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Internetportal Historisches Unterfranken

Einführung in die Datenbank zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters

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Allgemeines

Die Datenbank zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Unterfrankens enthält Quellenmaterial für den Raum Unterfranken und angrenzende Gebiete (Mittel- und Oberfranken, nördliches Baden-Württemberg, südliches Thüringen) aus dem Zeitraum zwischen 1300 und 1520. Im Einzelnen wurden Lehenbücher, Urkunden- und Aktenüberlieferung aus Kopialbüchern, Urbare sowie Salbücher aufgenommen. Die Datenbank ist eine Volltextdatenbank und damit – im Gegensatz zu stark strukturierten Datenbanken – quellennah konzipiert, was eine nachträgliche Überprüfung von Ergebnissen anhand des ursprünglichen Kontextes erleichtert.

Inhalt und Nutzungsmöglichkeiten

Das historische Hochstift Würzburg steht im Mittelpunkt der Datenbank. Rechtsbeziehungen in Stadt und Land, Bodenverhältnisse und Bodennutzung, Wirtschaftskonjunkturen, Verwandtschaft und soziale Schichtung der adligen und bäuerlichen Bevölkerung in diesem Raum sind Themen, für die man eine Fülle von Material findet. Für Familien- und Ortsgeschichten bietet sie weit gestreute Belege, die sonst nur überaus langwierig aus der Durcharbeitung der betreffenden Archivalien zu gewinnen wären. Selbstverständlich umfaßt die Datenbank nur einen kleinen Ausschnitt der gesamten archivalischen Überlieferung. (So wurden etwa die Lehenbücher nicht chronologisch kontinuierlich, sondern nach fünf ausgewählten Zeitquerschnitten zwischen dem Anfang des 14. und dem Anfang des 16. Jahrhunderts erfasst.) Aber mit Hilfe von ersten, rechnergestützt gewonnen Fundstellen besteht Aussicht auf Erfolg, in anschließenden Archivstudien weitere Belege aufzutun.

Enthaltenes Quellenmaterial

Schwerpunktmäßig wurde Material zu fünf Würzburger Bischöfen des Spätmittelalters aufgenommen, deren Regierungszeiten jeweils etwa gleich lang waren (Ausnahme: Lorenz von Bibra) und sich so annähernd gleichmäßig auf den Gesamtzeitraum verteilen. Die erfaßten Lehenbücher dokumentieren die Verleihungen von Nutzungsrechten durch den Bischof an genannte Empfänger. Sie geben damit Aufschluß vor allem über die Beziehungen zwischen Bischof und Adel, aber auch über die Beziehungen vieler Bürger und Bauern zum Bischofshof. Zu den Lehenbüchern des Hochstifts treten solche der Würzburger Dompropstei und des gräflichen Hochadels aus Unterfranken (Castell, Rieneck). Ergänzend zu den Lehenbüchern des Hochstifts wurden jeweils Kopialbücher der entsprechenden Bischöfe mit ihrer Urkunden- und Aktenüberlieferung in die Auswahl aufgenommen. Die Urbare aus der Verwaltung des Hochstifts, aber auch von anderen Herrschaftsträgern aus dem Raum (Domkapitel in Karlstadt, Würzburger Dompfortenamt, mehrere Klöster, Niederadel) geben Auskunft über Abgaben und Besitzverhältnisse vor allem der Bauern auf dem Lande, aber auch von Bürgern in den Städten des Hochstifts. Diese Urbare stammen vor allem aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Außer den ersten beiden Lehenbüchern sind alle enthaltenen Quellen bisher ungedruckt.

Sprache

Die Archivalien wurden in die Gegenwartssprache übertragen. In manchen Fällen (zum Beispiel spezielle Rechtswörter, fragliche Orts- und Flurnamen) wurde die Originalschreibweise belassen und dann gesondert hervorgehoben. Wenn in weiteren Fällen der frühneuhochdeutsche Wortlaut oder genaue Schreibungen (zum Beispiel von Orts- und Personennamen) benötigt werden, können diese mit Hilfe der in den Daten angegebenen Archivsignaturen und Seiten-/Folioverweise im Archiv ermittelt werden.

Entstehung

Die Datenbank zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Unterfrankens wurde seit 1977 am Lehrstuhl für mittelalterliche Sozial- und Wirtschaftsgeschichte (jetzt Lehrstuhl für Fränkische Landesgeschichte des Mittelalters) der Universität Würzburg unter der Leitung des damaligen Lehrstuhlinhabers Prof. Dr. Rolf Sprandel und des Mitarbeiters am Lehrstuhl PD Dr. Hans-Peter Baum aufgebaut.