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Das Herreneinkommen

Von Rolf Sprandel*

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Begriffe

Unter Herren werden hier Grund-, Gerichts- und Landesherren, Herren auf dem Lande verstanden. Das herrschaftliche Einkommen bestand aus den Überschüssen der Eigenwirtschaft und den Abgaben der Bauern. Die letzteren waren vielfältig. Sie reichten von der Zeitpacht und dem Erbzins, also der Verzinsung des Grundeigentums, über gerichtsherrliche, den mit beiden verbundenen leibherrlichen Abgaben und Gewerbebännen bis zur Bede und Steuer. Wenn der Grundherr einen Landesherrn über sich oder einen Vogt neben sich hatte, mußten die Abgaben der Bauern auf mehrere Herren verteilt, insbesondere gerichtsherrliche Abgaben und Steuern, abgezweigt werden. Der Zehnte hatte seinen Charakter einer Kirchensteuer verloren und bildete, oft losgelöst von der Grundherrschaft, in weltlicher oder geistlicher Hand ein zusätzliches herrschaftliches Einkommen. Die Kirche als solche nahm von den Bauern wie von allen Gläubigen gesonderte Gebühren für ihre Dienste und alle möglichen mehr oder weniger freiwilligen Zuwendungen.

Es ist nicht ganz leicht, eine Abgrenzung des grundherrschaftlichen Einkommen von Staatsfinanzen zu finden. Direkte Steuern entwickelten sich aus grundherrschaftlichen Beden und gerichtsherrlichen Vogteirechten. Auch wenn Steuern an zwei Empfänger gingen, waren sie ihrem Wesen nach gleichartig. Indirekte Steuern, Akzisen, Marktabgaben entwickelten sich aus den Gewerbebännen. Im folgenden sollen grundherrschaftliche und vogteiliche Einnahmen, soweit sie der späteren Entstehung von Steuern zugrunde lagen, als quasi staatliche Einnahmen bezeichnet werden. Auszuschließen sind nach Möglichkeit die Abgaben der Städte an den Landesherrn und die Handelszölle, die von städtischen Kaufleuten zu leisten waren.

Die Abhandlung besteht aus zwei Teilen. Im folgenden ersten Teil sollen die Arten der Quellen und Informationen, die zur Verfügung stehen, vorgestellt werden. Die Quellen der EDV werden durch andere aus Unterfranken und mit charakteristischen Beispielen aus dem ganzen deutschen Raum ergänzt. Es gab einen Wandel des Herreneinkommens, der in der Forschung mit Agrarkrise, Adelskrise und Agrarkapitalismus verbunden.1 Dem ist der zweite Teil gewidmet. Was steht hinter diesen Begriffen und welche sichtbaren Erscheinungen werden durch sie angesprochen? Die Agrarkrise könnte z. B. in der Preisgeschichte sichtbar werden, der Agrarkapitalismus in der Zinsentwicklung des Spätmittelalters.

Quellenlage

Als erstes sollen Urbare, Inventare und Rechnungen herangezogen werden. Ich beschränke mich zunächst auf einige geistliche Herrschaften.

Das Kloster St. Stephan in Würzburg erhielt im 15. Jahrhundert regelmäßig für 1200 fl Getreidegült. Dazu kamen noch einige Weingült.2 Getrennt davon gab es eine Grundherrschaft des Abtes, die im 14. Jahrhundert 330 fl im Jahr erbrachte.3 Nach Monika Ofer besaß St. Stephan die Niedergerichtsbarkeit bzw. die Vogtei nur in zwei Dörfern. In den anderen Dörfern beschränkte sich das Kloster auf das Hubgericht über die eigenen Bauern, ein Liegenschaftsgericht. Die Dorfherrschaft war beim Bischof von Würzburg, einer Art Obervogt des Klosters, der sie in einigen Fällen an Niederadelige zu Lehen gegeben hatte. Die vogteilich begründeten Einnahmen des Klosters waren unbedeutend, was für die meisten Klöster gelten dürfte.

Diesem Kloster sei noch ein kleineres unterfränkisches angereiht: die Kartause von Tückelhausen. Für Tückelhausen ergaben sich am Anfang der 1430er eine Jahreseinnahme von 682,5 fl.4

Aus dem benachbarten Mittelfranken und Schwaben sollen zwei geistliche Grundherrschaften zitiert werden.Das Zisterzienser Kloster Heilsbronn erhielt 1402 als Getreidegült allein in dem zentralen Bezirk um das Kloster herum von 1260 Hintersassen umgerechnet 4031 fl.5 Die Deutschordens Kommende Heilbronn nahm 1427 1000 Malter Getreide Grundzins, einschließlich 68 Malter vom Teilbau, ein. Mit 0,6 fl verrechnet, entsprach dieses 600 fl, zu denen noch 300 fl Grundzinse in Geld kamen.6

Die fünf genannten geistlichen Grundherrschaften (bei Heilsbronn nur ein Bezirk) hatten in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts 600-4000 fl jährliche Einnahmen durch die Grundzinse der Bauern. Das Abtgut von St. Stephan im Jahrhundert davor brachte nur 330 fl. Die Konvente bildeten damals kleine Personengruppen. Auch das Haushaltspersonal einbezogen, übertrafen die Getreideeinnahmen den Eigenbedarf bei allen der aufgezählten Herrschaften. Aus den Inventaren von St. Stephan ist bekannt, daß immer 2000-3000 Malter Getreide in den Klosterspeichern lagerte. Dieses Getreide floß auf den Markt und in den Handel.

Gleichartige Quellen von anderen Herrschaften Süd- und Westdeutschlands erlauben es, Eigenbau und Abschöpfungswirtschaft quantitativ zu vergleichen. Auch die Anteile von Zehnten, Steuern und Vogteiabgaben können ermittelt werden. Während man sich beim Eigenbau immer die Frage stellen muß, ob man von den Erträgen oder den Einnahmen erfährt, handelt es sich bei den bäuerlichen Abgaben von der Seite des Herrn immer um reine Einnahmen.

Beginnen wir noch einmal mit einer Kommende. Die Deutschordens Kommende Beuggen in Baden erhielt 1414 aus 38 Orten ein "Reineinkommen" von 2642 fl. Über ein Drittel dieser Einnahmen gewann die Kommende aus Zehntbesitz, fastebensoviel aus der Grundherrschaft, aber nur 16,5% vom Eigenbau.7

Die Katzenelnboger Rechnungen verraten uns, daß die Einnahmen allein aus der Bede 1401 denen von der Eigenwirtschaft gleich kamen und in einem Amt, nämlich Lichtenberg, 1421 27% aller Einnahmen bildeten. Die Eigenwirtschaft ging dann zurück und die Bede wurde immer wichtiger. 1455 machte sie in der Niedergrafschaft 74% aller Geldeinnahmen aus. Bei außerordentlichen Situationen, im 15. Jahrhundert zweimal, 1408 und 1425, legten die Grafen noch eine außerordentliche Steuer darauf, die sie Landbede nannten. die jeweils ein Zehntel des bäuerlichen Vermögens erfaßte und 1425 25470 fl einbrachte.8

Von zwei kleineren Landesherrschaften, Hewen und Hachberg, wurden die anläßlich eines Herrschaftswechsel 1400 bzw. 1414 angelegten Urbare untersucht. Es ergaben sich 1843 fl und 1867 fl Einnahmen mit jeweils einem hohen Anteil von Steuern, 24,8% und 61,8 % auf der Basis von Vogteirechten und Dorfherrschaften.9 Darin sind für Hewen 160 fl aus der Kleinstadt Engen enthalten, die in der Rechnung belassen werden, da sie kaum die Abgaben eines größeren Dorfes übertrafen. Der Anteil des Eigenbaus betrug 7,9% und 8,3%. Alle diese Beispiele zeigen, daß die Abschöpfungswirtschaft für das Herreneinkommen viel wichtiger war als der Eigenbau.

Neben einer Kommende werden also drei weltliche Herrschaften herangezogen. Soweit Prozente genannt werden, lagen die Anteile der Eigenwirtschaft am Herrschaftseinkommen zwischen 8 und 27%, die der Steuern zwischen 25 und 62%. Die Grundherrschaft der Kommende Beuggen, konnte nur wegen der Kirchenzehnten, die sich bei ihr sammelten, relativ hohe Einnahmen erzielen.

Werner Rösener legt auch die Betrachtung einiger württembergischer und badischer Ämter vor, für die geeignete Quellen von 1350 und 1404 vorhanden sind. In beiden Fällen lag der Anteil der Steuern um 50% herum. Dennoch können wir diese Informationen hier nicht verwerten, da in diesem Fall städtische Abgaben das Bild der landesherrlichen Einnahmen prägen. Für Baden kamen zwei Drittel der Steuern allein aus Durlach und Ettlingen.10

Die zweite Methode der Berechnung von herrschaftlichem Einkommen beruht in der Verwertung von verschiedenartigen Globalangaben und zwar sowohl der Einnahmen wie der Kapitalwerte von Grundherrschaften, die bei Käufen und Verpfändungen von Herrschaften zugrunde gelegt wurden. Ich beschränke mich zunächst auf Angaben, die sich mit dazugehörigen Urbarsquellen, Übersichten von Jahreseinnahmen, vergleichen lassen und bleibe bei Hewen.

Die Herrschaft Hewen brachte 1400, wie oben gehört, jährlich 1843 fl ein. Die kapitalisierten Urbareinnahmen erlauben die richtige Einschätzung der für dieselbe Herrschaft überlieferten Pfandsummen. Nach einem älteren Zinssatz von 10% entsprechen sie 18000 fl, nach dem neueren von 5% 36000 fl. Die Herrschaft wurde 1398 für 28000 fl an Habsburg verpfändet, von diesen 1404 offenbar aus politischen Gründen an einen Grafen von Lupfen für 13610 fl weiter gegeben. Der Graf war immer noch gut gestellt, als das Pfand 1406 auf 18000 fl erhöht wurde. Die Herren von Hewen machten jetzt große Anstrengungen, ihre Herrschaft zurück zu bekommen, was ihnen nicht gelang. Die außergewöhnliche Mitgift von 8000 fl, die die Lupfen 1477 an Hewen zahlten, gilt als eine Art Abfindung.11

Die vorübergehende Abweichung der Pfandwerte von den kapitalisierten Jahreseinnahmen läßt erkennen, daß die politische Konjunktur einen Herrschaftswert ebenso bestimmen konnte wie die tatsächlichen Einnahmen. Damit geben uns die Globalangaben einen zusätzlichen Einblick in den Umgang mit dem Herrschaftsvermögen. Dem lassen sich noch einige Beispiele anreihen, die ebenfalls Vergleiche zwischen jährlichen Einnahmen und Kauf- und Pfandsummen zulassen

Die Thüngen schätzten 1493 die Herrschaft Büchold auf 12000 fl, was auf jährliche Einnahmen von 600 fl schließen ließe. Bei der Nachprüfung dieser Information, nämlich der Durchzählung eines 20 Jahre älteren Gültregisters, ergeben sich aber nur 130 fl. Die Diskrepanz erklärt sich einerseits aus in der Einschätzung wohl hinzu gedachten anderen Einnahmearten, wie Zehnt und Bede, andererseits durch außerökonomische Faktoren einer politischen und symbolischen Bewertung der Herrschaft.12

Ein Beispiel für die Abweichung der Globalangaben von den kapitalisierten Einnahmen stellen die verpfändeten Ämter des Hochstifts Würzburg des 15. Jahrhunderts dar. Es werden in der Überlieferung höhere und niedrigere Globalangaben gemacht. Vergleiche mit den tatsächlichen Einnahmen aus einzelnen Ämtern zeigen, daß die höheren Zahlen näher als die niedrigeren am wirtschaftlichen Wert der Ämter bei einer 5% Verzinsung lagen. Die Einnahmen aus allen Ämtern betrugen rund 22000 fl. Davon umfaßten Bede und Steuern auch aus Städten 30-50%. Die niedrigeren Globalangaben entsprachen wohl den bei der Pfandrücklösung berechneten Werten.13

Verlassen wir die Vergleiche zwischen Jahreseinnahmen und Globalangaben und betrachten noch ein extremes Beispiel für die Schwankungen der Kauf- und Pfandpreise entsprechend der politischen Konjunktur.

Der Deutsche Orden kaufte 1402 die brandenburgische Neumark für 63200 ungarische Gulden. Politisch bedrängt mußte der Orden 1409 und 1443 noch 70000 ungarische und rheinische Gulden dafür zahlen, hatte im ganzen also 133200 fl aufgewandt. 1454 wurde die Neumark für 40000 fl an Brandenburg zurück verkauft.14

Neben den Auswirkungen der politische Konjunktur interessiert die Frage, ob bei Globalangaben auch eine Aufteilung der Anteile der Einkommenarten möglich ist. Das Beispiel des Hochstifts Würzburg deutete solche Möglichkeiten bereits an.

Die ritterschaftliche Herrschaft des Burkhard von Windeck wurde 1432 für 10000 fl verkauft. Dabei wurden zur Zusammensetzung dieser Summe Einzelangaben gemacht. Es wurde der Wert der Liegenschaften, also der Eigenhöfe und des verpachteten Landes, auf 2100 fl und der der Zehntrechte auf 1275 fl berechnet. Die verbleibenden 6625 fl wurden durch Einnahmen aus vogteirechtlichen Ansprüchen in Höhe von jährlich

310 fl repräsentiert, was bei 5% Verzinsung auf 6200 fl kommt. Nun sind noch Naturaleinnahmen von 104 Viertel Roggen und 38 Viertel Hafer gesondert ausgewiesen. Beides zusammen entspricht nach den Preisen der Zeit etwa 60 fl, kapitalisiert also 1200 fl. Allerdings bleibt die Zuordnung dieser Naturaleinnahmen zu den verschiedenen Einnahmearten unklar. Die Einzelangaben gehen also über 10000 fl hinaus. 15

Jedenfalls wird erkennbar, daß selbst bei dieser ritterschaftlichen Grundherrschaft die im modernen Sinn hoheitlichen und der Kirchenzehnte über zwei Drittel der Einnahmen ausmachten.

Während bei den Urbaren Klosterherrschaften im ganzen wegen der günstigeren Überlieferungschancen überwiegen, fehlen diese bei Globalangaben weitgehend, denn selten wurden Klosterherrschaften als ganzes verpfändet und verkauft. Immerhin sei ein Beispiel für den Verkauf von Klostereinnahmen zitiert.

Der Nürnberger Konrad Groß kaufte 1340 vom Kloster Kitzingen für 3000 lb h sämtliche Einnahmen auf 14 Jahre, was bei 10% Verzinsung auf 214 lb h Klostereinnahmen pro Jahr führt. Man wird die Klostereinnahmen wohl höher veranschlagen, denn der Nürnberger verpflichtete sich gleichzeitig, in den 14 Jahren die Klosterinsassen gebührend zu versorgen, die Kollekte an den Bischof von Würzburg zu zahlen und im Münster für Kerzen zu sorgen. Aber er hatte das Recht, jährlich 60 Morgen Holz im Klosterwald zu schlagen, was ihm vielleicht allein sein Kapital zurückgebracht und gleichzeitig einen großen Kahlschlag des Steigerwaldes bewirkt hätte, wenn er nicht schon nach vier Jahren davon zurückgetreten wäre.16 So bleiben die Einnahmen von Kitzingen auf Grund des Vertrages von 1340 schwer einzuschätzen.

Hieran schließe ich einige Informationen über Kauf- und Pfandpreise von Einzelobjekten, von Burgen, Dörfern, Höfen und Zehnten, die in größerer oder geringerer Zahl zu einem Herrschaftskomplex gehörten oder auch einer kleineren ritterschaftlichen Familie als alleinige Lebensgrundlage dienten. Gerade in letzterer Hinsicht lassen solche Einzelobjekte auch eine finanzielle Gliederung des kleinen und mittleren Adels zu.Beginnen wir mit Spitzenobjekten.Neuhaus über Mergentheim kostete 6000 fl .17

Für das Pfandschloß und "Flecken" Willstätt in der Ortenauwerden 1414 nicht die Kapitalsumme, sondern die jährlichen Einnahmen von etwa 370 fl bekannt, was sich auf einen Kapitalwert von 7400 fl hochrechnen ließe. Willstädt ist durchaus vergleichbar mit dem oben zitierten Windeck und in Franken mit

Solche Beispiele gehören gewissermaßen der Oberschicht der Ritterschaft an. Die Mehrzahl der Burgpreise lag um einiges niedriger.

Bleiben wir zunächst in Franken. Am Anfang des 15. Jahrhunderts kosteten ein Viertel von Rossberg 200 fl. Gleichzeitig betrug der durchschnittliche Wert einer Burg mit Bezirk im Raum von Würzburg 1200-1600 fl.18

Dem sind einige Nachrichten von unterfränkischen Höfen aus der Mitte des 14. Jahrhunderts anzufügen.

Die Kauf- und Pfandwerte reichen von 100 lb h bis 1440 lb h oder fl für einen Hof in Essleben. Ein Durchschnitt aus 17 Höfen am Ende des 15. Jahrhunderts kommt auf 521 fl.

Ganze Dörfer waren teurer.

Ein Durchschnitt aus 17 Dorfherrschaften liegt bei 1624 fl.Der Zehnte wurde oft losgelöst von der Dorfherrschaft vergeben. Ein Durchschnitt aus 34 Dorfzehnten in Unterfranken im ausgehenden 15. Jahrhundert erbringt 1157 fl, also nur ein Drittel weniger als die Dorfherrschaften.19

In der Ortenau kostete die Burg Diersburg 1397 500 fl, die halbe Burg Bosenstein 1426 aber 900 fl, der Hof Aldingen 1342 76 lb h. Es zeigt, wie groß die Unterschiede in der Bewertung, aber wohl auch in der Ertragsfähigkeit einzelner Objekte waren.20 Aus derselben Gegend haben wir Angaben, die in das 13. und frühe 14. Jahrhundert, also vor die Guldenzeit, zurückreichen. Die Preise scheinen niedriger gewesen zu sein. Das Dorf Nonnenweier kostete 1316 110 Mark Silber, der Neuensteinhof 1287 neun Mark Silber. Die Mark Silber soll dort beim Übergang zur Guldenwährung vier Gulden entsprochen haben.

Während sich in Süddeutschland rasch die Guldenrechnung durchsetzte, wurde weiter nördlich noch länger an der Mark Silber festgehalten. Die Burg Jessen in Sachsen Wittenberg kostete 1347 rund 400 Mark, die Burg Pretten steigerte sich 1372-1381 von 350 auf 425 Mark Silber. Wie man auch den Umrechnungskurs ansetzt, mit vier oder sechs Gulden21, jedenfalls halten diese Werte mit denen der mittleren Burgen Frankens Schritt. Das kursächsische Dorf Erdmannshain brachte 1511 2050 fl. In Schlesien wurde das Gelände für eine Dorfgründung 1257 für 100 Mark Silber erworben und drei Jahre später, nach der Dorfanlage, für 200 Mark Silber wieder veräußert. Diese Nachricht beleuchtet auch die wirtschaftlichen Anreize für Lokatoren.22

Das bisherige Ergebnis des Umgangs mit Globalangaben ist ein doppeltes: Erstens die Ausdehnung der Informationen auf verschieden große weltliche Herrschaften mit Ansätzen zu einer finanziellen Gliederung unter ihnen und zweitens die Einsicht in die Differenz zwischen Herrschaftseinnahmen und einem Herrschaftswert, der von der politischen Konjunktur abhängig war und geradezu einen spekulativen Charakter erhielt.

Unter den Globalangaben finden sich auch die "Bekennungen", Belastungen meist zugunsten einer Witwenversorgung, die bei einer Heirat die Familie des Bräutigams nicht auf ihrem ganzen Besitz, sondern auf einem bezeichneten Teil anerkannte. Auch der Herrschaftswert dieses Teiles wurde nicht ganz belastet, sondern man verfügte, ob ein Drittel, die Hälfte oder zwei Drittel davon als jährliche Einnahme etwa einer Witwe zur Verfügen stehen soll.. Am Ende des 15. Jahrhunderts, in jener Zeit, aus der wir die meisten Bekennungen haben, war der Anteil auf ein Drittel gesunken. Der Rest blieb zur Verfügung der übrigen Erben. Die Bekennung repräsentiert somit das Herreneinkommen einer Witwe. Es spiegeln sich darin besonders gut Standesunterschiede.

Ein Berlichingen belastete seine Herrschaft mit einer Bekennung von 1300 fl, was einem wirtschaftlichen Herrschaftswert von 3900 fl und jährlichen Gesamteinnahmen daraus von 195 fl entsprach. Die Witwe sollte davon 65 fl erhalten. Es bleibt unbekannt, einen wie großen Teil der Herrschaft Berlichingen dieser Herrschaftswert erfaßt. Immerhin kann man die 195 fl als Mindesteinnahmen der Berlichingen ansprechen.

Sonst taugen die Bekennungen nur für eine relative finanzielle Stufung im Adel. Es entsprach dem sozialen Anspruch, wenn Familien eine höhere Bekennung einräumten.

Herausragende Ritterfamilien, wie die Bibra, vergaben Bekennungen von 3500 fl und übertrafen damit kleine Grafen wie Castell und Helfenstein, die beide Bekennungen von jeweils 2200 fl beurkundeten.

Als ein Markgraf von Ansbach eine Wittelsbacherin heiratete, sicherte er ihr im Falle der Verwitwung aus einem wirtschaftlichen Herrschaftswert von 62000 fl ein Jahreseinkommen von 5000 fl zu. Hier wurde also der für das 15. Jahrhundert hohe Zinssatz von 8% zugrunde gelegt.

Je höher der soziale und politische Rang eines Herrn war, um so mehr dürften landesherrliche Einnahmen, wie Steuern und Zölle, ja sogar städtische Abgaben in die Berechnung des Herrschaftswertes einbezogen worden sein.23

Den Bekennungen von seiten des künftigen Ehemanns stehen die Mitgiften von seiten der Familie der Braut gegenüber, die in der Regel von gleicher Höhe sein sollten, aber wenn Standesunterschiede im Spiel waren, ungleich werden konnten.

Ein Kronberger heiratete 1334 eine Weinsbergerin, erhielt 1200 lb h und gab 3000 lb h. Ein Eppstein heiratete 1403 eine Kronbergerin, erhielt 13000 fl und stellte als Gegengeld 4000 fl.24

Eine finanzielle Verrechnung von Standesunterschieden ist auch bei den Turnieren des späten 15. Jahrhunderts erkennbar. In einer Bamberger Turnierordnung von 1485 heißt es: Ein Adeliger, der eine Handwerkerstochter heiratet, wird nicht mehr zugelassen. Einer, der eine aus der bürgerlichen Oberschicht bekommt, wird zugelassen, wenn die Mitgift seiner Frau wenigstens 4000 fl beträgt. Sofern die Turnierbeteiligung seiner Familie nicht weiter als 50 Jahre zurück reicht, muß diese Mitgift sogar 10000 fl betragen.25

Zum Vergleich verwerten wir noch Nachrichten über Mitgiften für Töchter des Welfen Hauses im 14. Jahrhundert. Von einigen Ausnahmen abgesehen lagen sie zwischen 1500 und 2000 Mark Silber,26 was mit einem Zinssatz von 10% kombiniert werden muß. Es ist evident, daß die Mitgiften erheblich unter der Bekennung von Ansbach ein Jahrhundert später lagen. Auch eine Bekennung aus dem benachbarten Hause der Herzöge von Sachsen-Wittenberg von 1372 ist heraus zuheben. Sie betrug 5000 Schock Freiberger Groschen, also wohl 3750 Mark Silber.27 Das ist nach Ansbach die größe Mitgift meiner Beispielserie. Sie wurde rund hundert Jahre früher ausgesetzt und betrug deswegen möglicherweise nicht ein Drittel sondern zwei Drittel eines bestimmten Herrschaftswertes.

Von den vorher behandelten Kauf- und Pfandsummen unterscheiden sich die Bekennungen dadurch, daß sie jährlichen Einnahmen, Mindesteinnahmen aus einer Herrschaft, entsprechen mußten. Die Einnahmen der Berlichingen von 195 fl sind miit den Oberschicht Einnahmen etwa von Willstätt zu vergleichen , die rund das Doppelte betragen, in deren finanzielle Klasse die Berlichingen aber wahrscheinlich gehören. Fürstliche Bekennungen sprengen solche Rahmen und bilden unter sich eine Gliederung anderer Art.

Dem sind nun Steuersätze für Herreneinkommen anzureihen, die ebenfalls nur indirekte Hinweise geben, aber jeweils mehrere Herrschaftsträger nach gleichem Maßstab messen und nebeneinander stellen, so daß sie gut verglichen werden können. Es gibt kirchliche und weltliche Steuerfestsetzungen. Beginnen wir mit den ersten. Bei bischöflichen Einnahmen dürften geistliche Einnahmen und unter den weltlichen Einnahmen der Bischöfe die städtischen eine Rolle spielen. Ich beschränke mich deswegen hier auf Angaben von einigen Landklöstern und Ritter Kommenden.

28 Es fehlen z. B. die bayerischen Klöster, wohl weil der Herzog die Provision durch den Papst verhinderte. Da es sich immer nur um die Grundherrschaften der Äbte, nicht der Klöster handelt, lernen wir einige große und zahlreiche kleine Grundherrschaften kennen, die jeweils in der Hand eines einzelnen Nutznießers, des Abtes, waren.

Das höchste Einkommen auf der Liste erzielte im deutschen Sprachraum mit 4950 fl der Abt von Salem. IhmÄbte von St. Lambert in Kärnten mit 3000 fl, von Ebrach mit 2400 fl und von Weißenburg mit 2250 fl. Eine größere Gruppe von 11 Äbten liegt mit ihrem Jahreseinkommen zwischen 900 und 1800 fl., 31 Äbte schließlich hatten 100-900 fl.

Eine Liste aus der Diözese Lübeck von 1314 benennt den Zehnten der Jahreseinnahmen verschiedener Klöster. Ich wähle als Beispiele Segeberg und Preetz mit 15 bzw. 25 m d. Bei drei Mark Pfennigen auf die Mark Silber kommen wir auf etwa 50 bzw. 80 Mark Silber Jahreseinnahmen.29

Auf der Basis der decima papalis von 1366 ist für das Kloster St. Blasien, das in der zuerst genannten Liste nicht erscheint, ein Einkommen von 900 Mark Silber oder etwa 4000-5000 fl zu errechnen, das danach zunächst abfiel, aber 1440 wieder 850 Mark Silber erreichte.30

Vergleichbare Übersichten besitzen wir auch von den Johanniter Kommenden, deren größte, Grünewörth bei Straßburg, 1495 einen jährlichen "Reingewinn" von 1342 fl hatte. Die beiden nächstfolgenden, Würzburg und Heimbach blieben unter 1000fl.31 Auch die Kölner Kommende stand weniger gut da. Sie hatte "Einkünfte" von 1092 fl.32

Nun zu Beispielen für weltliche Steuerfestsetzungen.

Eine kursächsische Ordinatio wurde 1437 angefertigt, um die Amtssassen, also die Niederadeligen unterer Stufe, für eine militärische Dienstpflicht zu taxieren. Das durchschnittliche Vermögen war im Amt Liebenwerda mit 666 fl am niedrigsten und im Amt Torgau mit 949fl am höchsten.33 Daraus läßt sich bei 5% Verzinsung auf ein Einkommen von 33 bzw. 47 fl schließen.

Der Jahresbeitrag der Ritter vom St. Jörgenschild zur Gemeinschaftskasse wurde 1488 auf der Basis des Einkommens der Ritter bemessen. Das Einkommen streute sich &#–; wenn man von dem gräflichen Mitgliedern der Gesellschaft absieht &#–; zwischen 15 fl und 960 fl. Die meisten Einkommen lagen zwischen 51 fl und 250 fl. Die Kanzlei erfaßte dabei sowohl Zinseinnahmen wie Eigenhöfe und bewertete die Einnahmen von den Eigenhöfen so, wie wenn sie nach "Herrengült" verliehen wären, mit 3 1/3 % vom Verkaufswert der Höfe.34 Dieser Zinsfuß war also deutlich niedriger als der damalige Kapitalzins von 5%, galt aber nicht überall und immer.

Eine letzte Möglichkeit, um das adelige Einkommen indirekt zu erschließen, bieten die geforderten und gezahlten Lösegelder, die nach den Gewohnheiten der Zeit ein Jahreseinkommen nicht übersteigen sollten.

Der Erzbischof von Mainz zahlte 1257 5000 Mark Silber, was in späterer Zeit etwa 20000-30000 fl entsprechen würde und in etwa den für das 15. Jahrhundert genannten Einnahmen des Erzstifts von 25000 fl nahe kommt. Diese sind mit den oben genannten Amtseinnahmen des Bischofs von Würzburg von 22000 fl zu vergleichen.

Das Lösegeld weltlicher Fürsten erreichte die gleiche Größenordnung und stufte sich dann wie bei den Bekennungen in Tausendern nach unten.

Ein Graf von Berg sollte 1372 32000 fl Lösegeld zahlen. Allerdings ist in Betracht zu nehmen, daß große Teile fürstlicher Einnahmen lange Zeit verpfändet waren. Während dessen war die durch die Summen bezeichnete Finanzklasse zahlreicher Fürsten eher Exspektanz als Aktualität.

Bescheidener war die Lösegeld Verpflichtung von 8000 m d oder 7000 fl, der sich ein Herzog von Braunschweig 1388 gegenüber sah. Ein Herzog von Jülich sollte 1360 8000 fl, ein Herr von Loon 5000 fl, Niederadelige 1411/1415 102/200 fl. zahlen. Reinhard Windeck entführte 1370 den Straßburger Domdechanten und erhielt 4000 fl Lösegeld. Er selbst mußte sich wenig später von demselben Domdechanten mit 2500 fl freikaufen35

Die Abstände sind groß. Ein Kleinadeliger im Pleissenland wurde 1296 für 34 m d freigekauft, was nur drei Mark Silber entsprach. Um sie zu bekommen, verkaufte die Familie für 50 m d drei Hufen, die wohl flämische waren, also 45 ha umfaßten. Sie blieb aber im Besitz der Hufen und zahlte an den Käufer, ein Kloster, jährlich sechs Mark Pfennige, also 12%, Zins.36 Man wird kaum annehmen können, daß diese sechs Mark die Einnahmen aus den drei Hufen repräsentierten. Eher handelt sich um eine Sicherungsverpfändung für eine Kreditaufnahme.

Außergewöhnlich sind demgegenüber die von dem Weißenburger Chronisten Arzt genannten Lösegeld Zahlungen für die in der Schlacht von Seckenheim 1462 gefangenen Bischof von Metz mit 70000 fl, den Markgrafen von Baden und den Grafen von Württemberg mit je 100000 fl. Man würde sie für unglaubwürdig halten, wenn nicht 1404 der Herzog von Braunschweig an den Grafen von Lippe 100000 fl hätte zahlen sollen, was er freilich nicht tat. Gerade der Vergleich mit der dem Herzog von Braunschweig kurz vorher, 1388, auferlegten Lösegeld Verpflichtung von 7000 fl zeigt, daß man kein Zustandekommen der zuletzt genannten Summen mit Orientierung am Jahreseinkommen annehmen darf. 37

Nun möchte ich das aus verschiedenartigen Quellen genommene Zahlenmaterial zusammenfassen. Zunächst macht die beigegebene Tabelle einen Versuch der Klassifizierung des Herreneinkommens.

Wo die Quellen ausführlich genug sind, sehen wir, daß die Eigenwirtschaft nur einen geringen Teil des Herreneinkommens brachte. Der Anteil der Steuern und steuerartigen Einnahmen übertraf diesen rasch und wuchs ständig. Während Klöster die größten Eigenwirtschaften hatten, standen in der Abschöpfungswirtschaft die geistlichen und weltlichen Fürsten, danach die Grafen und Herren gerade wegen des Anteils steuerartiger Einnahmen an der Spitze. Nur drei der 45 Äbte der päpstlichen Provisionsliste kommen in die Klasse II.

Der Abstand zwischen Fürsten und Rittern wird bei Bekennungen sichtbar. Ich zitierte ein Beispiel, das den Abstand der Witwenversorgung wie 77 zu 1 (Ansbach zu Berlichingen) markiert. Interessant sind die ungleichen Zahlungen bei Heiraten von Seiten der Familie des Bräutigams und der der Braut. Eine fehlende Altehrwürdigkeit war finanziell ausgleichbar. Auch im Adel ließ sich der Rang kapitalistisch interpretieren, was denn auch erlaubte, die Adelskassen mit Bürgerkapital großzügig aufzufüllen

Die Bedeutung der Schwelle von 100 fl oder der entsprechenden Silbergeldmenge bezeugt auch eine kirchliche Stellungnahme. In einer dem Papst 1245 in den Mund gelegten Stellungnahme wurde eine Norm des Adelseinkommens definiert. Dem Pleban von Schmölln wurde Pfründenakkumulation per Dispens zugestanden, da er von seiner Stelle als Pleban allein "iuxta nobilitatem suam et terrae consuetudinem", gemäß seinem Adel und der Gewohnheit des Landes, nicht angemessen leben könne. Aber die Bezüge sollten 80 m d, nicht übersteigen.38

Bei der Betrachtung der zeitlichen Entwicklung ist zu berücksichtigen, daß die Quellen im 15. Jahrhundert viel dichter fließen als in der Zeit davor. Die Vergleiche zwischen den Zahlungen in Gulden und in Mark Silber sind mit Ungewißheit belastet. Immerhin scheinen die Herrschaftspreise und Bekennungen im 13. und frühen 14. Jahrhundert teilweise niedriger als später gewesen zu sein. Aber die päpstliche Provisionsliste ist ein Beispiel dafür, daß sich die Struktur des Herrschaftseinkommens im Laufe des 14. Jahrhunderts nicht veränderte.

Herrschaftswerte und Bekennungen sind wegen individueller politischer Konjunkturen und sozialer Ansprüche ein schlechter zeitlicher Parameter. Wichtiger sind die Jahreseinkommen. Auf ihre Veränderung komme ich bei Agrarkrisen und Agrarkapitalismus zurück

Bei allem ist auffällig, wie viele in Geld ausgedrückte Herrschaftswerte in den Quellen der Zeit zu finden sind. Man kann von einer Monetarisierung der Herrschaftsverhältnisse sprechen, die wohl früher eintrat und allgemeiner war als eine Ökonomisierung, d. h. die bewußte Ausnutzung der Herrschaftsverhältnisse für Wirtschaftserfolge. Diese Monetarisierung war Ausdruck und Hilfsmittel für viele und rasche Veränderungen der Herrschaftsverhältnisse.

Der Wandel des Herreneinkommens I

Beginnen wir mit den Preisen. Agrarpreise sind herkömmlich der wichtigste Anknüpfungspunkt für Betrachtungen über die Agrarkrise. Hatten Agrarpreise eine Bedeutung für die Einkommensentwicklung der Grundherrn und der Bauern? Rechtfertigen sie es, von einer Agrarkrise im Spätmittelalter zu sprechen? Die Hauptquelle für Preise sind die Einkaufsrechnungen städtischer Institutionen. Welcher Art sind die in spätmittelalterlichen Rechnungen überlieferten und in der Forschung behandelten Preise? Man muß unterscheiden zwischen Nominalpreisen, Preisen umgerechnet in Edelmetallmengen und Preisen in Kaufkraft, also Getreidepreisen etwa verglichen mit Preisen anderer Waren und mit Löhnen. Das Einkommen beeinflußten schließlich nur die letzteren. Aber zu ihrer Ermittlung bedarf man der Nominalpreise. Auch deren Edelmetalläquivalent ist nützlich. Er repräsentiert zwar nicht immer, aber manchmal die Kaufkraft der Preise.

An den Xantener Dombaurechnungen (ab 1360) werden die Risiken einer bloßen Umrechnung auf Edelmetalläquivalente erkennbar. Nach Wilhelm Abel zeigen die dortigen Getreidepreisreihen in Silber Stabilität und Stagnation.39 Nominell stiegen diese Preise aber sehr stark, stärker als die Preise für Baumaterialien und als die Löhne, so daß auf einen Kaufkraftanstieg der Getreidepreise zu schließen ist. Da man keine Warenkörbe rekonstruieren kann, sind wohl am ehesten Lohnreihen geeignet, um falsche Schlüsse aus Edelmetalläquivalenten zu vermeiden. Allerdings sind meistens nur eine oder zwei Berufsgruppen vornehmlich des unteren Niveaus mit Löhnen bezeugt.

Eine Sonderstellung nehmen die Getreiderechnungen des Klosters Heilsbronn ein, die bis 1338 zurückgehen und hier zusammen mit den städtischen Rechnungen behandelt werden.

Wenig beachtet bisher, aber ebenfalls ausssagekräftig sind die Getreiderentenkäufe, die meist in Urkunden überliefert sind. Eine jährliche Getreidelieferung wurde für eine einmalige Geldzahlung gekauft. Die Getreidelieferung hatte den Geldwert der jährlichen Verzinsung der einmaligen Zahlung. Da der Zinssatz meist nicht genannt wird, müssen wir hypothetisch den im 14. Jahrhundert häufigen Satz von 10% und den im 15. Jahrhundert häufigen Satz von 5% verwenden. Die Getreiderenten wurden entweder von den Kapital aufnehmenden Bauern zusätzlich zum Grundzins oder vom Grundherrn als Abtretung seiner Grundzinsansprüche bezahlt. Mit dem Kapitalzinssatz können Getreiderentenkaufpreise auf Stückpreise, etwa auf einen Malter Roggen, zurück gerechnet werden. In ihnen sind die mittelfristigen Erwartungen der Preisentwicklung enthalten. Sie schalten also die Ernte bedingten kurzfristigen Preissprünge aus und richten sich nach einem &#–; subjektiv erwarteten &#–; Durchschnitt.

Die Preisgeschichte des Spätmittelalters läßt sich in drei Phasen einteilen. Die erste Phase reicht vom 13. Jahrhundert bis zum Einbruch der Epidemien 1348. Es ist die Phase, in der der Agrarhandel erst begann und die Entdeckung immer größerer und immer entfernterer Absatzmöglichkeiten die Preisgeschichte bestimmte. Diese Phase ist eigentlich nur durch die Getreiderentenkäufe zu erhellen.

Roger Sablonier berichtet, daß im Umland von Zürich eine Mütt Roggen (90 l oder etwa 65 kg40 ) um 1250 1,5 Mark Silber, nach 1260 zwei Mark und nach 1309 drei Mark kostete.41 Im Raum von Speyer und Worms lag der Rentenpreis eines Malters Roggen (von etwa 100 kg) 1297 auf 4,3 lb h und 1331 auf 6,5 lb h,42 wenn eine Mark Silber zwei Pfund Hellern gleich kam, also 2,15 und 3,25 Mark Silber, was in etwa den Züricher Preisen entsprach.

Im Pleissenland beginnen die Zeugnisse vom Getreiderentenkauf in der Mitte des 13. Jahrhunderts. Sie beziehen sich auf einen Malter Weizen, der im Gewicht wohl mit dem Malter Roggen von 174 l gleichzusetzen ist. Der Kaufpreis liegt bei 1920-2040 d. Ein päpstlicher Kollektor taxiert diesen Malter 1275 auf 180 d, was auf einen Zinssatz von 9,1% führt. Die Rentenpreise stiegen und waren 1290 bei 3480 d, fielen aber bis 1300 schon wieder auf 2640 d. Bei 240 d auf die Mark Pfennige sind dieses 11 m. Das Verhältnis zur Mark Silber erfahren wir 1299. 15 d enthalten ein Lot, 16 m d also eine Mark Silber.43 1290 entsprach der genannte Getreiderentenpreis also 0,9 und 1300 0,7 Mark Silber. Vergleichen wir die Weizenrentenpreise des Pleissenlandes mit den vorher genannten des weniger wertvollen Roggens in anderen Landschaften, so bemerken wir, daß das Preisniveau in dieser östlichen Landschaft erheblich niedriger war.

Die Sammlung von Getreiderenten (Wintergetreide) durch Michael Renkert setzt 1300 ein und zeigt sogleich wieder, daß in den Regionen unterschiedliche Preisniveaus herrschten.

Im Breisgau zahlte man für eine Mütt (73 l) bis 1308 weniger als eine Mark Silber. Dann stieg der Preis, war mehrfach auf einer Mark und mehrfach etwas darüber. Man konnte also im Raum von Zürich erheblich mehr für das Getreide bekommen als im Breisgau. Wenn man die Preise des Breisgaus auf lb h und 100 kg ( etwa 130 l) umrechnet, ergibt sich, daß diese 100 kg im Durchschnitt 4,78 lb h , im gleichen Zeitraum in Unterfranken aber nur 2,57 lb h kosteten. Dort war das Getreide also noch billiger als im Breisgau. Die erst im zweiten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts greifbaren Preise Altwürttembergs lagen näher an denen Unterfrankens als an denen des Breisgaus.44

Im ganzen läßt sich wohl sagen, daß in der ersten Phase die Getreidepreise unter dem Einfluß des Aufbaus des Agrarhandels anstiegen. Das unterschiedliche Preisniveau der Regionen zeigt, daß der Handel noch nicht in der Lage war, Angebot und Nachfrage zwischen verschiedenen Regionen auszugleichen.

Die zweite Phase reichte von der Mitte des 14. bis zum Ende des 15. Jahrhunderts. Es ist die Zeit der schärfsten Münzabwertungen und nachfolgend der Münzreformen, die nicht nur die Preise, sondern auch die Herrschaftswerte und die Agrarrenten beeinflußt haben. Nehmen wir zunächst ein Beispiel für Herrschaftswerte.

45 Der Guldenkurs des Pfund Hellers war früher 1 : 1, jetzt kürzlich durch die Abwertung des Hellers 1 : 4,46 was für 350 lb h ein Äquivalent von 87,5 fl erbracht hätte. Aber individuelle Umstände ließen den Weiterverpfändungswert der Mühle noch einmal auf ein Drittel davon sinken.

Besitzwechsel in der Zeit der Umstellung war gefährlich und konnte zum finanziellen Zusammenbruch führen.

Neben den Herrschaftswerten, konnten auch die Agrarrenten durch die Münzabwertungen und -reformen vermindert werden, wenn sie nicht angepaßt wurden.

1482 wird in einer Erfurter Chronik von einer Abwertung des Silbergeldes gesprochen. Statt bisher 20 gr sollten künftig 40 gr pro Gulden gelten. Für das gleiche in Gulden bemessene Kapital hätten die Zinspflichtigen jetzt das doppelte Silbergeld zahlen müssen. Im Erfurter Raum sollte es aber "censualu", für Zinsen, bei 20 gr bleiben.47 Die Rentenempfänger verzichteten also auf die halbe Rente in Silber gerechnet.

Es gab auch Abwertungen innerhalb des Silbergeldsystems.

In einem Bamberger Dorf wurden den Bauern die Abgaben in Schilling berechnet. Die ausgeprägten Pfennige wurden im Gehalt gemindert. Die Herren forderten 1470 auf den Schilling drei Pfennige. Die Bauern von Burggrub wollten nur 1 ½ d pro Schilling leisten. Es wurde ein Schiedsgericht angerufen, das 1478 1,8 d pro Schilling festsetzte. Aber die Bauern zahlten nicht. Erst nach der Jahrhundertwende kamen aus Burggrub wieder Einnahmen herein.48

Die Silbergeldabwertungen haben das Herreneinkommen verschlechtert Die Herren konnten Gegenmaßnahmen ergreifen. Das Beispiel von Burggrub deutet bereits auf eine dieser Gegenmaßnahmen hin: die Erhöhung der Silbergeldabgaben, die sich in diesem Fall und oft nur sehr beschränkt durchführen ließ.

Eine andere Gegenmaßnahme war die Verhinderung der Abwertungen durch eine Politik des harten Geldes. Die eingangs erwähnte Abwertung um 1400 rief eine Währungsreform hervor, deren Ausdehnung das Hochstift Würzburg weit übergriff. Vier alte Pfennige wurden gegen einen neuen umgetauscht. Eine solche Aktion war nur möglich, wenn die Herren und Rentenempfänger entsprechenden Einfluß auf die Münze hatten. Darin übertraf das Würzburger Domstift noch die Stände der Nachbarfürstentümer, sodaß das Würzburger Silbergeld im 14. und 15. Jahrhundert immer besser war als das der Nachbarn.

Dennoch waren auch für die Würzburger Rentenempfänger Verluste nicht ganz auszuschließen. Während im 14. Jahrhundert anfangs 60 d, später meist 120 d auf den fl gingen, stieg die Relation im 15. Jahrhundert mit den neuen Pfennigen auf meist 150 d zu 1 fl.49 Fixierte Pfennigrenten verloren also an Wert, auch wenn die Verluste in Grenzen gehalten wurden, indem die Zahl der geschuldeten neuen Pfennige der der alten glich.

Da Goldgeld stabiler war als Silbergeld, fixierte man im 15. Jahrhundert die Abgaben nach Möglichkeit in Goldgeld. Bei kleinen Geldzinsen war dieses nicht möglich.

Eine weitere Gegenmaßnahme der Herren gegen die Auswirkungen der Abwertungen war das Festhalten an Naturalzinsen oder die Wiedereinführung derselben, während die Bauern die Umstellung auf Geldzins durchgehend wünschten. Davon ist an anderer Stelle die Rede.

Wenn die Herren Naturalien auf den Markt brachten, hatten sie damit das Problem, das Einkommen trotz der Münzabwertungen konstant zu halten, nur halb gelöst. Die Abwertung der Münzen bedeutete eine Verringerung des Silberäquivalents des Getreides, wenn es nicht gelang eine Anpassung der Nominalpreise, sprich ihre Steigerung, durchzusetzen. Die Resultate der Bemühungen darum waren von Stadt zu Stadt, von Herrschaft zu Herrschaft unterschiedlich.

Die Getreiderenten im Breisgau, Altwürttemberg und in Unterfranken stiegen im weiteren Verlauf des 14. Jahrhunderts in Silbergeld nominal an, stürzten aber in Gulden vornehmlich im letzten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts stark ab.

Walter Bauernfeind bringt für Heilsbronn Agrarpreiskurven umgerechnet in Gramm Gold. Eine erste Aufstellung reicht von 1339 bis 1400. Die Zahlen der Goldäquivalente waren von Jahr zu Jahr unterschiedlich. 1340 aber kostete z. B. ein Sümer 3,74 Gramm Gold, 1399 3,95 Gramm Gold. Die Preise bewegten sich also in den kritischen Jahrzehnten in demselben Goldgeld Rahmen.50 Die Anpassung an die Abwertungen war besser gelungen als bei den vorher zitierten Getreiderenten.

Neben den Rechnungen von Heilsbronn reichen die Rechnungen einiger Städte mit Getreidepreisen in das 14 Jahrhundert zurück: so die von Straßburg (1310), Braunschweig (1340), und Klosterneuburg (1370).

In Straßburg sanken im 14. Jahrhundert die Roggenpreise von 98 d auf 58 d pro Viertel, also auf etwa 60%. Dieser Sturz wurde dadurch noch steiler, daß gleichzeitig das Nominalgeld um über ein Drittel seines Silbers verlor. Dennoch ist die Straßburger Entwicklung nicht eindeutig. Schon die Haferpreise blieben weitgehend konstant. Die Fleischpreise stiegen nominal erheblich. Bauern und Grundherrn hatten hier einen besonderen Anreiz für die Umstellung auf Viehwirtschaft.51

Eine dritte Phase überlagerte sich im 15. Jahrhundert mit der zweiten. Sie ist durch den Aufschwung des Agrarhandels gekennzeichnet, den ich jetzt durch einige Beispiele illustrieren möchte.

Grundherrn wandten sich dem Agrarhandel nur zu, wenn sie dazu eine entsprechende Einstellung ausbildeten. Die Zeugnisse einer solchen Einstellung gehen in das 13. Jahrhundert zurück.

Seifried Helbling machte sich in seinen Spottliedern aus der Zeit 1282-1299 über die Adeligen lustig, die sich am Hof in Wien darüber unterhielten, wie man eine Kuh dazu bringt, mehr Milch zu geben, um Urlaub baten, damit sie ihre Äcker bestellen könnten und wie sie sich berieten, wie sie die Ackerpreise heraufschrauben könnten.

Später ist dieselbe Einstellung in Norddeutschland bezeugt.

Der norddeutsche Chronist Albert Krantz bescheinigt den "militares", den Rittern, daß sie Fortschritte im Handel machten, wogegen die Bürger nach Ritterschaft strebten, was er beides für falsch hielt.52

1319 erließen brandenburgische und sächsische Fürsten ein Getreidehandelsverbot gegen den Adel und zugunsten der Städte, die sie finanziell brauchten. Damals spürten die Städte also schon die Konkurrenz des Handel treibenden Adels.

Auf hohe Touren kam der Agrarhandel der Herren erst im 15. Jahrhundert.

Flexibiltät und Unternehmertum lassen die fränkischen Ritter der Familie Zollner erkennen, die 400 flämische Schafe erwarben und sie 1406 auf halben Gewinn durch das Kloster Michelsberg in Bösenbechhofen weiden ließen. Klöster wie Michelsberg waren wahrscheinlich führend. Aus den Rechnungen des Klosters von 1480 erfahren wir, daß von den Scheffeln Roggen die in einem, dem zentralen, der Klosterkästen abgeliefert wurden, ein Viertel in die Klosterbäckerei, ein anderes Viertel in Naturallöhne und die Hälfte in den Klosterspeicher ging.53 Wenn davon noch einmal ein Teil, ein Sechstel des Ganzen, für die nächste Aussaat abgezogen wurde, kennen wir den Rest, der auf den Markt gebracht werden konnte.

1469 erwarb sich das Kloster Lehnin von der Neustadt Brandenburg die Erlaubnis, über seinen Hof in der Stadt mit Korn zu handeln und dieses besonders nach Hamburg zu bringen.54

Die Absatzmöglichkeiten weiteten sich geographisch und sozial.

Das Kloster Marienfeld in Westfalen klagte 1336 noch darüber, daß man auf dem für einige Güter zuständigen Markt in der Kleinstadt Münder nur wenig Getreide absetzen könne.55

Solche Schwierigkeiten verringerten sich im Laufe der Zeit. Durch die Entwicklung des Fernhandels waren im 15. Jahrhundert nicht mehr nur stadtnahe Grundherrn und Bauern als Getreidelieferanten gefragt, sondern aus städtereichen Landschaften oder Großstädten kamen Aufkäufer in stadtärmere Gegenden. Besonders in Hungerjahren erfahren wir von Einkaufsaktionen großen Stils, so 1437 von einer der Nürnberger mit Genehmigung des Herzogs in ganz Bayern. Auf diese Weise entstand auch ein zwischenstädtischer Getreidehandel, und immer mehr Städte wurden zu Umschlagplätzen für Getreide.

Für die Jahre der Hungerkrise um 1500 enthüllt uns das Würzburger Ratsprotokoll das Funktionieren des städtischen Getreideeinkaufs. Hier wie fast überall schaltete sich der Stadtrat ein, um die städtischen Vorratshäuser zu füllen.

1491 kaufte der Rat von zwei Würzburger Domherrn, die auf Pfründen in der Umgebung über die Abgaben der Bauern verfügten, Getreide zu Marktpreisen. D. h. die geistlichen Grundherrn nutzten die Notlage aus. Außerdem wurden städtische Funktionäre, Aufkäufer, nach Schweinfurt, Kitzingen und Arnstein geschickt. Mit wem sie dort zusammentrafen, wissen wir nicht. 1501 wurde ein Ratsherr als Aufkäufer nach Frankfurt und Nürnberg gesandt. Der bischöfliche Amtmann von Meiningen vermittelt ein Angebot aus Erfurt. Der Bischof verkaufte dem Rat wohl zum Selbstkostenpreis Getreide, das er von den Herrn von Grumbach wohl zu Marktbedingungen erworben hatte. Es kamen aber auch selbständige Lieferanten, Bootsführer auf Mainkähnen voller Getreide. Sie fuhren dorthin, wo Bedarf war. 1501 kam der Rat durch solche Schiffe in Verlegenheit, denn er hatte gerade durch andere Einkaufsaktionen alle seine freien Geldmittel verausg

Die Versorgung von Viehzucht-Gegenden, wie den Alpentälern, mit Getreide wurde durch die Verbesserung des Fernhandels erleichtert. Ein Ausbau der Viehzucht wurde dadurch ermöglicht.

Zu den wenigen statistischen Quellen für das Anwachsen des Getreidehandels gehören die Wasserzollisten des Vogtes von Celle. Nach diesen passierten 1439-1455 im Jahresdurchschnitt 157 Lasten und 1455-1458 etwa 1055 Lasten die Zollstellen.56

Trotz des Mangels an statistischen Quellen ist der Aufschwung des Agrarhandels im 15 Jahrhundert deutlich bezeugt. Was bedeutet er für die Preisgeschichte? Die dritte Phase der Preisgeschichte ist durch scharfe Konkurrenz um beides, Getreide und Käufer, gekennzeichnet. Es gab krisenhafte Zuspitzungen in beiden Richtungen.

1423 klagt ein Schreiber aus der Umgebung von Basel über den Ackerbau. Es hätte jetzt acht Jahre niedrige Preise gegeben, so daß "Rebsmann und Bursmann unwillig zu bauen" geworden wären. In der Gegend von Breslau wollte ein Bauer 1485 den ererbten Hof wegen Armut, und weil er weder Kinder habe noch Gesinde bekommen könne, nicht übernehmen. Aber der Grundherr sprach von Ausreden. In Wirklichkeit wären dem Bauern die Absatzpreise zu niedrig. Ein Gericht verurteilte den Bauern dazu, einen Ersatzmann zu stellen, bevor er abziehen durfte. Der Grundherr meinte, "sollte ich von jedem Bauern das Erbe so aufnehmen, so würde mir mein Dorf wüst".57

Dieser Produzentenkrise steht in Unterfranken eine Hungerkrise gegenüber. Die Schultheißen der Dörfer Eibelstadt und Randersacker kamen 1486 nach Würzburg und klagten über „Gebrechen unter den armen Leuten“. Das Korn würde auf Schiffen in fremde Länder geführt. So hätten die „armen Leute“ nichts zum Leben und würden nicht bleiben. Der Fernhandel, der es ermöglichte, daß kaufkräftige Städte von weither Getreide bezogen, trieb offenbar die Preise so hoch, daß Einheimische, die nicht selbst Getreide anbauten, hier z.B. die Winzer, es nicht mehr erstehen konnten. In der gleichen Zeit stiegen in Würzburg drastisch die Einwanderungszahlen, die erkennen lassen, wohin die Leute zogen.58

Man würde gerne wissen, wie sich die eine und die Art von Krise, sowie die ausgeglichenen Lagen räumlich und zeitlich verteilen. Die Überlieferung der Preisangaben ist jetz sehr dicht. Aus vielen deutsche Städten sind Einkaufsrechnungen mit Getreidepreisreihen überliefert, was allein schon für eine Zunahme des Handels spricht.

Zunächst noch einmal zu den Getreiderentenpreisen.

Im Breisgau und in Altwürttemberg stiegen die Preise von Anfang des Jahrhunderts an, in Unterfranken folgten sie ihnen erst in der Mitte des Jahrhunderts. In Altwürttemberg sanken sie in der zweiten Jahrhunderthälfte vorübergehend wieder.

Offizielle Württembergische Berichte über Dinkelpreise liefern für 1457-1462 eine Durchschnitt von 2/3 fl und für 1476-1482 von 1/3 fl.59 Bei einem Zinssatz von 5% würde dieses einem Sturz des Rentenpreises von 13 auf 6,6 fl entsprechen.

Der Sturz spiegelt sich auch in den Rentenpreisen selbst wider, die sich aber in den beiden letzten Jahrzehnten des Jahrhunderts wieder erholten.

Die Niveauunterschiede zwischen den Landschaften flachten sich ab.

In den beiden letzten Jahrzehnten des Mittelalters kosteten 100 kg Getreiderente in Unterfranken 8,07 und 12,8 fl, im Breisgau7fl und in Altwürttemberg 8,03 und 9,5 fl. Francis Rapp teilt mit, daß in Straßburg um 1500 ein Viertel (112 l) 1/4 lb d, also bei einer Kapitalisierung 10 fl kostete.60

Die Angleichung der Landschaften läßt wiederum auf eine Intensivierung des Handels schließen.

Ein Krisenfaktor, der immer wieder in Erscheinung trat, waren die Münzabwertungen. Wir kennen jetzt auch viele Preise anderer Waren, Löhne und Mieten. Jede Krise hatte ein anderes Gesicht. In Bamberg standen die Agrarprodukte den Löhnen gegenüber

Es gab hier vier große Währungseinschnitte, in denen der Silbergehalt des Geldes fast auf die Hälfte absank. Die Nominalpreise spiegeln diese Einschnitte nicht wider. Am Endes des Jahrhunderts gab es Preise der gleichen Größenordnung wie am Anfang. Die Getreidepreise und ihnen ähnlich die Fleischpreise sanken im Silbergehalt. Die Löhne scheinen sich demgegenüber an die Abwertungen angepaßt zu haben.61

In dem Dreieck Nürnberg, Frankfurt/Main und Nördlingen hat Bauernfeind 1415-1425 und 1440-1465 Preisabschwünge bemerkt. Die Erholung nach 1465 ging 1500-1505 in eine kurze Hochpreis-Phase, bedingt durch schlechte Ernten über. Die Preise anderer Waren, wie Salz und Heringe, bewegten sich mittelfristig parallel zu den Getreidepreisen .

In Hamburg zeigen die Getreidenominalpreise in der zweiten Hälfte des 15 Jahrhunderts gleichbleibend große Ausschläge nach oben und unten, behalten also den gleichen Durchschnitt, während die entsprechenden Preise für Baumaterial und insbesondere die Mieten steigen. Hier scheint die Kaufkraft der Getreidepreise gesunken zu sein.

Besonders auffällig ist die 1400 beginnende Göttinger Reihe. Der Silberäquivalent des Roggen sinkt fortgesetzt und halbiert sich in siebzig Jahren, während der der Löhne bis 1450 steigt, so daß die Kaufkraft des Roggens in dieser Zeit noch tiefer sinkt als dessen Silberäquivalent. Danach sinken die Löhne, sodaß teilweise Kaufkraft für den Roggen zurückgewonnen wird. Man wird sagen können, daß Phasenverschiebungen in der Preis- und Lohnentwicklung einen dauerhaften Kaufkraftverlust einer Ware oder eines Preises verhindern.62

In der dritten Phase der Preisgeschichte beobachten wir also eine Intensivierung des Agrarhandels, der offenbar Gewinne brachte. Die Gewinnmöglichkeiten wurden durch verschiedenartige Krisen unterbrochen, die weiterhin durch Münzabwertungen bedingt wurden. Außerdem gab es Verschiebungen im Preis,- Lohn- und Mietengefüge, die stellenweise für das Getreide ungünstig waren.

Nun fragen wir nach außerökonomische Faktoren, die eventuell eine Krise des Herreneinkommens verursachten. Das wichtigste Beispiel liefern uns die klösterlichen Grundherrschaften.

Klösterliche Grundherren

Für klösterliche Grundherrschaften ergab sich, verglichen mit den kräftigeren bischöflichen und weltlichen Territorien, eine besondere Lage, da die Klöster gegenüber ihren Bauern, Vögten und Nachbarn ohne handgreifliche Gewaltmittel dastanden. Nachrichten über Schwierigkeiten bei der Eintreibung der Abgaben häufen sich. Bei "caristia", was auch als Mißernte zu übersetzen ist, hatten die klösterlichen Grundherrn geringere Möglichkeiten als die weltlichen auf gewöhnlichen Abgaben zu bestehen. In Sachsen suchten die Klöster dann Überbrückungskredite bei Juden, Bosau 1276 "propter caristiam plurimam".63

Die Rechnungen des Klosters Michelsberg von 1480 zeigen, daß 41,5% der grundherrlichen Einnahmen nicht hereinkamen. Nur ein Fünftel davon war &#–; nach einem Dorf zu urteilen &#–; von eigentlichen Wüstungen geschuldet. Der Rest fiel auf zeitweilig unbesetzte Höfe und andere Ursachen. In Debring standen bei einem Gut sechs Jahre die Zinsen aus. Immerhin fand das Kloster bei einem "Landgericht" Hilfe und erwarb zahlreiche "Gerichtsbriefe". Einer davon nahm einem "hinterstelligen" Bauern das Erbrecht, wohl eine empfindliche Strafe. Sonst suchte Michelsberg den Konsens. Von acht Grundholden in Sand verweigerte 1432 einer den Zins ganz, die anderen boten die Hälfte. Das Kloster ließ sich hier und ähnlich in einem anderen Dorf darauf ein.64

Den Klöstern reihen sich die Ritterkommenden , die eher geistliche als weltliche Grundherrschaften waren, und die Stifte an.

Die Kommende Heilbronn verzeichnete zwischen 1427 und 1524 einen Rückgang von 10% der Geld- und 30% der Getreideeinnahmen.65 Der Graf von Tirol gebot 1358 seinen Amtleuten dafür zu sorgen, daß alle Abhängigen der Kirche von Brixen ihre Leistungen erbrächten.66

Ein indirektes Zeugnis dieser Schwierigkeiten sind die vielen urkundlichen Klauseln, die Strafen bei Nichtlieferung vorsahen.

Das ausgeliehene Land der Klöster und Stifte an der Mosel sollte gepfändet werden, wenn der Zins nicht rechtzeitig eintraf, und der Grundherr ließ es von anderen bebauen.67 In der Übergangsphase vom Fronhof zum Meierhof machten die "villici" z.B. des St. Mauritz Stiftes von Münster besondere Schwierigkeiten, indem sie Liten vertrieben und neue Abhängige herholten. In einer Randnote zu einer Güterübersicht heißt es: "Villicus nimmt nun mehr quam ecclesie". 1258 verlangte das Kloster Bredelar von den Meiern, niemals zu versuchen, die ihnen unterstellte "villicatio" als ihr Erbe zu beanspruchen.68 Der Meier durfte keine Seldner "hinter sich" sitzen lassen ohne Wissen der Herrschaft, heißt es in einem theoretischen Traktat über das Meierrecht von 1490.69

Die Klöster richteten Bittgesuche an Bischöfe und Päpste, sie in ihren Abgabenrechten zu unterstützen.70

1299 veranlaßte der Bischof von Münster, daß die Zinsschuldner eines Klosters exkommuniziert und ihre Namen an jedem Sonn- und Feiertag bei Kerzenschein und Glockenklang feierlich verkündet wurden. In demselben Jahr befahl Rudolf von Habsburg allen Reichsfürsten und Dienstmannen, der Abtei Werden gegen säumige Abgabenpflichtige beizustehen. 1284,1294, 1299 und 1367 sollen die Pfarrer die Schuldner der Klöster und Stifte Gernrode, Frohse, Überwasser in Münster,Quedlinburg und Kaiserswerth bei der Strafe der Exkommunikation ermahnen, die Rückstände zu bezahlen.71

Die Klostervögte und die Schwierigkeiten, sie los zu werden, verminderten die Einnahmen.

Die Hörigen eines Hofes des Domkapitels von Osnabrück konnten 1252 wegen der Bedrückung durch die Vögte den Grundzins nicht aufbringen. Ihnen wie den Hörigen zweier anderer Höfe wurde erlaubt, sich vom Vogt frei zu kaufen. Das Domkapitel leistete Zuschüsse. Wilhelm von Holland erlaubte 1253 der "ecclesia" von Goslar, die Vogtei ihrer Güter aufzukaufen.

Wüstungserscheinungen und Bauernflucht trafen klösterliche Grundherrschaften besonders hart, wenn Vögte von dem Kloster die alten Abgaben forderten.

1263 konnte das Kloster Liesborn von den Herrn von Lippe erreichen, daß sie auf vogteiliche Abgaben von Höfen verzichteten, die seit mehreren Jahren verlassen waren.72 Das Kastorstift in Koblenz wachte darüber, daß das Besthaupt der Hubner in Werlau nicht an den Vogt kam, sondern verlieh es als Lehen an einen anderen Adeligen.73

Bauern riefen auch Vögte an, damit ein Kloster, so Theres im 14. Jahrhundert, seine Abgaben senkte.74

Zu der Belästigung durch Vögte kam die durch andere Oberherrn.

Die Meier des Stiftes Bücken weigerten sich 1265, den Kanonikern die Pfründe zu liefern, weil der Erzbischof von Bremen sie mit einer neuen Steuer belastet hatte. Das Kloster Marienfeld begründete das Abstoßen fern gelegener Güter und den Erwerb näher gelegener damit, daß die Unsicherheit der Straßen nicht ab, sondern zunähme. Außerdem legten der Herzog von Lüneburg und seine Amtleute den klösterlichen Gütern immer neue Lasten auf. 1280 teilte der Markgraf von Meißen seinen Amtleuten mit, daß das Kloster Riesa durch Teuerung und Unfruchtbarkeit, sowie durch übermäßige Gastung Schaden genommen habe. Sie wurden angehalten, das Gastungsrecht nicht weiter in Anspruch zu nehmen.75

Klöster wurden in Fehden und Verluste ihrer Stifter mit hinein gezogen.

1332 zerstörte ein Knappe einen Hof des Zisterzienser Klosters Holthausen und teilte dem Kloster mit, es sei nicht aus Feindschaft gegen das Kloster geschehen, sondern weil ein Kolone des Klosters im Dienst der Herren von Büren gestanden sei, jener Herren, die das Kloster gestiftet und dort eine Grablege hatten.76

Klöster versicherten sich manchmal der Hilfe der Vögte gegen die Bauern.

1280 verzichtete ein Vogt auf die Vogtei über sechs Höfe des Stiftes Vreden. Sollten sich die Liten rebellisch erweisen, dürfte der Vogt seine Unterstützung nicht versagen.77

Die klösterlichen Grundherschaften waren in den Fehden der Zeit schutzloser als andere.

Da die Einkünfte des Mainzer Domkapitels durch die Verwirrungen, in die das Land 1254 geraten war, vermindert wurden, überwies ihm der Domprobst die Einkünfte einer Pfarrei. "Die Kirche konnte sich ihrer Güter nicht erfreuen", heißt es 1289 von St. Alban. 1294 mußte das Naumburger Moritzkloster wegen hoher Schulden, die durch Kriege und "varias angarias", verschiedene Bedrückungen, eingetreten waren, Güter abstoßen. Das Kloster Altzelle mußte 1315 ein Dorf verkaufen, weil dieses Dorf von Räubern derart verwüstet war, daß die Bauern die Zinsen nicht mehr zahlen konnten.78 Aeneas Silvius Piccolomini schreibt, eine Ansbacher Pfründe sei durch den Fürstenkrieg in der Mitte des 15. Jahrhunderts von 80 auf 25 fl abgesunken.79

Zu dem Niedergang alter Benediktiner Klöster und den Reformbemühungen besonders des 15. Jahrhunderts gehören die Klagen über die Verschuldung und die Armut. Wenn man solche Zeugnisse im ganzen überschaut, sieht man, daß die Armut oft in von außen politisch erzwungenen Verpfändungen begründet war,80 Verpfändungen, die übrigens ebenso bei Hochstiften und weltlichen Territorialstaaten zu beobachten sind. Sie wurden hier wie dort z. T. oder ganz rückgängig gemacht. Bei den Klöstern und Stiften traten dabei sicherlich größere Verluste ein. Aber die Rückholungen gehörten zu ihren Reformen.

Weltlicher Adel

Kehren wir zum weltlichen Adel zurück. Chronisten der Zeit sahen ihn in der Tat im Niedergang. Roger Sablonier hat solche Klagen des süddeutschen Adels schon um 1300 gesammelt

Dazu paßt auch, daß die Herren von Hewen der Stadt Zürich 1319 Solddienste an Stelle von Entschädigungen versprachen.81 Damals kündigte sich ihr späterer Verlust der Herrschaft schon an. Der Basler Chronist Beinheim berichtet im 15. Jahrhundert von einer ihm benachbarten Landschaft, es gäbe dort keinen Landvogt, weil kein Geld aus dem Land herauszuholen sei. Das Land sei arm.82 Aeneas Silvius Piccolomini meint, es gäbe selten ein Fürstenhaus, das nach Abzug aller Lasten noch Geld ansammle.83 Thomas Ebendorfer schreibt, der Adel könne die "castra" nicht halten, weil die "servitores" die Lohnforderungen erhöhten.84 .

Solche Klagen kommen auch aus Mitteldeutschland.

In einem Steuerzettel für die kursächsische Kanzlei von 1474 schreibt Seiffard von Lüttichau nach Aufzählung der Kosten: Er bräuchte etliche 100 fl für Sonntagskleider, wenn es die Hufen trügen, was nicht der Fall sei. Weil er viel bräuchte und wenig habe, sei er in große Schuld gekommen.85

Befand sich der Adel im Niedergang? Neben den subjektiven Stimmen nutzen wir die wenigen statistischen Untersuchungen, die zu der Frage angestellt wurden.

Für 39 Adelsfamilien des Arnsberger Raumes wurden stichprobenartig die Grundbesitztransaktionen 1300-1500 untersucht. 309 Hinzugewinne standen 426 Besitzverringerungen gegenüber. Das Defizit entstand im ersten und im letzten Halbjahrhundert.86

Die Adelsgruppe differenzierte sich in Gewinner und Verlierer.

In der Ortenau sind von 16 Familien des 13. Jahrhunderts in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts noch 14 vorhanden. Die Verringerung der Familien war also gering. Aber durch Verkäufe und Verpfändungen verlor dieser Adel in Geldwert ausgedrückt 34% seiner Güter. Die Empfänger waren bis 1320 zu 70% Klöster. Bis 1400 sank deren Anteil aber auf 32%. Auch hier gab es wie im südlichen Westfalen Gewinner. Die Kalwe von Schauenburg unternahmen 1342-1395 Transaktionen mit zahlreichen Zugängen und Abgängen, die im Saldo einen Besitzzuwachs im Werte von 270 fl erbrachten.87

Eine Untersuchung der wirtschaftlichen Grundlagen des schlesischen Adels hat gezeigt, daß einzelne Familien bereits im 13. Jahrhundert durch außerökonomische, meist innerfamiliäre Zwänge abstiegen, verarmten oder erloschen. Dazu gehörten Teilungen und Überlastung mit Rentenverpflichtungen.

Ein Rätsch z.B. vereinigte anfangs 12 Hufen bei sich. Bei seinen Urenkeln war je nur eine Hufe. Die Zesselwitz verschwanden aus der Geschichte nach dem Verkauf des letzten Besitzes 1318.

Es kam eine besondere Ursache des Grundbesitzverlustes des Adels zu Tage.

Im 13. Jahrhundert, besonders in dessen zweiter Hälfte, verkaufte der schlesische Adel weit überwiegend an Kirchen und geistliche Personen Grundbesitz in 131 Urkunden und verschenkte allein an den genannten Kreis solchen Grundbesitz in 157 Urkunden.88

Die Kirche profitierte hier wie woanders noch einmal von einer der großen Landvergabungswellen, die – religiös motiviert – die Bodenbesitzverteilung seit dem Frühmittelalter immer stark beeinflußt haben. Gleichzeitig hatte die Kirche als Grundherr, wie wir sahen, bereits mit eigenen Schwierigkeiten zu kämpfen, die das ganze Spätmittelalter andauern sollten.

Beispiele aus dem Pleissenland zeigen, daß der Adel nicht allein aus religiösen Gründen an Kirchen verkaufte. Die von Kamenz im Pleissenland verkauften 1285 Güter an das von ihnen gegründete Kloster Marienstern, weil sie &#–; wie es familien- und selbstkritisch heißt &#–; "suggestione pueritiae", unter dem Einfluß des Kindlichkeit, größere Schulden auf sich genommen hatten. Dieses Geschlecht überlebte nur dank einer Beamtenstellung beim Markgrafen und durch Lehen des Hochstifts von Meißen.89 "Necessitate legitima ingruente", unter dem Druck von rechtlich begründeten Notwendigkeiten, verkauften die Maltitz 1298 Güter an Altzelle. Um ihren Grundbesitz auszugleichen übernahmen sie andere Güter als Zinspächter auf Lebenszeit, traten auch diese 1305 Schulden halber wohl gegen einen neuen Kapitalzuschuß wieder ab.90

Im 15. Jahrhundert war das Verkaufen und Kaufen von Burgen und anderen Herrschaftsobjekten im Adel untereinander ein Mittel der Ausdifferenzierung, der Zuordnung zu Gewinnern und Verlierern.

Konrad von Lentersheim kaufte 1430 die Burg Altenmuhr für 4000 fl von den adeligen Gläubigern des Georg von Buttendorf. Georg von Absberg, ein ansbachischer Hofmeister, kaufte etwa in derselben Zeit die Burg Hallerndorf für 6000 fl, sein Bruder ¾ von Vordernfrankenberg für 9480 fl von den Heßberg. Im frühen 16. Jahrhundert gerieten die Absberg selbst in Schwierigkeiten und verkauften Vordernfrankenberg jetzt für 24000 fl an die Hutten.91

Immer wieder bestätigt sich der Eindruck von der Aufgliederung der Adelsgruppen in Gewinner und Verlierer.92 Aus den Nachrichten sind noch zwei zusätzliche Folgerungen zu ziehen. Nicht alle Familien blieben fortgesetzt auf der Gewinner Seite. Es gab offenbar einen fortgesetzten Austausch zwischen den Gruppen der Gewinner und der Verlierer. Zweitens ist die enorme Erhöhung des Preises von Vordernfrankenberg mit der Steigerung von Ämterpfandwerten vergleichbar und ging wahrscheinlich über die Erträge der zu dieser Burg gehörenden Güter hinaus. Sie hatte also wohl politische Gründe oder ist mit dem Überhang des Kapitalangebots verbunden, den wir unten bei der Betrachtung der Zinsentwicklung noch genauer kennenlernen werden.

Bei der Ausformung des Niederadels gab es viele ärmliche Familien, Leute, die im sozialen Wandel nicht mitkamen. Hugo von Trimberg beleuchtete sie mitleidig in seinem Renner. Die Schildknappen führten ein "Leben mit Ängsten". Der arme Ritter, der eine reiche Bauerntochter heiratete, ist eine seiner kritischen Figuren. Urkunden bestätigen das Bild. 1326 verkaufte ein Edelknecht Güter an Würzburger Bürger "wegen dringender Schulden". 1336 wird ähnliches von den Kindern eines Ritters gesagt.93

Der Wandel des Herreneinkommens II

Wie verhält sich zu diesem chronikalischen und statistischen Bild nun die Rede vom Agrarkapitalismus?

Das wichtigste Feld für Beobachtungen über die Ansammlung von Kapital in den Händen ländlicher Herren bietet die Zinsgeschichte. Zu beginnen ist mit dem dramatischen Zinssturz im 14. Jahrhundert . Regina Görner unterscheidet im südlichen Westfalen zwischen "Rentenfuß" und Kapitalzins. Während der Kapitalzins bei Geld gegen Geld Geschäften entwickelt wurde, bezeichnet der Rentenfuß das Verhältnis der jährlichen Grundzinse &#–; allein dieser, ohne alle anderen Abgaben der Bauern &#–; zu den Verkaufspreisen eines Bauernhofes.

Görner hat Werte für den Rentenfuß und den Kapitalzins ermittelt und in zeitlicher Reihung nebeneinander gestellt. Der Rentenfuß lag zeitweise niedriger als der Kapitalzins. Von 1311-1351 stieg der Rentenfuß von 5,5% auf 10,2%, um dann bis 1370 auf 8,1% zu fallen. Im 15. Jahrhundert lag er meist auf 5,2 oder 5,3%. Görner sieht die Ursache für den Niedergang des Rentenfußes in der Entwicklung des Kapitalzinses. Aber auch ein wechselseitiger Einfluß wäre möglich. Der Kapitalzins lag nämlich schon früher auf 10% und blieb dort bis etwa 1410, sank jetzt langsam auf 7% und befand sich erst ab 1500 auf 5,5%.94

Man könnte sich vorstellen, daß der Kapitalzins zuerst den Rentenfuß heraufgezogen hat und später von den fallenden Grundzinsen allmählich heruntergezogen wurde.

Es gab landschaftliche Unterschiede.

Der Rentenfuß am Niederrhein fiel weniger dramatisch ab: von 6,8% im 14. Jahrhundert auf 5,3% im 15. Jahrhundert.95 Für das Kloster Oldenstadt bei Uelzen sind von 1340-1526 die Kaufpreise der Höfe und ihre Gült verglichen worden. 1340 lag der Kaufpreis bei dem Zehnfachen der Abgaben, verzinste sich also mit 10%, aber schon 1347 mit 5% und schwankte im Fortgang zwischen 5% und 6,6%.96

In Franken sprechen wir einheitlich vom Kapitalzins. Dort war am Anfang des 14. Jahrhunderts für den Kapitalzins 10% die Regel. Von der Mitte des 14. Jahrhunderts ab lag ein Druck auf diesem Zins. Aber 10% war weiterhin führend. Erst nach 1400 wurde 5% der Leitzins.97

Im Moselgebiet hielt sich 10% bis 1410. Dann fiel der Kapitalzins auf 4,4, und 4,5%.98

Das Absinken des Zinsfußes könnte auf eine Überbesetzung des Landes mit Renten und der Schwierigkeit, neues Kapital anzulegen, zurückgehen.

Die Kartause von Basel stieß 1449 das Dorf Egringen ab, weil die Bauern zuviel Zinsen nach anderen Seiten zu zahlen hatten. Auch die fortgesetzte Kritik der Kirche am Zins könnte sich auf dieses Absinken ausgewirkt haben. Dieselbe Kartause vertauschte 1432 Rentenkapital von 3000 fl unvorteilhaft gegen eine Dorfherrschaft, weil man die Renten als wucherisch ansah.99

Ein Vergleich mit dem städtischen Rentenmarkt ist erhellend. Auf dem Hamburger Rentenmarkt erfolgte schon um 1300 eine Umstellung von 10% auf 6,66%. Auf letzterem Satz wurde der Zins damals für Einheimische gesetzlich fixiert. Lübecker Kapitalanbieter bekamen nur 5%. Dieser Vergleich zeigt, daß die Zinsabsenkung dort, wo sich das Bürger-, insbesondere das Handelskapital, massiv konzentrierte, früher auftrat als in agrarischen Gegenden.100

Wie sich die Umstellung auf neue Kapitalzinsen auswirkte, beleuchten zwei Würzburger Urkunden. In ihnen wurde die Gelegenheit eines Wechsels des Pfandinhabers von Dorfbeden ausgenutzt, um die Pfandsumme zu steigern, bzw. die verpfändete Bedesumme zu senken. Im ersten Fall, in Kolitzheim, wurden bis 1465 für 1000 fl jährlich 100 fl , danach für 1600 fl jährlich 120 fl eingenommen. Der Zins hatte sich also von 10% auf immerhin 7,5% gesenkt. Im zweiten Fall, in Wolfmannshausen, wurden bis 1466 ebenfalls für 1000 fl jährlich 100 fl, danach 50 fl geleistet 101.

Es dürfte von Einfluß auf die Entwicklung gewesen sein, daß landesherrliche Ämter und Einnahmetitel an den Adel verpfändet waren und daß sich der Adel in Konkurrenz untereinander um diese Pfandschaften bemühte. Der Landesherr konnte ein Pfand im Besitz eines Adeligen durch einen anderen Adeligen auslösen lassen und dabei einen Zuschlag zur Pfandsumme verlangen. Dieses konnte der Pfandinhaber ablehnen, indem er selbst den Zuschlag zahlte. Dadurch stieg die Pfandsumme, während die Einnahmen aus dem Pfand gleich blieben. Die Verzinsung der Pfandsumme sank also. Solche Vorgänge sind sowohl aus Unterfranken wie vom westlichen Bodensee bekannt.102

Für Arnstein, Ebenhausen und Karlstadt z. B. stieg die Pfandsumme noch in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts um rund das Dreifache, für Karlstadt im 15. Jahrhundert noch einmal von 16000 fl auf 41950 fl.103 Dabei wurde wohl die Zinsabsenkung von 10% auf 5% ausgenutzt.

Die Zinssenkung ist Ausdruck und Folge einer verstärkten Kapitalansammlung sowohl bei den ländlichen Herren als auch in Städten. Viele Herren hatten mehr flüssige Mittel in der Hand als früher.

Woher kam das Geld?

Aus den verstärkten Abschöpfungen von den Bauern und aus dem Agrarhandel. Es gab aber auch außerökonomische Quellen für die Ansammlung von Geldmitteln in den Händen des weltlichen Adels

Vom Anfang des Spätmittelalters kommen Zeugnisse vom Burgdienst im südlichen Westfalen. Dort bekam man um 1300 jährlich 4-10 Mark Silber. Der Burgbefehlshaber erhielt 12 Mark Silber Adelige Räte bekamen 50-60 fl im Jahr. Markus J. Wenninger bringt in seiner Arbeit über die Finanzkraft des Tiroler Adels um 1400 Gehälter, die dem Adel im landesherrlichen Dienst gezahlt wurden. Oswald von Wolkenstein verdiente beim Bischof von Brixen 100 fl im Jahr, ein anderer Ritter sogar 200 fl. Der Landeshauptmann von Krain verdiente 700 fl.104

Markus Bittmann bringt eine umfangreiche Tabelle für Dienstgelder, die der Adel am westlichen Bodensee 1300-1500 einnahm.

Am Anfang des 15. Jahrhunderts galten 300 fl im Jahr als Richtwert. In Würzburg waren diese Werte auch noch um 1500 gültig. Der Hofmeister erhielt 400 fl, der Marschall 200 fl. Geringere Zugewinne brachten adelige Söldnerdienste.105

Die Tagessätze adeliger Söldner scheinen im südlichen Westfalen von 9-10 Weißpfennigen am Anfang auf fünf Weißpfennige am Ende des 14. Jahrhunderts und auf einen Weißpfennig 1436 bei 20 Weißpfennigen pro Gulden heruntergegangen zu sein.106 Nicht zu unterschätzen waren dagegen Fehdegewinne, wie jene des Ortenauer Ritters Hans Röder, der 1427 ein Rheinschiff kaperte und die Ladung in Baden und Pforzheim für 8000 fl verkaufte.107

Mit solchen außeragrarischen Einnahmen konnte man allerdings wohl kaum zu den Agrarkapitalisten aufsteigen. Dafür muß man sich an die Gewinner im Adel halten, von denen oben mehrfach die Rede war.

Spiegelbild des ungewöhnlichen Aufstiegs einer Fürstenfamilie sind die Mitgiften, die die Katzenelnboger, deren gut geführte Rechnungen uns immer Quellen bieten, erhielten. Im 14. Jahrhundert betrugen solche Mitgiften zunächst 4000 lb h oder fl. Schon 1367 erhielt ein Graf Eberhard 8000 fl. 1420 heiratete ein anderer Graf eine Württembergerin und erhielt an Stelle von 16000 fl die Stadt Marbach, die jährlich 800 fl an ihnen zahlen sollte. 1443 wurden bei einer Heirat mit einer Nassauerin 33000 fl zugrunde gelegt. Als 1479 die Katzenelnboger ausstarben und alles an die Landgrafen von Hessen fiel, fanden diese u.a. in der Residenzburg Rheinfels einen Barschatz von 20000 fl vor.108

Der Kölner Liber iurium von 1450 bemißt die Einnahmen des Kölner Erzbischofs rückblickend auf 1370 mit 12800 fl, wobei etwa die Hälfte aus "Steuern und Schatz" kamen. Sie stiegen bis 1420 auf 38030 fl, wobei die "Regalien" jetzt 77% und "geistliche Hoheitsrechte" 13% ausmachten, so daß für den Rest 3800 fl blieben. Für 1422 werden als Summe der Einnahmen schon 48986 fl genannt.

Die vom altmärkischen Kloster Diesdorf erhaltenen Rechnungen reichen von 1379-1466 und weisen einen Anstieg der Geldeinnahmen von 100 bis 355 Mark Silber aus. Kleinere Mengen Korneinnahmen, gleichbleibend etwas über 100 Wispel, kamen noch hinzu.

Die sehr unübersichtlichen Zehntrechnungen von St. Alban sind zusammenfassend dahin gehend interpretiert worden, daß der Getreidezehnte um 1400 überwiegend höher als vor der Pest lag und sich bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts noch einmal um 50-100% steigerte.

Wenn man die beiden Einkünfteverzeichnisse des Herzogs von Braunschweig aus Celle von 1438 und 1487 vergleicht, bemerkt man eine Veränderung. In dem zweiten kommen zu den bisherigen grund- und landesherrlichen Einnahmen Zölle hinzu, die etwa ein Drittel der früheren Einnahmen ausmachen.109

Zu den Gewinnern gehörten also in erster Linie geistliche und weltliche Fürsten, dann aber auch reformierte oder sanierte Klöster.

Zusammenfassung

Die Skizze begann mit einer typologischen Analyse der schriftlichen Quellen, aus denen Informationen über das ländliche Herreneinkommen im Spätmittelalter zu gewinnen sind. Die typologisch verschiedenen Quellen geben jeweils andere Aspekte der Geschichte der Herreneinkommens zu erkennen. Auf dieser Basis wurde versucht die quantitative Größenordnung des Herreneinkommens, deren Abstufung sowie möglichst die Zusammensetzung des Herreneinkommens zu ermitteln.

Im zweiten Teil wurde unter den Stichworten Agrarkrise und Agrarkapitalismus eine Kapitalbewegung auf drei Ebenen ermittelt. Auf der obersten Ebene gab es die Bewegung der Kauf- und Pfandpreise mit einer Tendenz zur Aufschwemmung und mit einem spekulativen Charakter. Diese Bewegung wurde durch individuelle politische und soziale Konjunkturen bedingt. Die Werte konnten unter solche Konjunkturen ansteigen und wieder zusammenbrechen. Herrschaftswerte lösten sich vom Grundzins und sogar von den quasi staatlichen Einnahmen.

Auf der Ebene darunter beobachten wir eine Schwerpunktverlagerung innerhalb des Abgabensystems zu quasi staatlichen Abgaben, die oft neben dem Kirchenzehnten das Herreneinkommen trugen. Das galt nicht nur für Fürsten, sondern auch für Grafen und etliche Ritter entsprechend ihrer verfassungsgeschichtlich begründeten Teilnahme an der Staatlichkeit. Wohin floß das Geld? Eigenhöfe und Naturalabgaben der Bauern auch staatlicher Herren belieferten die Hofhaltung dieser Herrschaften. Von dem Rest dürfte einiges auf den Markt gegangen sein. Aber der Geldanteil der quasi staatlichen Einnahmen diente anderen Zwecken, in erster Linie militärischen, dann wiederum der Hofhaltung, schließlich innerfamiliären Verpflichtungen wie Mitgiften, Lösegeldern und den damit verbundenen Schuldendiensten.

Auf der untersten Ebene wurde Kapital wirtschaftlich erarbeitet: durch Agrarproduktion und durch die wachsende Teilnahme der Grund- und Landesherrn am Handel. Diese wachsende Teilnahme war eine durchaus beachtliche Tendenz der Zeit, stand aber immer im Schatten der beiden darüber gelagerten Tendenzen.

Die Geschichte des Herreneinkommens hat gewissermaßen zwei Seiten. Auf der einen Seite stehen die Verluste. Mehr noch als die Preisgeschichte zeigen die spekulativen Wertberechnungen und die Zinsgeschichte die Kriseanfälligkeit der Landes- und Grundherrschaften, lassen die Verlierer unter den weltlichen Grundherren und die Zusammenbrüche der nicht reformierten und sanierten geistlichen Grundherrschaften hervortreten. Auf der anderen Seite kam viel Kapital bei ländlichen Herren zusammen. Führte der Weg über eine Monetarisierung des Herrschaftsvermögens, seiner Bemessung in Geld, zu seiner Ökonomisierung, also der Ausnutzung der Herrschaftswerte für Wirtschaftsgewinne oder der Betrachtung der verschiedenen Agrareinnahmen zusammen genommen als Kapitalzinse? Die Ausführungen über die wachsende Marktorientierung der Herrn und den Agrarhandel scheinen in diese Richtung zu deuten. Trotzdem möchte ich die beiden anderen Perspektiven für wichtiger halten : den spekulative Umgang mit Herrschaftswerten und die enge Verknüpfung von bäuerlicher Abschöpfung und Staatsaufbau. Wahrscheinlich wurde eine Ökonomisierung des Herrschaftsvermögens und die Ausbildung eines Agrarkapitalismus nur von begrenzten Gruppen der Herren vorangetrieben. Diese Skizze im einzelnen auszufüllen, wäre eine reizvolle Aufgabe der Zukunft.

Anmerkungen

*

Für allgemeinere Ausführungen zu diesem und den übrigen Beiträgen, denen das Material der sozial- und wirtschaftsgeschichtlichen Datenbank zugrunde liegt, vgl. die Seite Zur Seite "Analysen". "Analysen". Dort sind auch die verwendeten Abkürzungen aufgelöst. Die vollständigen bibliographischen Angaben zur zitierten Literatur finden sich auf der Seite Zur Seite "Allgemeine Literatur". "Allgemeine Literatur". Zurück zum Haupttext.

1

Zu Agrarkrise vgl. den Artikel von W. Abel im LexMa 1, Sp. 218-220, zu Agrarkapitalismus den Artikel Frühkapitalismus von E. Pitz im LexMa 4, Sp. 998-1001.Die Verbindung zur Adelskrise wird in verschiedenen neueren Arbeiten hergestellt, aus denen Zmora, Princely state-making hervorgehoben sei, der sich auch besonders auf Material aus dem Hochstift Würzburg stützt, dessen Schwergewicht aber im 16. Jahrhundert liegt.Zurück zum Haupttext.

2

Ofer S. 348. Zurück zum Haupttext.

3

Eubel S. 91; von Ofer S. 345 zu unrecht auf die Klostereinnahmen bezogen, obwohl sie selbst die Trennung von Abt- und Klostergut S. 76 darstellt.Zurück zum Haupttext.

4

Rödel/Schöffler S. 109.Zurück zum Haupttext.

5

Bauernfeind S. 138 mit dem Sumer Preis von 1400 in Tabelle A7.Zurück zum Haupttext.

6

Diefenbacher S. 60, 97; Zurück zum Haupttext.

7

Ulbrich S. 114f.Zurück zum Haupttext.

8

Maulhardt S. 112-115.Zurück zum Haupttext.

9

Rösener bei Patze 2, S. 103,108; korrigiert durch Bittmann S. 152. Insbesondere sind für 1 lb d nicht 2 fl, sondern 1,6 fl zu rechnen.Zurück zum Haupttext.

10

Rösener bei Patze 2, S. 118, 120, 127.Zurück zum Haupttext.

11

Bittmann S. 152-154, 159.Zurück zum Haupttext.

12

Morsel, Thüngen S. 493f.Zurück zum Haupttext.

13

Sprandel, Die territorialen Ämter S. 58-61.Zurück zum Haupttext.

14

Sprandel, Zahlungssystem S. 69.Zurück zum Haupttext.

15

Sattler 42, S. 247; 44, S. 22; die Umrechnungen nach 44, S. 37 und 45, S. 36. Zurück zum Haupttext.

16

Schultheiß S. 67f.Zurück zum Haupttext.

17

Sattler 42, S. 236; die Umrechnung nach 44, S. 37; Sprandel, Ländlicher Adels S. 223.Zurück zum Haupttext.

18

Sprandel, Ländlicher Adel S. 223; Baum, Soziale Schichtung S. 140.Zurück zum Haupttext.

19

Sprandel, Ländlicher Adel S. 223; Baum, Lehenhof 1,S. 164. 167.Zurück zum Haupttext.

20

Sattler 42, S. 225-228, 245; Umrechnungen 44, S. 37.Zurück zum Haupttext.

21

Nach Jesse S. 214-219 sank der Silberwert des Gulden im norddeutschen Raum im 15. Jahrhundert auf 1/6 bis 1/8 einer Mark Silber.Zurück zum Haupttext.

22

Beck S. 262; Schirmer, Amt S.127; Schmilewski S. 179.Zurück zum Haupttext.

23

Baum, Lehenhof 1, S.129-131 mit 2, S. 53, Anm.572, weitere Beispiele bringt Möhring-Müller bei Rödel/Schneider S. 18-34.Zurück zum Haupttext.

24

Spieß, Ständische Abgrenzung S. 197f.Zurück zum Haupttext.

25

Meyer, Aus dem Gedenkbuch S. 67Zurück zum Haupttext.

26

Gresky S. 293.Zurück zum Haupttext.

27

Beck S. 262; Umrechnung nach Schrötter S. 384.Zurück zum Haupttext.

28

Eubel S.84-95.Zurück zum Haupttext.

29

Loy S. 64f; Umrechnung nach Jesse S. 209.Zurück zum Haupttext.

30

Ulbrich S. 52.Zurück zum Haupttext.

31

Borchardt bei Czaja/Sarnowsky S. 45.Zurück zum Haupttext.

32

Ahn bei Czaja/Sarnowky S. 76. Die unterschiedliche Sprechweise der Autoren schränkt die Vergleichbarkeit der Zahlen ein. "Reingewinn" düfte aber wohl nur einen Teil der "Einkünfte" meinen.Zurück zum Haupttext.

33

Schneider bei Andermann/Johanek S. 196.Zurück zum Haupttext.

34

Müller. Zur wirtschaftlichen Lage S. 291, 305f.Zurück zum Haupttext.

35

Sprandel, Zahlungssystem S. 81f.; Droege S.8; Gresky S. 283f. Görner S. 46f.; Sattler 42, S. 247.Zurück zum Haupttext.

36

Rübsamen S. 241.Zurück zum Haupttext.

37

Arzt bei Hofmann, Quellen S. 197; Görner S. 46.Zurück zum Haupttext.

38

Rübsamen S. 212; 80 m d lagen wohl zwischen 80 Mark Silber und 105 fl, dem Wert von 80 m d im nächsten Jahrhundert, zur Umrechnung Rübsamen S. 218 und Schrötter S. 384.Zurück zum Haupttext.

39

Abel, Agrarkrise S. 308.Zurück zum Haupttext.

40

nach Schaffhauser Mütt, bei Dirlmeier S. 573. Die Mütt von Freiburg hat etwa 73 l (dort S. 571).Zurück zum Haupttext.

41

Sablonier S. 232.Zurück zum Haupttext.

42

Wopfner Nr. 191 ("modius" hier als Malter verstanden), 209.Zurück zum Haupttext.

43

Rübsamen S. 194, 217f.Zurück zum Haupttext.

44

Sprandel, Die elektronische Datenbank S. 360-362.Zurück zum Haupttext.

45

Staatsarchiv Würzburg, liber feudorum 11, f. 37verso.Zurück zum Haupttext.

46

Geschichte Würzburg S. 352Zurück zum Haupttext.

47

Döring/Werner bei Mencken S. 36.Zurück zum Haupttext.

48

Braun 2, S. 39.Zurück zum Haupttext.

49

Geschichte Würzburg S. 350-355.Zurück zum Haupttext.

50

Bauernfeind S. 64-131, 178-216.Zurück zum Haupttext.

51

Sattler 45, S. 34-36.Zurück zum Haupttext.

52

Tremel, in: Produttività S.95; Krantz. Saxonia S. 334.Zurück zum Haupttext.

53

Engel/Zientara S. 129, 266f.; Braun 1, S. 125; 2, S. 25.Zurück zum Haupttext.

54

Engel/Zientara S. 144.Zurück zum Haupttext.

55

Wopfner Nr. 210.Zurück zum Haupttext.

56

Sprandel, Ratsprotokoll S. 45-47; Habermann 1, S. 37; 2, S.115.Zurück zum Haupttext.

57

Gilomen S. 228; Franz Nr. 234.Zurück zum Haupttext.

58

Stadtarchiv Würzburg, Ratsprotokoll 6,135v; Geschichte Würzburg S. 305-307.Zurück zum Haupttext.

59

Jänichen, Beiträge S. 107f. Der Scheffel von 177 l (Aubin/Zorn S. 677) oder 132 kg wird auf 100 kg herunter gerechnet.Zurück zum Haupttext.

60

Rapp, in: Bauernschaft S. 93; die Umrechnung nach Sattler 44, S. 37.Zurück zum Haupttext.

61

Köberlin S. 27, 46-48, 51f. Die Kurve bei Braun 1, S. 261 ist irreführend.Zurück zum Haupttext.

62

Berger S. 137, 142f.; Abel, Wüstungen S. 96.Zurück zum Haupttext.

63

Rübsamen S. 251Zurück zum Haupttext.

64

Braun 1, S. 227, 253, 276-278; 2, S. 42.Zurück zum Haupttext.

65

Diefenbacher S. 97.Zurück zum Haupttext.

66

Wopfner Nr. 229.Zurück zum Haupttext.

67

Lamprecht 3, S.63, a. 1273; ähnliches bei Epperlein, Bauernbedrückung S. 43 und öfter.Zurück zum Haupttext.

68

Epperlein, Bauernbedrückung S. 91f., 112.Zurück zum Haupttext.

69

Franz Nr. 241.Zurück zum Haupttext.

70

Sablonier S. 240; Epperlein, Bauernbedrückung S. 60, 83f.Zurück zum Haupttext.

71

Epperlein, Bauernbedrückung S.59f.,99, 123.Zurück zum Haupttext.

72

Epperlein, Bauernbedrückung S. 78f., 99, 117; vgl. auch dort S. 106.Zurück zum Haupttext.

73

Volk S. 269.Zurück zum Haupttext.

74

Franz Nr. 181.Zurück zum Haupttext.

75

Epperlein, Bauernbedrückung S. 83; Wopfner Nr. 210; Rübsamen S. 176.Zurück zum Haupttext.

76

Mersiowky bei Andermann/Johanek S. 276f.Zurück zum Haupttext.

77

Epperlein, Bauernbedrückung S. 95f.Zurück zum Haupttext.

78

Epperlein, Bauernbedrückung S. 40; Gilomen S. 83. Rübsamen S. 176, 193.Zurück zum Haupttext.

79

Geschichte Friedrich III. bei Ilgen 89, S. 245.Zurück zum Haupttext.

80

Proksch S. 104, 110-113,116, 121, 125, 155; Sprandel, Chronik S. 371, 380; Wopfner Nr. 168.Zurück zum Haupttext.

81

Sablonier S. 224f.Zurück zum Haupttext.

82

Beinheim bei Bernouilli S. 404.Zurück zum Haupttext.

83

Geschichte Friedrichs III. bei Ilgen 89, S. 265.Zurück zum Haupttext.

84

Chronica Austriae.MGH SS rerum Germanicarum N.F. 13, S. 473.Zurück zum Haupttext.

85

Franz Nr. 228.Zurück zum Haupttext.

86

Görner S. 94-96 und 159-161.Zurück zum Haupttext.

87

Sattler 42, S. 230; 44, S. 24f., 27; Umrechnung wie 44, S. 37.Zurück zum Haupttext.

88

Schmilewski S. 162, 174Zurück zum Haupttext.

89

Rübsamen S. 253f.Zurück zum Haupttext.

90

Rübsamen S. 251f.Zurück zum Haupttext.

91

Zmora, State and Nobilty S. 58.Zurück zum Haupttext.

92

Diese Sprechweise finde ich zuerst bei Görner (1987), S. 159-161. Sie wird auch fruchtbar angewandt von Zmora, Princely, State-making (1996), bei dem die "Gewinner" im 16 Jahrhundert für den Staatsaufbau wichtig sind.Zurück zum Haupttext.

93

Sprandel, Hugo von Trimberg S. 301-303; Tischler S. 42.Zurück zum Haupttext.

94

Görner S. 29, 283-288.Zurück zum Haupttext.

95

Görner S. 288.Zurück zum Haupttext.

96

Osten S. 60.Zurück zum Haupttext.

97

Sprandel, Ländlicher Adel S. 223.Zurück zum Haupttext.

98

Lamprecht 2, S. 598-601.Zurück zum Haupttext.

99

Ahlfeld bei Vischer/Stern S. 288, 299f.Zurück zum Haupttext.

100

Richter S. 19 mit Tabelle 6 und Gabrielson S. 73.Zurück zum Haupttext.

101

Staatsarchiv Würzburg. Liber diversarum formarum 12, S. 152-154, 158-160.Zurück zum Haupttext.

102

Bittmann S. 136, 139f.Zurück zum Haupttext.

103

Sprandel, Die territorialen Ämter S. 58-61.Zurück zum Haupttext.

104

Wenninger S. 138.Zurück zum Haupttext.

105

Bittmann S. 59-95; Zmora, State and Nobility S. 39.Zurück zum Haupttext.

106

Görner S.39-43, 52.Zurück zum Haupttext.

107

Sattler 42, S. 236.Zurück zum Haupttext.

108

Maulhardt S. 124f.,208.Zurück zum Haupttext.

109

Droege S.8; Engel/Zientara S. 144; Gilomen S. 264; Masuch S. 188.Zurück zum Haupttext.