1356 an Eberbach einen Hof mit 115 1/2 Morgen Acker, also etwa 40 ha, mit einigen Weingärten und Wiesen. Damit erfahren wir zugleich von den Hofgrößen des kleineren Adels Ein Trierer Ritter hatte ein Eigengut von wenigstens vier "marchata", die marchata zu 10 Morgen Acker und zwei Morgen Wiese gerechnet, im ganzen also wohl 12 ha.49

Wie groß waren die Eigenhöfe von Territorialfürsten?

Katzenelnbogen hatte 1401 in der Obergrafschaft acht Eigenhöfe. Die größeren umfaßten 60 ha, die kleineren 50 ha Ackerland, was im ganzen auf etwa 400-500 ha zuzüglich Wiesen hinauslief.50 Kleine Territorialherrn, wie die Markgrafen von Hachberg, bewirtschafteten etwa 300 ha, die Markgrafen von Baden etwas mehr, die Grafen von Württemberg etwa 460 ha.51

Der Bischof von Würzburg hatte mit der Verpfändung der Ämter auch seine Eigenhöfe verloren. Das Salbuch 1 spiegelt die erste große Phase der Rückgewinnung wider, wurde 1470-1474 angelegt, enthält 18 Ämter und - einige Unsicherheiten einbezogen - etwa 20 Eigenhöfe. Darunter gab es große vom Typ Prosselsheim mit 176 ha, und kleine, der kleinste mit 15 ha.52 Noch kleiner war der Bauhof des Bischofs bei der Burg Kissingen, den der Bischof 1456 zusammen mit der halben Burg als Lehen vergab und zu dem 27,5 Äcker, also knapp sechs Hektar, gehörten (lf 21, f. 33r und öfter).

Gleichzeitig müssen wir nach Unterschieden zwischen Ost- und Westdeutschland fragen Von den großen kirchlichen Grundherrschaften auch im Osten war die Rede. Wie sah es beim landständischen Adel aus ?

Zwei Vorwerke, die in der adeligen Selbsteinschätzung aus der Gegend von Senftenberg genannt werden, hatten vier Hufen "bosen Acker", bzw. vier Hufen "gebirgig und sandig". Bei dem ersten sind noch 24 Rinder und 500 Schafe. Bei flämischen Hufen kamen in beiden Fällen 60 ha zusammen.53 Ein adeliges allodium zu Straßberg bei Plauen, das 1298 an ein Kloster überging, umfaßte 72 Äcker, also nach sächsischem Maß immerhin 36 ha, und einige Zubehörungen.54

1375 hatten in der Altmark 22 ritterliche Eigenhöfe 5-20 ha, 46 Eigenhöfe 20-40 ha und nur 6 Eigenhöfe über 40 ha. In Mecklenburg wurde 1311 einem Ritter erlaubt, eine neue Eigenwirtschaft von allerdings höchstens vier Hufen, nach dem Maß der benachbarten Altmark also etwa 30 ha, einzurichten. Auch von den holsteinischen Adelshöfen werden kleinere Zahlen bezeugt. Das Hoffeld von Niendorf hatte 20 ha.55

Zur Größenbestimmung der Eigenwirtschaften sind auch Kauf- und Pfandsummen geeignet. Der Bauhof in Dettelbach besaß 1497 einen Kaufwert von 150 rh fl, was 150 lb h im 14. Jahrhundert entspricht. Er lieferte jährlich 24 Malter Getreide oder 16 rh fl (lf 31 f. 5r). Der Malter war also 0,66 fl wert. Hier kennen wir explizit die Rendite, die sogar noch über 10% liegt, was in jener Zeit ganz ungewöhnlich war und auf besondere Bedingungen hinweist. Sonst nehme ich bei der Schätzung der Rendite 10% im 14. und 5% im 15. Jahrhundert an, die dem allgemeinen Trend entsprachen.

Wenig problematisch ist die Gleichsetzung von einem Pfund Heller im 14. Jahrhundert mit einem Gulden im 15. Jahrhundert, sowie von einer lötigen Mark Silber mit sechs Gulden bis 1416.56

Kauf- und Pfandsummen variierten in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts im würzburgisch-hennebergischen Raum zwischen 200 und 1000 lb h (2, Nr. 1476; B 166, 446, 448, 592). Einige Angaben liegen darüber, einige darunter. Ein Leibgeding, das für eine Leibrentenzahlung zu Grunde gelegte Kapital, auf dem Vorwerk Farnbach betrug nur 100 lb h (B 361). In der Mitte des 14. Jahrhunderts kostete der Bauhof Zeuzleben 1250 lb h.57

Die Zahlen aus dem übrigen Deutschland liegen in derselben Größenordnung. Das Kloster Neuwerk bei Goslar kaufte 1305 von einem Ritter ein Vorwerk mit fünf Hufen, sechs Worden, Hofreit, und 20 Achteworden, Allmendanteilen, für 93,5 lötige Mark Silber, was etwa 600 fl entsprach. Drei Jahre vorher erwarb es in einem anderen Dorf von einem anderen Ritter den Hof, "darin der Turm gelegen ist", also ein Herrenhaus, mit sechs Hufen, acht Worden und der Vogtei über das ganze Dorf für 100 lötige Mark Silber. Aus einer landesherrlichen Tarifierung läßt sich entnehmen, daß im 15. Jahrhundert ein mittleres Adelsvorwerk im Raum Dresden nur 15 fl jährlich abwarf. Das Vorwerk Harth im Amt Grimma wurde vor 1477 für 400 fl gekauft.58

 

Einnahmen von Eigenhöfen nach Kauf- und Pfandsummen (umgerechnet in fl)

 

Vor 1400

15. Jahrhundert

Um 1500

Dettelbach     16
verschiedene fränkisch-thüringische Eigenhöfe 20-100    
Farnbach 10    
Zeuzleben 125    
Eigenhöfe von Neuwerk 60    
Dresdener Raum   15  
Harth   20  

 

Eine eigentliche Korrelation zwischen den beiden Skalen, Umfang des Ackerlandes und Kauf-und Pfandsummen, ist nicht festellbar. Sicher ist der Umfang des Ackerbodens überall in den Kauf-und Pfandsummen enthalten. Aber gleichzeitig werden diese Summen von außerökonomischen Faktoren bestimmt. Man erwarb z.B. einen Hof, weil man sich territorialpolitisch vergrößern wollte und zahlte deswegen einen ökonomisch überhöhten Preis. Darauf wird an anderer Stelle weiter eingegangen werden. Dasselbe gilt von der Produktivität des Bodens, die nach geographischer Lage, Nutzungsart, bzw. Anbauweise unterschiedlich war, alos auch innerökonomisch eine Korrelation der Kauf- und Pfandsummen mit dem Umfang des Ackerbodens unmöglich machte.

Im ganzen ergeben sich große Unterschiede zwischen den Eigenhöfen auf beiden Skalen: sowohl beim Umfang des Ackerbodens als auch bei den Kauf- und Pfandsummen. Die geistlichen Eigenwirtschaften erreichten größere Zahlen als die weltlichen. Zwischen Ost und West sind aber kaum Unterschiede festzustellen. Vor allem wenn man die Kauf- und Pfandsummen mit einbezieht, lag überall das Schwergewicht auf den mittleren und kleinen Eigenhöfen.

Die Veränderungen der herrschaftlichen Eigenwirtschaft

Die typisch spätmittelalterlichen Eigenhöfe sind z.T. aus einer Umwandlung der früheren Villikationsmittelpunkte hervorgegangen. Auf die große Vermehrung der Eigenwirtschaften durch die Entstehung des niederen Adels und durch die Lokatorenhöfe folgte ein rascher Abbau. Dabei spielte der Betriebsleiter eine Rolle. Es war wohl die Regel, die Wirtschaft einem Oberknecht, einem "achtmann" (B 252; C 285), einem Hofmann oder einem Mann ohne Titel (lf 29, f.215v) zu überlassen. Dieser hatte wohl zuerst Überschüsse abzuliefern. Aber wenn ihm der Herr nicht im Nacken saß, bestand die Möglichkeit oder Gefahr, daß er rasch zu einem Leihenehmer wurde. Die wechselnden Ertragsüberschüsse wandelten sich in feste Prozentsätze oder gar in ein Fixum. Ein Bauhof in Altenschönbach wurde nach der jährlich erwarteten Getreidemenge von 25 Maltern gewertet (lf 30, f. 175v). 1446 wurde in Hartheim ein Bauhof von einer Adelsfamilie der Witwenversorgung so zugedacht, wie sie ihn ihrem "Hofmann" geliehen hatte (ldf 11, S. 216). Bischöfliche Eigenhöfe in den Händen von einzelnen Geistlichen, wie dem Dekan von Neumünster, wurden sicherlich nicht durch diesen selbst, sondern durch einen "Hofmann" bewirtschaftet, der bei der Belehnung des Dekans sogar mit Namen genannt wird (2, Nr. 1066). Auf eine zurückliegende Umwandlung eines Eigenhofs in einen Pachthof läßt es schließen, wenn auf Höfen von Neumünster in Bergtheim, Eßfeld und Westheim noch die Namen "allodium" und "Bauhof" lagen, als sie längst gegen feste Zinsen ausgegeben waren. Lediglich der "Fronhof" in Markolsheim kann als stiftische Eigenwirtschaft angesehen werden.59

Auch die Teilung der Allodien läßt den Verdacht auf eine solche Umwandlung entstehen. In Berkach bei Meiningen finden wir schon 1303 ein "allodium" in acht geteilt (1, Nr.193). Das war ein Extrem und wurde später wieder zurückgenommen. 1371 war das "allodium" noch zweigeteilt (2, Nr.2217). Zwei bis vier Teile eines "allodium" werden oft genannt. Einen adeligen Hof hatten 1457 Oberdürrbach drei Männer inne, die jeder jährlich ein Drittel von 12 Maltern Korn und sechs Maltern Hafer zu liefern hatten. Von dem Erlös sollte eine Nonne in St. Marx jedes Mal 4 fl bekommen (ldf 11, S. 407-410).

Eine Eigenwirtschaft konnte man stückweise und teilweise in Zinsbetriebe umwandeln, wenn man Äcker und Wiesen aus einem Vorwerk ausklammerte und gesondert verlieh, wie es in Unsleben 1322 geschah (B 604). 1410 erhielt der Lehensträger des Vorwerks Arnstein die Erlaubnis, etliche Äcker und Wiesen zu verkaufen, etliche Äcker gegen Zins zu verleihen (lf 11, f. 92v).

Weiterhin läßt die Verschuldung von allodia nach dem Abbau der Eigenwirtschaft fragen. Wenn die Belastung umfangreich war und der Hof nicht von dem Herrn selbst, sondern von einem Hofmann bewohnt und bebaut wurde, verwandelte er sich praktisch in einen Zinshof für den Gläubiger. Auch diese Entwicklung ist im Hochstift Würzburg schon von 1303 ab zu beobachten. In Zeuzleben lag auf dem allodium eine Rentenverpflichtung von 20 Maltern Getreide, in Binsfeld von 10 Maltern (1, Nr. 91, 108).

Der Verkauf von allodia wurde üblich.Der frühere Eigenhof wurde zu einer Geldanlage. Der Bauhof des Bischofs von Würzburg in dem entfernten Stolzenroth wanderte von Hand zu Hand (lf 21, f. 74r u. ö.). Der Domherr Dietrich von Maßbach sammelte gewissermaßen Vorwerke von verschiedenen Lehenherrn bei sich, so in Thundorf und Königshofen (B 78). In der Nähe von Städten kauften Bürger solche Eigenwirtschaften auf.

Auch außerhalb von Franken, etwa in der Grundherrschaft des Braunschweiger St. Blasius Stiftes, läßt sich beobachten, daß an den verpachteten Höfen des 14. Jahrhunderts noch der Name allodium haftete. Diese Höfe waren der früher ihnen zugeordneten Frondienste entkleidet worden. Die fronpflichtigen Mansen zahlten ersatzweise einen Geldzins an den Grundherrn direkt. Solche Entkleidungen kamen schon vor, während allodia noch als herrschaftliche Eigenbetriebe geführt wurden. So verkaufte der Herzog von Braunschweig 1271 zwei Mansen an das Stift, die bisher seiner Eigenwirtschaft zum Dienst verpflichtet waren. 1319 z.B. übertrug ein Ritter im Moselland fünf "besessene Lehensleute", die auf seinem allodium saßen, getrennt von diesem an das Erzstift Trier.60

Die Grafen von Katzenelnbogen scheinen ihre Eigenhöfe erst im 14. Jahrhundert aufgebaut zu haben. 1321 ließen sich z.B. die Grafen von Ludwig dem Bayern ein Privileg geben, in der Braushard zu roden und ein Feld anzulegen. Daraus wurde ein Eigenhof. Diese Eigenhöfe wuchsen, wie an den Rechnungen an der verbrauchten Saatmengen abzulesen ist. In der Mitte des 15. Jahrhunderts wurde dann, hier früher dort später, die Eigenwirtschaft eingestellt. Nur der Weinanbau und Teile der Viehwirtschaft wurden in Eigenregie fortgesetzt. Der Getreideanbau wurde meist zu Halbpacht vergeben. In der Übergangszeit kam es vor, daß man das Winterkorn noch im Eigenbau gewann und den Haferbau in Halbpacht vergab, so in Hahn 1438. Höfe, die nicht verpachtbar waren, bestellte der regionale herrschaftliche Wirtschaftsverwalter, der Kellner, selbst, der dann versuchte, die Ernte zu verpachten.61

Gab es regionale Unterschiede?

Im nord- und ostdeutschen Kolonisationsgebiet herrschte lange Zeit eine große Mobilität. König Johann von Böhmen gab 1345 der Breslauer Kirche ein Privileg, das erlaubte, "allodia in villas locare.. e converso villas in allodia redigere", Eigenhöfe in Bauerndörfer zu verwandeln und umgekehrt.62 Das brandenburgische Landbuch von 1375 gab Anlaß zu verschiedenen Trendberechnungen. Während sich in der Uckermark der Bestand von 639 Hufen ritterlicher Eigenwirtschaften bis zum Ende des Mittelalters kaum veränderte, vergrößerte er sich in der Mittelmark bis 1480 immerhin von 938 auf 1265. Den großen Sprung nach oben machte die Eigenwirtschaft in beiden Landschaften in den Jahrzehnten danach, in denen sie sich gegenüber 1375 verdreifachte. 63

Aber auch das umgekehrte geschah. In der Uckermark wurden aus den slawischen Dörfern Suckow und Czabele die Slawen vertrieben, um daraus große ritterliche Eigenwirtschaften zu machen. Der Boden der letzeren wurde aber schon 1289 an ein benachbartes deutsches Bauerndorf abgegeben. Der Dompropst von Merseburg löste um 1330 das Herrenland im Dorfe Kaja auf, indem er es zu 14 Teilen unter die Bauern aufteilte und von jedem Teil drei Malter Hafer als Zins forderte. Ein im schlesischen Grenzwald durch Rodung gegründetes adeliges Vorwerk wurde 1446 an die Benediktinerinnen von Liebenthal verkauft und von diesen in ein Bauerndorf umgewandelt. In dem Landbuch von Ruppin werden 1491 in dem Dorf Wustrau 48 Hufen bezeugt, von denen 20 bäuerliche waren und 28 zu einer ritterlichen Eigenwirtschaft gehörten 1525 haben sich die Hufen im ganzen um vier vermehrt, aber die ritterlichen um acht vermindert. Die 20 ritterlichen Hufen verteilen sich jetzt auf drei Eigenhöfe.64

Der Rückgang der Zahl der Eigenhöfe war, pauschal gesehen, im südlichen und westlichen Deutschland trotzdem ausgeprägter als im nördlichen und östlichen. Nach einem Gültbuch der Grafen von Wertheim des beginnenden 15. Jahrhunderts wurden damals von 11 ehemaligen Fronhöfen noch zwei in Eigenregie betrieben.65

Michelsberg hatte im Hochmittelalter 23 Fronhöfe in Eigenregie. Davon schieden sechs aus dem Besitz des Klosters aus. Die übrigen 17 wurden im 14. Jahrhundert überwiegend zunächst im Halbbau, dann gegen ein Fixum verliehen. Später hatte das Kloster nur noch Eigenwirtschaften als vorübergehende Notlösungen.66

Für das kleine Herzogtum Sachsen-Lauenburg werden dagegen am Ende des Mittelalters mehr als 100 adelige Eigenhöfe gezählt. Das Amt Eutin hatte bei 48 Dörfern 29 Eigenhöfe. Der dem Kloster Ahrensbök gehörende Hof Schönkamp besaß 1418 sieben der 18 Hufen des Dorfes Curau und sechs Hufen in Nachbardörfern. Im mittleren Saale Gebiet wirkte sich ein Unterschied zwischen Altsiedelland und Kolonisationsgebiet quantitativ aus. Westlich der Saale gab es alle 14 km2 eine Adelsfamilie, die sich nach ihrem Sitz in einem Dorf benannte, östlich alle 9 km2.67

Erstaunlich ist das Wachstum der Eigenwirtschaften der erst im Spätmittelalter in Ostfriesland eingerichteten Komtureien. Bis zur Säkularisierung im 16 Jahrhundert hören wir von Landkäufen und dem Aufbau neuer Vorwerke. Bei zwei der Komtureien - Abbingwehr und Muhde - sind allerdings um 1500 auch gegenläufige Tendenzen bemerkbar. Es kam zur Verpachtung einzelner Vorwerke.68

Interessant ist die Frage nach den Motiven für den Rückgang und nach den Typen der Eigenhöfe, die mehr oder weniger von dem Rückgang betroffen waren. Herren gaben Eigenwirtschaften auf, die mehr kosteten als einbrachten.

Der Bischof von Meißen löste vor 1512 ein Vorwerk auf, weil es jährlich 30 Schock Groschen oder 90 fl mehr kostete, als es einbrachte.69 In Holstein hat man eine Verringerung der Zahl der Eigenhöfe bei einer gleichzeitigen Vergrößerung einzelner beobachtet.70 Damit dürfte eine Steigerung der Rentabilität verbunden gewesen sein.

Andere größere Herren gaben einen Teil ihrer Eigenhöfe an kleinere Herren weiter, die dann davon jeweils sich versorgten, wie es bei den Grafen von Wertheim zu beobachten ist.71 Dabei ist zugleich zu beachten, daß diese kleineren Herren nach einiger Zeit in die Stadt Wertheim zogen, sich dort vom Markt versorgten, die Eigenhöfe an Bauern unterverpachteten oder an den Grafen zurückgaben. Das Wohnen auf Burgen, insbesondere kleinen Burgen, wurde unattraktiver.

Für den Raum der Schweiz hat man beobachtet, daß 75 % der Burgen von 1300 bis 1500 preisgegeben worden sind. Damit wurden auch alle landwirtschaftlichen Betriebe auf diesen Burgen hinfällig.72

Für die Grangien der Zisterzienser wurde es ausschlaggebend, daß die Zahl der Konversen zurückging. Dieser Rückgang ist wohl überwiegend in der Geschichte der Frömmigkeit begründet. Das religiöse und das wirtschaftliche Motiv konnten sich aber addieren. Die Generalkapitel der Zisterzienser trugen dem Rechnung, indem sie 1208 die Verpachtung mit Halbbau erlaubten.73

In Bildhausen bricht die Serie der Konversenmeister 1339 ab. Dieses Kloster erhielt 1347 die Erlaubnis, den "eygen Closterhof" in Großwenkheim in Bauernstellen umzuwandeln. Heilsbronn bat 1309 den Bischof von Würzburg, die Kapellen in Neuhof und Kettelsdorf in zwei andere Kirchen zu inkorporieren, da, wie die Urkunde ausdrücklich begründet, die Klostergrangien in den beiden Orten aufgelöst und in Bauerndörfer umgewandelt seien. Heilsbronn behielt in Ketteldorf allerdings einen Schafhof mit etwa 900 Schafen.74 Langheim tauschte 1411 einen "Eigenhof" gegen Zehnteinnahmen weg (lf 11 f. 64r+v).

Bebenhausen hatte im 13. Jahrhundert 130, 1494 nur noch vier Konversen und gab 1500 die letzte Grangie auf.75 Die Zisterzienserinnen von Olsberg übergaben 1384 eine Grangie an vier Bauern, die die Verpflichtung hatten, innerhalb des Etters Häuser zu bauen.76

Die Umwandlung der Zisterzienser Grangien erfolgte in langen Etappen.

1312 hatte das mecklenburgische Doberan noch sechs Grangien neben 132 Bauernstellen. Östlich der Elbe bauten die Zisterzienser noch im 14. Jahrhundert Eigenwirtschaften auf und stießen andere wieder ab. 1313/1319 erwarb Himmelpforten den Ort Krumbeck und erhielt vom Bischof von Brandenburg die Erlaubnis, die Ansässigen auszuweisen, um dort eine Eigenwirtschaft zu errichten. Demselben Kloster sowie Chorin wurde 1342 und 1355 vom Bischof generell gestattet, Eigenhöfe zu verpachten oder Dörfer aus ihnen zu machen.77

Kaisheim hatte Probleme bei der Umwandlung der Grangie Lauterbrunn. Da in der Gegend westlich von Augsburg noch viel gerodet wurde, glaubte man an ihrer Stelle 1254 eine 24 köpfige Kolonistengruppe unter einem Reutmeister ansiedeln zu können. Aber das Unternehmen mißlang. Schließlich wurde die Grangie in wenige große Höfe aufgeteilt, die von einem Kranz von Selden umgeben waren.78

Klöster und Stifte, die nach dem Vorbild der Zisterzienser mit Konversen arbeiteten, stießen auf ähnliche Schwierigkeiten wie diese.

Das Kloster Escherde bei Hildesheim verpachtete 1324 einen Hof, den es bisher mit Schaden durch Konversen bewirtschaftet hatte.79

Es zeigt sich auch, daß Eigenhöfe für die Wüstungsbewegung anfällig waren. Wüst gefallene Eigenhöfe finden wir z.B. bei Würzburg und im Henneberger Lehenbuch (B 141).80

Im Ahrensböker Zinsregister von 1500 wurde vermerkt, daß die Hofstatt einer ehemaligen adeligen Eigenwirtschaft unter "dem Holz" lag.81

Andererseits bildeten die adeligen Eigenwirtschaften gewissermaßen die Rückzugslinie, die gegen die Wüstungsbewegung standhielt.

Als um 1247 eine "villa" in der Grafschaft Bogen von den "coloni" verlassen wurden, seien nur die Äcker nahe der "villa" von "milites" und "potentiores" bebaut worden, die entlegeneren seien von Dornbüschen und Hecken überwuchert worden, berichtet ein Klosterschreiber von Niederaltaich. 82Das Wüstfallen von verpachtetem Land konnte das Kloster Salem veranlassen, den Eigenbetrieb wieder aufzunehmen.83

In der Uckermark entstand im 14. Jahrhundert ein neues Vorwerk auf dem Boden von zwei wüsten Dörfern. In einem anderen Dorf namens Ihlow mit 74 Hufen gab es 1450 noch die Hufen des Pfarrers und eines Gotteshauses. "Die anderen trieben die Herren und sind wüst"; d.h. die Herren bebauten, soviel sie vermochten

In einer adeligen Steuererklärung aus Sachsen von 1474 wird ein Vorwerk genannt, "das ist gebirgig und sandig, dort sind wüste Hufen zugetan, daß ich nicht weiß, wieviel sie sind". Das Vorwerk erscheint wie ein Sammelbecken von wüsten Hufen in der Gegend.84

Aus dem Wüstungsprozeß, der das Dorf Sambach erfaßte, konnte der adelige Eigenhof heraus gehalten werden, so daß Sambachhof übrig blieb.85 Ähnliches gelang St. Stephan mit dem Klosterhof in Gadheim.86 Unbebaute Äcker um die Burg Lisberg herum, die 1346 bezeugt sind (2, Nr. 375), wurden wohl von dem am Ende des 15. Jahrhunderts bei der Burg erwähnten Bauhof

(lf 29, f. 67r u. ö. ) wieder bewirtschaftet.

Welche Eigenhöfe waren resistent oder konnten neu aufgebaut werden?

Zunächst ist an solche zu denken, die vom Markt unabhängig waren, weil sie für die naturale Versorgung der Herrschaft arbeiteten.

Das beste Beispiel dafür sind die Katzenelnboger Höfe im Darmstadter Raum. Sie blieben zwischen den beiden Rechnungen von 1375 und 1401 in einem guten Zustand. Der Hof Biebesheim wurde durch Landkäufe vergrößert. Die Erträge wurden nur zu einem sehr kleinen Teil auf den Markt gebracht. Sie dienten im wesentlichen der Versorgung der Katzenelnboger Residenzen und Burgen. Frondienste spielten eine geringe Rolle. Die Lohnarbeiter wurden aber z.T. mit Getreide bezahlt, was zu hohen Naturalbetriebskosten beitrug. Man konnte trotzdem die Löhne niedriger als in Frankfurt halten. Die Hofmänner, die Betriebsleiter, wurden mit Geld entlohnt. Das Bargeld stellte ein Problem dar. Vor der Ernte mußten 30 fl bei den Juden in Oppenheim aufgenommen werden. Bei vier der acht Höfe kennen wir die Relation von Fläche und Ertrag. Sie liegt bei 770 l pro Hektar und hängt mit dem günstigen Saat - Ernte Verhältnis von 1 zu 6-7 zusammen.87

Das Kloster Bronnbach verpachte bis 1341 alle Eigenhöfe mit Ausnahme dessen beim Kloster selbst und eines zweiten. Bildhausen stieß alle Grangien ab mit Ausnahme des benachbarten Rindhofes, der für die Klosterversorgung bleiben sollte.88

Das lange Festhalten des Kölner Erzbischofs an seinen Eigenhöfen wird mit dem hohen Viehbedarf der herrschaftlichen Tafel begründet Das Kloster Tennenbach löste 1319 die Grangie Roggenbach mit dem Vorbehalt der Weiderechte für das eigene Vieh auf.89

Wie schon das Beispiel Wertheim zeigt, war der Bedarf an Eigenwirtschaft für die Selbstversorgung befristet. Die Bedarfsverschiebung führte nicht immer sogleich zur Zerstückelung eines Hofes und zu seiner Verpachtung an Bauern.

Einige Herren behielten ihn aus territorialpolitischen Gründen in der Hand und übernahmen sogar Höfe, die kleinere Herren oder Klöster abstießen,

so etwa der Markgraf von Baden und der Bischof von Lübeck.90

Klöster und Stifte übernahmen Höfe als fromme Stiftung.

So fiel den Nonnen von Cronschwitz ein Hof in Straßberg schon 1298 zu.

Aber sie stießen sie, wenn nicht Gründe dagegen sprachen, bald wieder ab,

so Ahrensbök, das einen Hof 1368-1398 betrieb oder das Lübecker Domkapitel, das den Hof Wedol 1466 übernahm, aber rasch an Bauern weitergab.91

Ein Adeliger verkaufte 1331 eine Getreiderente an das Kloster Schönau u.a. von einem Hof, den er bewohnte und der bei seinem Tod an das Kloster fallen sollte.92 Erben waren offenbar nicht vorhanden. Der Adelige brauchte wohl Geld. So nahm das Kloster die günstige Gelegenheit wahr, den Hof zu übernehmen.

Ein eigenes Motiv klösterlicher Grundherrn, Eigenhöfe zu betreiben und sogar zu erweitern, war der Kampf gegen die Vögte.

Dieses trat 1286 bei Freckenhorst zu tage. Da sich die Einnahmen des Klosters wegen der Forderungen der Vögte ständig verminderten, zog das Kloster die Güter eines verstorbenen Ritters ein und schlug sie zu der - vogtfreien - Eigenwirtschaft. St. Alban in Basel litt unter der Leistungsverweigerung seiner Bauern und behielt sich die Option offen, Meierhöfe kurzfristig in die Eigenwirtschaft zurückzunehmen, realisierte sie aber nicht.93

Die Kostenlage der Eigenbetriebe, die für den Markt produzierten, wurde durch Löhne und Preise bedingt.

Die Chronik des Klosters Steterburg klagt zu 1284 über die hohen Lohnkosten in der agricultura. Der Graf von Schladen übernahm 1353 vom Bischof von Hildesheim einen Eigenhof und ließ sich in dem Vertrag zusichern, daß fünf namentlich genannte Männer für diesen mit Wagen und Pferden dienen sollten. In Kölner Quellen der Mitte des 15. Jahrhunderts finden wir eine ausdrückliche Begründung der Aufgabe von Eigenhöfen wegen hoher Personalkosten. Besser sei Halbbau, am besten die Verpachtung im ganzen.94

Die Arbeitslohnkosten konnten durch den Einsatz von Fronern vermieden oder verringert werden. Die Froner gab es, nachdem die alte Villikationsverfassung aufgelöst war, nach wie vor. Urbare des 13. und 14. Jahrhunderts regelten auch die Fronarbeit. Für einen Eigenhof des Stiftes Aschaffenburg in Obernburg mußten die umwohnenden Bauern von jeder Hube zwei Schnitter, von jeder halben Hube oder Lehen einen Schnitter stellen. In Eßleben mußte jeder colonus zwei Äcker bestellen oder drei Tage pflügen, in Unterpleichfeld von jeder Hube drei Joch Acker pflügen. Aber 1300-1337 ging das Stift zur Verpachtung der Eigenhöfe über.95

Die Erneuerung der alten Fronpflichten gelang vor allem dann, wenn der Grundherr oder sein Amtmann zugleich Vogt, d.h. Niedergerichtsherr war. Das eindrucksvollste Bild einer offenbar ganz auf Frondiensten beruhenden Eigenwirtschaft bietet das bischöfliche Amtsschloß Hillenberg bei Fladungen, das 1457 an die Marschalk verpfändet wurde. Die Herrschaft erstreckte sich über einen geschlossenen Bezirk von 14 Dörfern. Jedes der Dörfer hatte jährlich für vier Tage ein bis zwei Fronpflüge zu stellen. Zwei Dörfer hatten zusätzlich die Pflicht zwei Tage zu eggen. Bei der Getreideernte hatten wohl alle zu fronen. Diese Fron wurde nicht spezifiziert. Jede Person in allen Dörfern hatte einen Tag beim Heumachen zu helfen. Fünf Dörfer hatten dafür jährlich jedes zwei Heuwagen zu stellen. Dieselben Dörfer hatten zwei Dungwagen zu stellen. Aus vier Dörfern sollten jeweils zwei Holzwagen kommen, um dem Schloß Holz zu bringen, so oft und so viel man brauchte. Schließlich hatten die Leute des unmittelbar am Schloß gelegenen Dorfes Hausen den Flachs zu ernten und einen Krautgarten zu bepflanzen (ldf 12, S. 83-87).

Zu dem Haupthof des Koblenzer Kastorstiftes in Werrlau gehörten um 1400 20 Huben. Deren Inhaber hatten die Ernte auf dem Herrenland einzubringen und hafteten dafür, wenn durch ihr Zögern die Ernte verdarb.96

Leininger Rechnungen zeigen, wie groß der Kostenunterschied zwischen Tagelöhnern und Fronern, für die man nur die Beköstigung aufbringen mußte, war. Der Bischof von Meißen hatte vor, 1512 in Roitzsch sein Getreide gegen die zehnte Garbe schneiden lassen. Durch eine neue Organisation mit Fronern habe er erreicht, daß das Getreide jetzt umsonst geschnitten würde. Die Widerstandsfähigkeit der Eigenwirtschaften hing also davon ab, wieweit solche Froner vorhanden waren.97

Die Verpflichtung zu Frondiensten war vielfach nicht dauerhaft durchzuhalten. Man mußte dem Wunsche nach geldlicher Ablösung oder der Umwandlung in niedrige Geldzinse nachkommen. In Willanzheim bei Würzburg wurden die Hubner des einen Hofes 1447 von der Dienstpflicht befreit, die des anderen Hofes zu einer begrenzten Fron verpflichtet.98

In Württemberg hatten Abhängige die Wahl zwischen Fronarbeit und Ersatzgeldern.99 Wilhelm Abel hat aus den Weistümern Beispiele dafür beigebracht, daß die Herren etwas aufwandten, um die Froner zu behalten, ihnen ein besonders gutes Essen zusicherten, sie mit Musik zur Arbeit hinaus begleiten ließen oder ihnen zum Abschluß ein Tanzfest organisierten.100

Es gab eine Reduktion von Frondiensten in "Agrarverfassungsverträgen" des 15. Jahrhunderts. Während das Kloster Rot an der Rott Gesindezwangdienste 1456 noch behauptete, verzichtete Ursberg 1521 darauf, einen Eigenhof mit Fronern zu bestellen.101 Im niederbayerischen Amt Wildenwart dagegen beschwerten sich die Bauern 1514 darüber, daß der Pfleger die Scharwerk -Verpflichtungen anzog.102

In der Altmark fehlten 1375 kirchliche Eigenwirtschaften fast ganz und weltliche hatten nur 6,7% des Ackerlandes inne. Die Fronforderungen waren hier traditionell niedrig und blieben es, überstiegen nicht vier Tage im Jahr und über die Ackerknechte klagte ein brandenburgischer Herrentag von 1484, sie würden so großen Lohn fordern, daß "Adel und Bauern darüber dy leng verderben müssen".103

Unter den Lohnarbeitern ist zwischen den auf dem Hof lebenden Knechten und Mägden mit geringem Barlohn einerseits und den von außen kommenden Tagelöhnern andererseits zu unterscheiden. Sicherlich waren die zuerst genannten billiger und es gab Höfe mit zahlreichen Knechten. Auf der Eigenwirtschaft der Ordenskommende Beuggen waren 1414 neben Tagelöhnern und Fronern 35 Knechte und Mägde. Auf dem Klosterhof von Nimbschen bei Grimma arbeiteten 1509 39 weltliche Personen, Bäcker, Müller, Schmiede, Holzhauer usw. Eine sächsische Gesinde - Ordnung von 1466 klagte darüber, daß Dienstknechte und Mägde in andere Länder weglaufen. Die Amtleute sollten sie künftig aufgreifen und bestrafen. Gleichzeitig wurde eine Höchstlohn Ordnung erlassen. Dabei wurde auch der gemeine Bauersmann, der kein Vorwerk oder große Ackergebäude besitzt und der sich vermietet, genannt.104

Die andere Seite der Rentabilität sind die Marktpreise. Auch geistliche Grundherren konnten Hochpreiskonjunkturen rücksichtslos ausnutzen.

Die Kartäuser von Erfurt verkauften 1412 ihr Getreide den Malter nicht billiger als acht Gulden, noch zwei Gulden über dem schon sehr hohen Marktpreis.105

Eine gewisse Vermutung sprach für eine günstige Absatzlage der Wolle aus der Schafzucht.

Ein Abt des Klosters Sagan aus dem 14. Jahrhundert wurde gepriesen, weil er der agricultura hingegeben war und viel Geld mit Wolle und Getreide machte. Sagan produzierte 1432 mit seiner Schafzucht hochwertige Wolle.106

Schäfereien finden wir oft als Rest von Eigenwirtschaften oder als Rentabilitätsausgleich bei weitergeführten Eigenwirtschaften. Dafür einige Beispiele aus Franken. Der Wöllriederhof des Bischofs von Würzburg war ein Schafhof, in Verbindung mit dem noch 130 Morgen Ackerland bewirtschaftet wurden. Das Kloster Bildhausen verpachtete im 15. Jahrhundert mehrere Höfe und behielt die Schäferei zurück. Das Kloster St. Stephan experimentierte mit seinem Eigenhof in Gadheim lange herum. Die beliehenen Niederadeligen blieben den Zins schuldig. Man kehrte 1443 zum Eigenbau zurück, ging dann zum Halbbau über und blieb schließlich bei einer Schafzucht mit 300 Schafen in Eigenregie.107

Eine seltene Möglichkeit, die wachsende Bedeutung der Schäfereien statistisch zu erfassen, bieten die Klosterrechnungen des mittelfrankischen Heilsbronn. 1341/1343/1352 brachten die Schafe eine durchschnittliche Jahreseinnahme von 239 lb d, 1409-1412 von 762 lb d.108

Nun einige Beispiele aus Süddeutschland vornehmlich für die Größenordnung der Schäfereien. Schöntal unterhielt 1319 1250 Schafe, 82 Pferde und etliches Rindvieh. Adelige ließen sich vom Lehenherrn eine Genehmigung zur Umwandlung eines Lehenguts in eine Schäferei geben, so 1359 für 600 Schafe auf einem Burglehen in Wachenheim, das vom Pfalzgrafen zu Lehen ging. Kurpfalz baute in Bacherach, Kaub und Sauerthal große Schäfereien auf. 1381 z.B. kaufte der Kauber Zollschreiber dafür 150 Schafe. Das Kloster Gronau verkaufte 1363 Güter und Rechte in Weyer an den Erzbischof von Trier und behielt den Hof mit der Schäferei, "nostrum ovile", zurück. Baden hatte 1404 Schäfereien in Grötzingen und Stein, in letzterer 646 Schafe. Man teilte sich mit dem Schäfer den Ertrag.Der Erzbischof von Trier übertrug 1470 unterhalb Kochen einer Gemeinde gegen jährlich 13 fl. einen Hof, zu dem ein Berg mit einer Winterweide und 700-800 Schafe gehörten. Das Kloster Marienberg verpachtete 1490 den Hof Siebenborn auf neun Jahre. Der Pächter sollte mit den eigenen Schafen zusammen 150 oder mehr Klosterschafe unterhalten. Dafür sollte ein Lohnschäfer eingestellt werden.109

Die Rechnungen der Katzenelnboger Obergrafschaft von 1465 weisen insgesamt 1688 Schafe aus, die sich der Graf mit den Schäfern teilte. 1486 verkaufte der Landschreiber von Darmstadt von den 14 landesherrlichen Schäfereien seines Bezirks etwa 18 Zentner Wolle mit einem Gesamtwert von 600 fl. In der Niedergrafschaft hatte die Schäferei eine geringere Bedeutung. In der Kellerei Reichenberg wurden 1479 nur 25 fl vom Wollverkaf und 23 fl vom Schafverkauf eingenommen, zusammen 14,1% der Gesamteinnahmen.110

Kursachsen hatte u.a. den Schafhof Hohnstädt (Amt Grimma) mit einer hohen, von Jahr zu Jahr schwankenden Zahl von etwa 500-900 Schafen. Der Schäfer "saß zum dritten Teil". Zu diesem Schafhof gehörten noch 127,5 Acker Feld und einige Wiesen.Der Bischof von Meißen hatte 1512 ein Vorwerk bei Wurzen, das wüst gelegen hatte und das er in eine Schäferei umwandelte, so daß es darnach wieder 40 Schock Groschen oder 120 fl einbrachte.111

Die Möglichkeit der Eigenhöfe zur Schafzucht wurde besonders groß, wenn ihre Fluren aus dem Flurzwang der Gemeinden heraus genommen waren. Für die Eigenhöfe der Deutschordens Kommende Prozelten wurde festgestellt, daß ihre Felder außerhalb, bzw. am Rande von Dorfgemarkungen lagen und von deren Flurzwang nicht betroffen waren. In dem von 1348 erhaltenen Inventar des Röllbacher Hofes, eines dieser Eigenhöfe, wurden 232 Schafe ohne die Lämmer gezählt.112 1392 legte in Rohrbach ein Adeliger zwei Güter zusammen und machte daraus einen neuen Hof, auf dem er Schafzucht betreiben wollte. Er stieß mit der Gemeinde zusammen. Das Würzburger Domkapitel, der Dorfherr, erlaubte auf Widerruf eine Zucht von "Zauppelschafen", Zuchtschafen, also nicht die Mästung importierter Lämmer (krb f. 64r). Das war eine Einschränkung, die häufig begegnet.

Die Flurformen hatten über die Schafzucht hinaus Bedeutung für die Egenwirtschaft.

Ein Breslauer Bürger kaufte 1306 10 ¼ Hufen, also über 90 ha, "in una pecia".113

Hugo Ott hat in Forschungen mit neuzeitlichen Flurkarten für den Oberhein in großen kompakten Blockfluren die Relikte der Felder mittelalterlicher herrschaftlicher Eigenhöfe heraus gearbeitet.

Selbst wenn solche Höfe geteilt wurden, konnte es sein, daß jeder Nachfolgebesitzer einen solchen Block innehatte, wie der ehemals Tennenbach gehörende Dürrenhof zeigt. Andere Höfe, wie Hardern, hatten einen eigenen Zelgenverband. Ihre Felder hingen im Rahmen der Dreifelderwirtschaft miteinander zusammen. In Schwaben wurden die großen Blöcke des nahe dem Dorf gelegenen Herrenlandes Breite genannt. Drei Breiten bildeten einen Zelgenverband.

Aber nicht alle Eigenhöfe waren derart eximiert. Die Hofäcker von Langenbergen, auch einer alten Tennenbacher Grangie, waren auf drei bis vier Dorfgemarkungen verteilt und im Zelgenverband der jeweiligen Gemeinde, d.h. deren Flurzwang und Fruchtfolge unterworfen.114

Auch in den Würzburger Lehenbüchern tauchen ab 1400 - offenbar neu begründete - Eigenwirtschaften auf, deren Äcker sich in die Dreifelderordnung einer Gemeinde einordneten, so 1401 die eines Burggutes im Vorhof der Burg von Burglauer (lf 11, f.25v) und 1456 die eines Herrn von Milz mit einer Kemmenate in Kleineibstadt (lf 21, f. 28r).Manchmal erlauben allerdings die Formulierungen der Quelle nicht zu entscheiden, ob drei Felder dem Eigenhof gehörten oder Äcker in drei Feldern der Gemeinde, so beim Bauhof in Dingolshausen (ldf 29, S. 238), waren.

Nicht immer waren dem Eigenhof die Möglichkeiten der großräumigen Schafzucht genommen, wenn seine Äcker auf den Feldern der Gemeinde lagen. Der Flurzwang hatte die Funktion, dem Inhaber der Weiderechte in einem größeren Zelgenverband die Viehtrift, so auch die Schaftrift, zu ermöglichen. Das konnte sowohl der Inhaber eines Eigenhofes wie die Dorfgemeinde sein. Der größte der Höfe der Wenckheim in Willanzheim hatte über 200 ha. Die Wenckheim ergänzten dessen Erträge 1482 durch das Monopol der Schafhaltung im Dorf mit 550 Schafen.115

Karlheinz Blaschke betont, daß im Unterschied zu anderen Gegenden Deutschlands, in Sachsen die Herren die Schäfereien vergrößern konnten, weil sie das Vorrecht des Schaftriebs auf den Feldern ihrer Bauern, auf der Brache und nach der Ernte, durchsetzten.116

Als die Deutschherrn von Prozelten dazu übergingen, ihre Eigenhöfe zu verpachten, behielten sie einige eigenwirtschaftlich betriebenen Schäfereien zurück. Für einen Hof in Sachsenhausen wurde 1365 ein Pachtvertrag abgeschlossen, der vorsah, daß der Schäfer der Kommende auf den Feldern des Hofes pferchen durfte. Der Pächter sollte aber keinen Anspruch auf dieses Pferchen haben, das eine exzeptionelle Düngung zur Folge hatte.117 Die Henneberger verpachteten 1404 einen ehemaligen Eigenhof in Wermerichshausen, zu dem eine Schäferei gehörte, deren Verhältnis zum Pächter genau geregelt wurde. Der Schäfer bekam ein Drittel der Erträge von der Schafzucht. Er lieferte den Mist vom Winterstall dem Hof und im Sommer sollte er 12 Morgen einpferchen. Falls der Hof mehr Morgen einpferchen lassen wollte, würde der Schäfer davon, also wohl von dem zusätzlichen Schafen, die er dafür brauchte, die Hälfte bekommen (lf 31, f. 66r). Mit beiden Quellenzeugnissen wird demonstriert, daß die Herren bei der Schafzucht einen zusätzlichen Nutzen durch die Steigerung der Produktivität des Ackerbodens erzielen konnten.

Es ist die Frage, ob auch der marktorientierte Weinbau den Aufbau und Erhalt von Eigenwirtschaften begünstigte.

Das Rheingau-Kloster Ebersbach führte nach dem Verlust der Konversen einen für den Verkauf bestimmten Weinbau mit entlohntem Personal weiter. Auf ähnliches weist an der Mosel der Umstand, daß diejenigen, die für Klöster den Weinbau betrieben, mit Geld und Naturalien entlohnt wurden. Daneben - offenbar mehrheitlich - hatten hier Winzer eigene Weingärten, für die sie Weinzins zahlten.118

Im ganzen war der Wein für die Rentabiltät eines Eigenhofes ungünstig, weil Ernte und Preise sehr schwankten.

Das gilt auch für den Weinbau des Klosters St. Peter in Erfurt, das nur durch einen gebührend hervorgehobenen Zufall einmal zu einem Geschäftserfolg kam. Als die Stadt Erfurt 1490, in einem für den Absatz ungünstigen Jahr, dem Kloster St. Peter wegen der Konkurrenz zu den bürgerlichen Winzern verbot, seinen Wein zu verkaufen, hatte es ungewollt große Vorteile davon, denn im nächsten Jahr war der Wein so knapp, daß es den drei- bis fünffachen Preis des Durchschnitts dafür bekommen konnte.119

Der Weinbau wurde gern verpachtet. An vielen Stellen breitete sich rasch der Teilbau aus. Kornelimünster hatte 1269 am Mittelrhein noch 20% seines Weinbesitzes im Eigenbau.120

St. Stephan hatte später 87 ha Weinbau in der Würzburger Gemarkung und betrieb davon nur 10% im Eigenbau. Die Ordenskommende Münnerstadt veräußerte den Weinbau und behielt nur den am Ort selbst zurück. 1487 bat der Spitalmeister den Rat von Würzburg, Weinberge, die er nicht rentabel betreiben konnte, ausleihen zu dürfen.121

Ein Klosterchronist notiert: Die "cultura" der Weinberge der Kartäuser von Basel kostete 1425 mehr, als sie einbrachte. 1512 gab der Bischof von Meißen einen Weinberg auf, weil er jährlich 20 fl mehr kostete als er einbrachte.122 Herrschaftliche Vorrechte beim Weinverkauf, der Bannwein, konnten die Kostenlage meist deswegen nicht verändern, weil die Herrschaften gegen einmalige oder jährliche Geldzahlungen darauf verzichtet hatten.123

Zum Schluß ein Blick auf die Vielfalt der Erträge aus Eigenhöfen.

Mit der Getreideproduktion hängen Mühlen und Backöfen zusammen. Ihre Auswertung wird z.B. in den Katzenelnboger Rechnungen sichtbar. Mühlen wanderten von der Eigenregie in die Verpachtung und umgekehrt. Die Bannrechte, der Mahlzwang für die umwohnenden Bauern, blieben dabei erhalten. Wenn die Mühlen verpachtet wurden, blieb der Graf mit Prozenten an den Mahleinnahmen beteiligt. Backhäuser wurden gegen zwei Brote pro Malter verpachtet, was ein Zehntel bis ein Zwanzigstel der Brote bedeutete. Mühlen konnten durch die Ausdehung des Mahlzwangs aufgewertet werden. So geschah es 1456 der Mühle der Herren zum Hause, auf die der Lehensherr dieser Adeligen, der Herzog von Berg den Mahlzwang seiner eigenen benachbarten Mühle übertrug. Gleichzeitig dehnte der Herzog diesen Mahlzwang auf mehrere "Honschaften", Gemeinden von Streusiedlungen aus.124

Weiterhin boten sich Gewerbepflanzen zur Ertragssteigerung an. Ein sächsischer Ritter berichtete 1474, er erzeuge in guten Jahren 100 Malter Hopfen.125

Das schlesische Sagan beteiligte sich auch an der lebhaften, aber meist städtischen schlesischen Bierbrauerei. Im 15. Jahrhundert wurde die Zerstörung der klösterlichen Braupfanne beklagt.126 Der Abt von Waldsassen und der Bischof von Lübeck wurden wegen Investitionen in Braupfannen gepriesen.127

Aus einer Schadensliste von Doberan des Jahres 1312 ersieht man, daß auf Eigenbetrieben gezüchtetes Vieh auf dem Markt höhere Preise erzielte als Bauernvieh. Diese Liste läßt auch erkennen, daß eine Grangie, Rabenhorst, allein 68 Pferde verlor, also wohl ein Gestüt besaß. Ein Sonderfall war das Gestüt, das Bischof und Rat von Lübeck gemeinsam auf gleichen Gewinn und Verlust betrieben.128

Die Ritterorden legten Wert auf Wiesen für die Großviehhaltung. In der Kommende Heilbronn bestand 1427 100% der Eigenwirtschaft aus Wiesen, 1524 immer noch 88%. Der Eigenhof der Johanniter Kommende Reichardtsroth bei Rothenburg hatte von 287 ha 40% Wiesen. Davon war aber mehr als die Hälfte gegen Gült ausgeliehen, so daß die eigenwirtschaftliche Fläche auf 204 ha schrumpfte. Es gab auch auf diesem Gebiet eine wirtschaftliche Ausnutzung oberherrlicher Rechte. In Schwaben z. B. hatten Höfe, die der Kommende Öttingen von Ritterfamilien gestiftet waren, das einträgliche Monopol der Zuchttierhaltung in ihren jeweiligen Dörfern behalten.129 Die Ausnutzung der Waldweide für die Schweinemast erhöhte den Ertrag des Grafen von Cleve 1260 um 500 Mark Silber.130

Felix Faber schildert den Garten Kaiser Friedrichs III., der sicherlich eine höhere Art von Eigenwirtschaft darstellt.131

Ertragssteigerungen konnten auch durch die Teichwirtschaft erfolgen. Um 1500 gab es im Amt Grimma vier Teiche mit einer Gesamtfläche von 9 ha, die im Durchschnitt 6000 Setzlinge aufnahmen.132

An die Teichwirtschaft reiht sich die Flußfischerei. Das Kloster St. Stephan in Würzburg erwarb ein umfangreiches "Fischlehen", um dadurch den Eigenbedarf an Fischen zu decken. Monika Ofer hat durch Vergleiche mit Fleischpreisen gezeigt, daß Fische auf dem Markt sehr teuer waren. Mathias Trost zählt die herrschaftlichen Fischereien auf, die sich am Main zwischen Knetzgau und Triefenstein in Konkurrenzen zu kommunalen, auch zünftlerischen Fischereien unter der Oberhoheit des Bischofs von Würzburg erstreckten. Manchmal waren sie Pertinenz einer Burg. Neben der Selbstnutzung der Fischrechte wie durch St. Stephan wurden diese auch an einzelne dörfliche und städtische Fischer auf Zeit verpachtet.133

Die Oberhoheit des Bischofs von Würzburg, die auch als Regal erscheint, war zum Teil eine Ableitung aus Lehensrechten, zum Teil aus Vogteirechten. Der Bischof nutzte für seine Eigenbetriebe die Fischerei kaum aus,

anders der Herzog von Bayern z.B. im Amt Wildenwart, was dort 1514 zu Zusammenstößen mit Bauern führte.134

Die Grafen von Katzenelnbogen hatten nicht nur Teiche, sondern erwarben auch Fischrechte am Rhein. 1451 beteiligten sich der Junggraf und seine Frau mit Gefolge am Fischfang.135 Der Fischfang wurde zu einem Hofzeremoniell, wie es auch das Tiroler Fischbuch Maximilians bezeugt.

Die Vielfalt der Nutzungen wird beim Verkauf der Markgrafschaft Hachberg 1414 sichtbar. Die 615 Juchart Land der Eigenwirtschaften der Markgrafen verteilten sich auf 304 für Ackerbau, 71 für Wiesen, 13 für Gärten, 12 für Reben und 215 für Wald.136

Nach einer Notiz im Gültbuch des Nürnberger Heilig Geist Spitals von 1563 hatte ein Tagwerk Wiese vom Ertrag her gerechnet einen Verkaufswert von 60-70 fl., etwa dreimal soviel wie ein gleich großer Acker, gleichviel wie ein entsprechender Fischteich und halb soviel wie ein Weingarten.137

Rückschau

Herrschaftliche Eigenbetriebe sind eher an der Betriebsweise und dem Status der Besitzer als an Bezeichnungen zu erkennen. Es gab zwar spezifische Bezeichnungen, wie Vorwerk und Bauhof, aber diese blieben manchmal am Eigenhof haften, wenn letzterer in einen bäuerlichen Pachtbetrieb umgewandelt wurde. Die Zahl der Eigenhöfe dürfte sich im Spätmittelalter verringert haben, auch wenn immer wieder Eigenhöfe neu gegründet wurden., die Möglichkeit, sich mit Fronern auszustatten und die Fähigkeit sich gewinnorientiert am Markt zu beteiligen, waren Voraussetzungen für die Fortexistenz von Eigenwirtschaften. Trotz solcher Möglichkeiten war diese Fortexistenz überall unstabil, im Westen mehr als im Osten.

Die ursprünglichen Entstehungsgründe der Eigenwirtschaft: Fronhöfe von Villikationen, Grangien, Lokatorenhöfe, wurden durch die Funktion als Versorgungshof insbesondere des niederen Adels, auch des adeligen Anhanges der Fürsten abgelöst. Aber auch diese Funktion war auf die Dauer nicht ausreichend, um das Fortbestehen von Eigenhöfen zu sichern. Die Eigenhöfe lebten weiter, soweit eine Marktorientierung gelang. Die Landwirtschaft hatte eine große Produktionsbreite. Das Interesse der herrschaftlichen Eigenwirtschaft für bestimmte Produktionszweige spiegelt deren Marktkonjunktur wider. Außerdem mußten die Arbeitskosten neu geregelt werden. Neben traditionellen Frondiensten, die über vogteiliche Rechte erneuert werden konnten, halfen Kleinstelleninhaber, die vom Zuverdienst abhängig waren, der Wirtschaftsführung. Davon wird an anderer Stelle ausführlich zu sprechen sein. Die Schäfereien wurden mit einer Ertragsbeteiligung der Schäfer betrieben.

Die Verknüpfung der Eigenwirtschaft mit Vogteirechten, künftigen Hoheitsrechten, war nicht nur bei den Fronpflichten, sondern etwa auch bei dem Flurzwang für die Schafzucht oder als Flußregal für den Fischfang hilfreich.

Exkurs: Historische Flächen- und Hohlmaße

Das Dezimalsystem ist erst in der Neuzeit eingeführt worden. Die dabei errechneten Äquivalenzen sind nur mit Unsicherheit auf das Mittelalter übertragbar. Trotzdem haben die verschiedenen Forscher versucht, sich Größenvorstellungen von den mittelalterlichen Grundherrschaften zu erarbeiten. Dabei wurden Hypothesen eingeschoben. In der unten stehenden Tabelle verwende ich diese Vorstellungen mit allen Vorbehalten.

Eine Möglichkeit der Kontrolle besteht darin, daß die mittelalterlichen Maße nach konkret anschaulichen Einheiten gebildet wurden. Dieses gilt auch für Flächenmaße, so für den Morgen, auf den ich besonders eingehe. Ein Morgen und ein Tagwerk waren soviel Acker, wie ein Ochse oder Pferd an einem Tag pflügen konnten. Dieselbe Bedeutung haben Juchart und Joch, vom Joch Ochsen oder Pferde her gedacht. Weiterhin wurde auch von Ochs und Pferd als Ackermaß gesprochen. Da man mit zwei Ochsen im Gespann annähernd doppelt soviel Acker pflügen konnte wie mit einem, bedeuteten zwei Ochsen z. B. zwei Morgen oder Tagwerk. Es ist als Abkürzung zu verstehen, die sich an demselben Maß orientiert, wenn wir in einigen Quellen vom Acker als einem Flächenmaß lesen. Acker steht meist äquivalent für Morgen. In einigen Quellen wird der Acker alsals Unterteilung des Juchart verwendet.

Ein Urbar von Kremsmünster des Jahres 1299 hat einen Juchart von sechs Äckern, das Elsaß kennt einen von zwei Äckern. Wenn der Acker im Beetbau umgetrieben wurde, konnten die Beete als weitere Unterteilung des Ackers gewählt werden. In Kremsmünster und im Elsaß waren es jeweils drei. Sie hießen Peunt oder Elymata im Klosterschreiberlatein von Kremsmünster und Blez im Elsaß.Der Juchart oder Morgen wurde im Rheinland auch in sieben bis acht Schritt breite Sadeln eingeteilt.138

Oft war der Juchart der einen Gegend größer als der Morgen in derselben Gegend oder einer anderen, manchmal das Doppelte (Elsaß), manchmal das 1 1/2 fache (Schwaben). Er konnte aber auch die gleiche Größe wie der Morgen haben (Mittelfranken).

Nicht nur die Forschung, sondern auch die Quellen lehren uns, daß es unterschiedliche Morgen gab. Im Berührungsbereich der verschiedenen Morgen galten vereinfachende praktische Regeln, so zwischen einem kleinen und einem großen Morgen in Franken das Verhältnis 3:1.139 Im elsässischen Rittershofen gab es zwei unterschiedliche Morgen. Drei "Huben Morgen" entsprachen zwei "anderen rechten Morgen".140

Ein größerer Morgen berührte sich an mehreren Stellen mit kleineren Morgen. Man behalf sich auch, indem man verschiedene Bezeichnungen anwandte. Der größere Morgen hieß Juchart in Oberschwaben gegenüber dem Morgen und im Elsaß gegenüber Jeuch und Acker. Im Umland von Basel waren Mannwerk der größere und Juchart der kleinere Morgen.141

Der kleinste Morgen ist von Helmut Jäger für die Ebracher Grundherrschaft angenommen und von dort auf die Forschungen über das Hochstift Würzburg übertragen worden.142 Der nächst größere Morgen wäre in Norddeutschland anzutreffen. Der Morgen von einem Drittel Hektar war offenbar nicht nur in Schwaben, sondern auch in Salzburg und Hessen, im ganzen Rheingebiet und in Friesland verbreitet. Auch der größte Morgen mit einem halben Hektar Umfang ist vielfach zu finden.

Eine Urkunde für Naumburg von 1255 kennt einen "ager mensuratus". Dieser hatte eine Länge von 32 Ruten und eine Breite von vier Ruten. Jede Rute war 10 Ellen lang.143 Es gab im Spätmittelalter über 100 verschiedene Ellenmaße. Aber sie lagen dicht beieinander um 0,6 m herum. Dieser ager hatte also 46 Ar und gehört damit zu den Morgen von rund einem halben Hektar. In einem Nachtrag zu einem Gültbuch der Deutschordens Kommende Schweinfurt von 1313 wird von einem Acker gesagt, er habe 90 Ruten in der Länge und 14 in der Breite. Wie klein auch immer wir die Rute ansetzen: Dieser Acker hatte über einen Hektar. Aber er war kein ager mensuratus, also wohl kein

Maßacker. 144

Eigentümlich ist die Bemessung von Stücken Ackerland nach Saatgut, die 1428 in Oberkestert am Mittelrhein vorgenommen wurde. Die Menge variierte zwischen einem Sester ( 1/8 oder 1/10 Malter) und drei Maltern. Waren die Stücke unterschiedlich groß? Der Durchschnitt von einem halben Malter gehört in der Größenordnung wohl zu einem Morgen.145

Die Quadratrute wurde erst in der Neuzeit erfunden. An den wenigen Stellen, wo uns das Ausmessen eines Morgens oder - als größerer Einheit - einer Hufe überliefert ist, verwandte man Ruten oder Gerten als Längenmaß. Ein offenbar humanistisch inspirierter Nachtrag zum Tückelhauser Urbar aus der Zeit um 1500 ist das früheste mir bekannte Zeugnis einer Quadratgerte. 20 Gerten machen eine Unze und 10 Unzen einen Morgen.146 Die Unze war in der Antike das Zwölfte eines Jochs. Man befand sich in Tückelhausen also schon auf dem Wege zum Dezimalsystem. 1557 galten in Württemberg amtlich 150 Quadratruten einen Morgen.147 Die Rute war überall das Vielfache eines Fußes, eines Schuhes oder einer Elle, der Unterarm Länge. Man hatte einen breiten Spielraum sowohl in der Bestimmung des Vielfachen als auch des Fußes usw. In Württemberg wählte man 0,29 m für den Schuh und 16 Schuhe für die Rute, was zu einem Morgen von 31,5 Ar führte.

 

Tabelle der erörterten Morgenmaße

Geltungsbereich

Zahl der Morgen auf einen Hektar

Zusätzliche Literatur

Hochstift Würzburg 5  
Hannover, Magdeburg 4 Aubin/Zorn S. 676; Lamprecht 1,1 S. 344
Schwaben 3 (= 2 Juchart)  
Salzburg 3 (Tagwerk) Klein, Beiträge S. 271 (seit dem 18. Jh.)
Baden, Rheinland, Hessen 3 Lachmann S. 185; Jänichen, Beiträge S. 83f.; Lamprecht 1,1 S. 344
Friesland 3 (Gras) Lengen S. 297
Sachsen, Brandenburg 2 (Äcker)  
Mittelfranken 2 (Morgen, Äcker oder Tagwerk, im Wald 4) Borchardt S. 417; Oppelt S. 118
Elsass 2 (Juchart)  

 

Die Hufe oder Hube, lateinisch mansus, niederdeutsch hove, war manchmal die Bezeichnung für einen Bauernhof, manchmal ein Ackermaß auf mittlerer Ebene, als solches wieder regional sehr unterschieden und schwer bestimmbar. Das Feldmaß von 30 Morgen scheint ursprünglich eine Norm für einen Hubenbetrieb gewesen zu sein.148 Während sich die Hubenbetriebe davon lösten, scheinen die 30 Morgen für das Feldmaß Hufe Norm geblieben zu sein. Im Braunschweigischen galt die Hufe als Feldmaß von meist 28 Morgen.Wenn man einmal von fünf Morgen im Hektar ausgeht, hatte die Hufe sechs Hektar. Diese Hufe war eine rechnerische Größe und konnte in bis 32 auseinander liegenden Parzellen zerteilt sein.149 Es gab allerdings halbe Hufen zu 15 Morgen und Doppelhufen zu 60 Morgen, die eigene Bezeichnungen erhielten, Hakenhufen die ersten, Heierhufen die letzteren.150 Eine aus einem Hof hervorgegangene herausragende Hube im Grabfeld erreichte 13 ha (ldf 11, S. 139). Da diesem Huben- Betrieb 60 Äcker gehörten, kann man gleichzeitig von einer Doppelhube sprechen.

In Kremsmünster hatte eine curia zwei Huben und 32 Juchart.151 Hier reihten sich vielleicht zwei Huben-Begriffe aneinander, einer der mit 32 Juchart verbunden war, und ein anderer, der einem Hubenhof mit zwei halben Hube entsprach und der im nördlichen Flachland von Salzburg bezeugt ist.

Die nach 30 kleinen Morgen gemessenen sechs Hektar wurden von anderen Huben oder Hufen weit übertroffen, am meisten von der Königshufe mit 48 ha. Evamaria Engel meint, die Hufen seien im Laufe der Jahrhunderte kleiner geworden. Im 18. Jahrhunderts wurden sie vom preußischen König auf 7,66 ha festgelegt, was zu vier Morgen pro Hektar passen würde. Dieses Maß dürfte aber in der Altmark, für die Engel spricht, schon im Spätmittelalter gültig gewesen sein. Die flämische Hufe im ostelbischen Brandenburg und im Naumburgischen von etwa 15 ha 152 paßt zu zwei Morgen pro Hektar und besteht auch ausdrücklich aus 30 gemessenen Äckern.

Schließlich wird eine fränkische (Wald)hufe von dem Umfang einer halben Königshufe, also mit etwa 24 ha erwähnt.153 Aber es gab mehrere fränkische Hufen. In einem Schöffenspruch von etwa 1450 ist eine Meßanweisung für eine sogenannte fränkische Hufe erhalten, die auf etwa 4 1/3 ha hinausläuft und nicht auf Morgen reduziert wurde.154 Das fränkische Hufenmaß,das in Schlesien genannt wird, dürfte das größere gewesen sein.155

Die beiden erhaltenen Meßanweisungen, eine aus Naumburg von 1255 und die von 1450, zeigen auch, wie man zu so unterschiedlichen Acker- und Hufenmaßen kam. Die Rute wurde bei der kleineren fränkischen Hufe zwar größer berechnet, nämlich mit 15 Ellen, bei der anderen mit 10 Ellen, aber dafür kamen bei der Naumburger Hufe 960 Ruten auf die Länge und bei der fränkischen nur 270 Ruten. Die Naumburger Hufe wurden in der Breite mit 120 Ruten, die fränkische mit 12 Ruten bemessen, so daß die Naumburger ein 720 Meter breiter endloser Streifen war, der aber aus 30 Äckern bestand, die sich bunt verteilen konnten.

Innerhalb eines Dorfes oder einer Grundherrschaft scheinen gleiche Huben- und Hufengrößen gegolten zu haben. In Wambach bei Neuwied hatten sechs Huben und in Richardsdorf (Teltow) 21 Hufen jede 10 Morgen.156 In Isarhofen sollte nach einer Neuvermessung um 1247 jede Hube im ersten Feld 12 Joch zu 12 Ackerbeeten haben, im zweiten und dritten Feld kleiner sein.157 In Ehrang bei Trier hatten von wiederum sechs Huben jede 15 Tagwerk.158 Diese Gleichheit kam wohl auch dadurch zu stande, daß größere Höfe, etwa Grangien, zu gleichen Teilen aufgelöst wurden. Grangien von Bronnbach in Dörlsheim wurde zu Mansen von 30 Juchart, in Reicholzheim zu 60 Juchart aufgeteilt.159 Dabei war wohl daran gedacht, jede 30 oder 60 Juchart mit einem Hubenbetrieb zu verbinden. Im Urbar von Ebrach läßt sich dieselbe Tendenz beobachten. In einem Ort dieses Urbars ging der Feldumfang eines Hubenbetriebes gleichmäßig auf 3 ½, in einem anderen sogar auf 2 ½ Hektar hinunter.160

 

Tabelle der in dieser Studie verwerteten historischen Hohlmaße für Roggen bzw. Wintergetreide

Hohlmaß

Örtliche Geltung

Liter-Umfang

Literatur

Malter Würzburg 174 l Rödel/Schöffler S. 109
Malter Rotheburg 184 l (Hafer 304 l) Borchardt S. 417
Malter Mainz 117 l Lachmann S. 185
Kleiner Scheffel Franken 116-140 l Harrer S. 358
Scheffel/Viertel Straßburg 111 l Dirlmeier S. 573f.
Scheffel Braunschweig 311 l Döll S. 357f.
Sumer Nürnberg 318 l Dirlmeier S. 572

 

Anmerkungen

*

Für allgemeinere Ausführungen zu diesem und den übrigen Beiträgen, denen das Material der sozial- und wirtschaftsgeschichtlichen Datenbank zugrunde liegt, vgl. die Seite Zur Seite "Analysen". "Analysen". Dort sind auch die verwendeten Abkürzungen aufgelöst. Die vollständigen bibliographischen Angaben zur zitierten Literatur finden sich auf der Seite Zur Seite "Allgemeine Literatur". "Allgemeine Literatur". Zurück zum Haupttext.

1

Lohrmann bei Patze 1, S. 233. Zurück zum Haupttext.

2

Wopfner Nr. 204 (für Frauenmark in Mecklenburg).Zurück zum Haupttext.

3

So die Chronik von Peter Becker bei Kindscher S. 48f.Zurück zum Haupttext.

4

Deeters S. 34, 51, 57, 86.Zurück zum Haupttext.

5

Schöffler, Münnerstadt S. 196.Zurück zum Haupttext.

6

Dinklage, Bauernweistümer Nr. 49.Zurück zum Haupttext.

7

Zotz bei Patze 2, S. 207f.Zurück zum Haupttext.

8

Lengen S. 138, 170f., 175f. u.ö.Zurück zum Haupttext.

9

Schirmer, Amt S. 120-129.Zurück zum Haupttext.

10

Jäger bei Rödel/Schneider S. 250.Zurück zum Haupttext.

11

Deeters S. 33, 55, 61, 75. Zurück zum Haupttext.

12

Deeters S. 11f., 12, 69.Zurück zum Haupttext.

13

Rödel, Salbuch S. 22, 90; Rödel/Sprandel S. 165f.Zurück zum Haupttext.

14

Wendehorst, Neumünster S. 280.Zurück zum Haupttext.

15

Lamprecht 3, S. 18, 248.Zurück zum Haupttext.

16

Janssen, bei Patze 1, S. 322,337f. dazu Schütte ebendort S. 360.Zurück zum Haupttext.

17

Lamprecht 3, S. 136-139, 190-192, 495 u.a.Zurück zum Haupttext.

18

Rödel/Sprandel S. 166; vgl. auch den Michelsberger Hof in Ebensfeld, Braun 2, S. 94.Zurück zum Haupttext.

19

Franz Nr. 149.Zurück zum Haupttext.

20

Störmer bei Patze 2, S. 29.Zurück zum Haupttext.

21

Diefenbacher S. 58.Zurück zum Haupttext.

22

Lamprecht 3, S. 124-127, 139-145; Tewes S. 61, 64-66; Gilomen S. 172f. Zurück zum Haupttext.

23

Pommersches UB 2, Nr. 718; Franz Nr. 135.Zurück zum Haupttext.

24

Neuß S. 330, 337.Zurück zum Haupttext.

25

Franz Nr. 127; Braun 1, S. 256; Engel/Zientara S. 282; Epperlein, Bauernbedrückung S. 57, 120.Zurück zum Haupttext.

26

Lamprecht 3, S. 53.Zurück zum Haupttext.

27

Ofer S. 293.Zurück zum Haupttext.

28

Lamprecht 3, S. 82, 108; Franz Nr.202.Zurück zum Haupttext.

29

Schütte bei Patze 1, S. 366; Mersiowsky bei Andermann/Johanek S. 262.Zurück zum Haupttext.

30

Pfeifer bei Andermann/Johanek S. 82-85.Zurück zum Haupttext.

31

Hopfenzitz S. 43f.Zurück zum Haupttext.

32

Schmilewski S. 169.Zurück zum Haupttext.

33

Kaak S. 94f.Zurück zum Haupttext.

34

Franz Nr. 201.Zurück zum Haupttext.

35

Lamprecht 3, S. 102 mit einem Beispiel von 1293.Zurück zum Haupttext.

36

Goez Nr. 170.Zurück zum Haupttext.

37

Schaab bei Patze 2, S. 55;Zurück zum Haupttext.

38

Franz Nr. 168.Zurück zum Haupttext.

39

Prange bei Patze 1, S. 544.Zurück zum Haupttext.

40

Arnold, Niklashausen S. 169; Ofer S. 294f.,297, 309.Zurück zum Haupttext.

41

Lohrmann bei Patze 1, S. 233.Zurück zum Haupttext.

42

Volk S. 269.Zurück zum Haupttext.

43

Jäger, Betriebsgrößen S. 245.Zurück zum Haupttext.

44

Lamprecht 3, S. 111f. ,121, 195, 243f.Zurück zum Haupttext.

45

Arnold, Dorfweistümer S. 858,863f.Zurück zum Haupttext.

46

Hopfenzitz S. 44.Zurück zum Haupttext.

47

Lohrmann bei Patze 1, S. 212; Helbig 2, Nr. 33. Vglunten den Exkurs.Zurück zum Haupttext.

48

Weiss S. 26; Störmer, Probleme S. 136; Ofer S. 304.Zurück zum Haupttext.

49

Schaab bei Patze 2, S. 65; Volk S. 272; Lamprecht 3, S. 115f.Zurück zum Haupttext.

50

Lachmann S. 164, 167.Zurück zum Haupttext.

51

Rösener bei Patze 2, S. 99, 116,124; wobei anders als von Rösener für drei Morgen = zwei Juchart = ein Hektar gerechnet werden.Zurück zum Haupttext.

52

Rödel, Salbuch S. 89.Zurück zum Haupttext.

53

Franz Nr. 228; Nach Rübsamen S. 188 hatte der kleine Adel im Pleißenland durchschnittlich fünf Hufen.Zurück zum Haupttext.

54

Franz Nr. 154.Zurück zum Haupttext.

55

Engel/Zientara S. 76; Wopfner Nr. 204; Prange bei Patze 1, S. 533.Zurück zum Haupttext.

56

Letzeres nach Jesse S. 214f.: Silbergewicht des Gulden bis 1416 meist 36-39 gr; die lötige Mark Silber von 15-16 Lot hatte 234 grZurück zum Haupttext.

57

Sprandel, Ländlicher Adel S. 223.Zurück zum Haupttext.

58

Cordes S. 247f, 251-253; Schneider bei Andermann/Johanek S. 195f.; Schirmer, Amt S. 120f.Zurück zum Haupttext.

59

Wendehorst, Neumünster S. 256, 268, 270, 276, 281.Zurück zum Haupttext.

60

Hoffmann, Agrarkrise S. 342f.; Lamprecht 3, S. 118.Zurück zum Haupttext.

61

Maulhardt S. 28-47, 74f., 81.Zurück zum Haupttext.

62

Menzel bei Patze 1, S. 601.Zurück zum Haupttext.

63

Kaak S. 254f. Zurück zum Haupttext.

64

Engel/Zientara S. 279f.; Quirin, Ostsiedlung S. 101 f.; Kuhn S. 41; Kaak S. 114.Zurück zum Haupttext.

65

Störmer bei Patze 2, S. 33f.;Zurück zum Haupttext.

66

Braun, 1 S. 82,100.Zurück zum Haupttext.

67

Prange bei Patze 1, S. 520f., 535; Neuß S. 333.Zurück zum Haupttext.

68

Schöningh S. 29-48; entsprechend jetzt auch Mols bei Czaja/Sarnowsky S. 107-122.Zurück zum Haupttext.

69

Schirmer, Verwaltungsbericht S. 81.Zurück zum Haupttext.

70

Prange bei Patze 1, S. 548.Zurück zum Haupttext.

71

Arnold, Niklashausen S. 167ff.Zurück zum Haupttext.

72

Meyer, Landwirtschaftsbetriebe S. 386.Zurück zum Haupttext.

73

Hoffmann, Wirtschaftsprinzipien S. 719.Zurück zum Haupttext.

74

Wagner, Bildhausen S. 79; Heidacher S. 71; Oppelt S. 70.Zurück zum Haupttext.

75

Schaab bei Patze 2, S. 50,54; dazu Lohrmann bei Patze 1, S. 218. Zurück zum Haupttext.

76

Bader 3, S. 278.Zurück zum Haupttext.

77

Bentzien, in: Bäuerliche Sachkultur S. 70; Engel/Zientara S. 368, 370.Zurück zum Haupttext.

78

Fehn S. 147.Zurück zum Haupttext.

79

Franz Nr. 164.Zurück zum Haupttext.

80

Vgl. auch Rödel, Hochmittelalter S. 302f.Zurück zum Haupttext.

81

Prange bei Patze 1, S. 535.Zurück zum Haupttext.

82

Franz Nr. 123.Zurück zum Haupttext.

83

Schaab bei Patze 2, S. 67.Zurück zum Haupttext.

84

Engel/Zientara S. 243, 306; Franz Nr.228.Zurück zum Haupttext.

85

Königshofen S. 25 in Verbindung mit ldf 19, S. 312-317.Zurück zum Haupttext.

86

Ofer S. 301.Zurück zum Haupttext.

87

Lachmann S. 170f., 173, 176, 178, 186f.; Maulhardt S. 41f.Zurück zum Haupttext.

88

Schaab bei Patze 2, S. 54; Wagner, Bildhausen S. 79.Zurück zum Haupttext.

89

Janssen bei Patze 1, S. 336; .Schaab bei Patze 2 S. 72.Zurück zum Haupttext.

90

Rösener bei Patze 2, S. 117, 124f; Prange bei Patze 1, S. 522,537.Zurück zum Haupttext.

91

Franz Nr.154; Prange bei Patze 1, S. 539, 542; vgl. dort auch S. 547.Zurück zum Haupttext.

92

Wopfner Nr. 209.Zurück zum Haupttext.

93

Epperlein, Bauernbedrückung S. 90; Gilomen S. 134, 140, 151.Zurück zum Haupttext.

94

Hoffmann, Agrarkrise S. 244, 249; Janssen bei Patze 1, S. 334f.Zurück zum Haupttext.

95

Fischer-Pache S. 90-93.Zurück zum Haupttext.

96

Volk S. 268.Zurück zum Haupttext.

97

Zotz bei Patze 2, S. 207f.;Schirmer, Verwaltungsbericht S. 85.Zurück zum Haupttext.

98

Werner, Willanzheim S. 50.Zurück zum Haupttext.

99

Zotz bei Patze 2, S. 210; Rösener bei Patze 2, S. 125f.Zurück zum Haupttext.

100

Abel, Wüstungen S. 164f. Vgl. auch Sandberger S. 67f., 373.Zurück zum Haupttext.

101

Blickle bei Patze 1, S. 254.Zurück zum Haupttext.

102

Sandberger S. 246f.Zurück zum Haupttext.

103

Engel/Zientara S. 56, 93f,Zurück zum Haupttext.

104

Rösener bei Patze 2. S. 135; Schirmer, Amt S. 124; Franz Nr. 222.Zurück zum Haupttext.

105

Rothe bei Liliencron S. 654.Zurück zum Haupttext.

106

Catalogus abbatum bei Stenzel S. 303.Zurück zum Haupttext.

107

Meyer, Schafzucht S. 28, 45; Ofer S. 301f.Zurück zum Haupttext.

108

Heidacher S. 127.Zurück zum Haupttext.

109

Schaab, bei Patze 2, S. 72; Wopfner Nr. 230; Volk S. 305, 310; Rösener bei Patze 2, S. 117; Lamprecht 3, S. 284.Zurück zum Haupttext.

110

Maulhardt S. 56; Pohl, in: La lana S. 95; Volk S. 312. Zurück zum Haupttext.

111

Schirmer, Amt S. 122f.; Schirmer, Verwaltungsbericht S. 84.Zurück zum Haupttext.

112

Störmer, Probleme S. 121.Zurück zum Haupttext.

113

Wopfner Nr. 200;Zurück zum Haupttext.

114

Ott, Studien S. 58-62; Jänichen, Beiträge S. 134f.Zurück zum Haupttext.

115

Werner, Willanzheim S. 48f.Zurück zum Haupttext.

116

Blaschke, in: La lana S. 71.Zurück zum Haupttext.

117

Störmer, Probleme S. 121.Zurück zum Haupttext.

118

Schaab bei Patze 2, S. 54f.; Lamprecht 3, S. 29-34 u.a.Zurück zum Haupttext.

119

So die Chronik des Nikolaus von Siegen bei Wegele S. 482. Zurück zum Haupttext.

120

Volk S. 99.Zurück zum Haupttext.

121

Ofer S. 319; Schöffler S. 208f.; Würzburg Geschichte S. 335.Zurück zum Haupttext.

122

Ahlfeld bei Vischer/ Stern S. 285 f.; Schirmer, Verwaltungsbericht S. 81.Zurück zum Haupttext.

123

Zum Beispiel Katzenelnbogen vgl. Maulhardt S. 96. Zurück zum Haupttext.

124

Maulhardt S. 65, 89-93; Kreft S. 212.Zurück zum Haupttext.

125

Abel, Wüstungen S. 52.Zurück zum Haupttext.

126

Catalogus abbatum bei Stenzel S. 189/268f.Zurück zum Haupttext.

127

Chronik von Waldsassen bei Oefele S. 79 (a.1486); Lübecker Bischofschronik bei Meibom 2, S. 400f. (Anfang 15. Jahrhundert).Zurück zum Haupttext.

128

Bentzien, in: Bäuerliche Sachkultur S. 71-74; Lübecker Bischofschronik bei Meibom 2, S. 400f.Zurück zum Haupttext.

129

Diefenbacher S. 57, 66; Borchardt S. 455; Hoppensitz S. 44.Zurück zum Haupttext.

130

Epperlein, Waldnutzung S. 35f.Zurück zum Haupttext.

131

Felix Faber bei Goldast S. 68.Zurück zum Haupttext.

132

Schirmer, Das Amt S. 175f.Zurück zum Haupttext.

133

Ofer S. 333f.; Trost S. 33- 55.Zurück zum Haupttext.

134

Sandberger S. 246f,Zurück zum Haupttext.

135

Maulhardt S. 68-70.Zurück zum Haupttext.

136

Rösener bei Patze 2, S. 99.Zurück zum Haupttext.

137

Bauernfeind S. 155.Zurück zum Haupttext.

138

Klein, Beiträge S. 276; Jänichen, Beiträge S. 26f., 42; Volk S. 273.Zurück zum Haupttext.

139

Borchardt S. 435.Zurück zum Haupttext.

140

Wopfner Nr. 249.Zurück zum Haupttext.

141

Sabean S. 163; Jänichen, Beiträge S. 26f.; Gilomen S. 346.Zurück zum Haupttext.

142

Rödel, Salbuch S. 90Zurück zum Haupttext.

143

Rübesam S. 168.Zurück zum Haupttext.

144

Stömer, Probleme S. 136 erwägt einen Schreibfehler.Zurück zum Haupttext.

145

Volk S. 272.Zurück zum Haupttext.

146

Rödel/Schöffler S. 207f.Zurück zum Haupttext.

147

Jänichen, Beiträge S. 83. Zurück zum Haupttext.

148

Kötzschke, Hufen S. 248.Zurück zum Haupttext.

149

Döll S. 251f.Zurück zum Haupttext.

150

Aubin/Zorn S. 676.Zurück zum Haupttext.

151

Klein, Beiträge S. 276.Zurück zum Haupttext.

152

Engel/Zientara S. 299; Rübsamen S. 168.Zurück zum Haupttext.

153

Aubin/Zorn S. 676.Zurück zum Haupttext.

154

Franz Nr. 215.Zurück zum Haupttext.

155

Helbig 2, Nr. 29 und Wopfner Nr. 162.Zurück zum Haupttext.

156

Lamprecht 3, S. 288; Engel/Zientara S. 368.Zurück zum Haupttext.

157

Franz Nr.123.Zurück zum Haupttext.

158

Lamprecht 3, S. 502.Zurück zum Haupttext.

159

Schaab bei Patze 2, S. 55.Zurück zum Haupttext.

160

Jäger, Betriebsgrößen S. 246, 253.Zurück zum Haupttext.