biographische Daten


 
 
   



 

 Neue Suche 



 

 

Quellenbeschreibung
[1003][1016][1056]
[1078]
 
Bravmann, Salomon Stammbaum                 IdNr. 21298


deportiert
gestorben im Holocaust
 
Geburtsdatum: 11.08.1885 in: Unteraltertheim
Sterbedatum: 1942 in: Raum Lublin
Hebr. Name: Friedhof:
Beruf: Viehhändler  

Ehepartner   

    

1. Bravmann Selma, geb. Rosenstock

Biographische Angaben  


   
Salomon Bravmann war ab 1906 Schüler der ILBA und später Handelskaufmann und Viehhändler. Er wohnte seit dem 11.10.1910 in Höchberg, Haus Nr. 547. Seine Ehefrau war Selma, geb. Rosenstock. Zwischen dem 16. und 26. November war er im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Nach seiner Entlassung, Ende 1938, stellte Salomon Bravmann einen Antrag auf Ausstellung eines Auslandspasses zur Ausreise nach Amerika. Aus diesem Grund, so hieß es in einem Schreiben der Ortsgruppe der NSDAP Höchberg vom 5. Dezember 1938, beabsichtige er, sein gesamtes Vermögen, bestehend aus Wohnhaus mit Nebengebäude und etwa drei Morgen Feld, zu verkaufen. Das Anwesen Bravmann in Höchberg (Pl. NR. 452 1/3, Wohnhaus Nr. 547) mit Keller, Stall mit Futterboden, Wagenhalle mit Futterboden, Garten und Hofraum zu 0,034 Hektar wurde mit notariellem Kaufvertrag im Einvernehmen mit dem Kreiswirtschaftsberater der NSDAP, Wiblishauser, am 10.11.1939 von der Gemeinde Höchberg zu einem Preis von 12000 Reichsmark gekauft. Der Verkaufserlös wurde aufgrund reichsgesetzlicher Bestimmungen auf ein Sperrkonto der Dresdner Bank eingezahlt und kam so nicht zur freien Verfügung der Eheleute. Salomon Bravmann wanderte jedoch nicht aus. Sein Anwesen wurde im Jahr 1940 zur Landpolizeistation umgebaut. Ab diesem Zeitpunkt wohnten er und seine Frau zusammen mit Emanuel und Miriam Eldod, deren Tochter Rifka und der Rentnerin Recha Eldod, der Schwester von Emanuel Eldod, im Gebäude der ehemaligen Präparandenschule. Gerade an diesem Haus wurde die nationalsozialistische Zeitschrift „Der Stürmer“ mit Vorliebe angebracht. Salomon Bravmann arbeitete weiterhin als einziger Jude bei einem Landwirt. Er ließ auch ein zweites Ausreisevisum verfallen, weil er so mit seiner Heimat verbunden war. Als er 1942 das dritte Ausreisevisum in Händen hielt, war es zu spät: Seine Ausreise wurde nicht mehr genehmigt, obwohl er bereits eine Arbeitsstelle auf einer Farm in Südamerika hatte. Salomon Bravmann wurde am 25.04.1942 zusammen mit seiner Ehefrau, Recha und Rifka Eldod nach Krasniczyn deportiert. Auf dem Deportationstransport wurde er als Ordner eingeteilt für die Juden aus Thüngen, Veitshöchheim, Estenfeld, Geroldshausen, Höchberg, Oberaltertheim, Reichenberg, Rimpar und Unteraltertheim. Salomon, Selma, Recha und Rifka wurden im Raum Lublin ermordet.

Quellen: [1003], Seite "Wir wollen uns erinnern", dort angegeben: Richard Bauer, „Markt Höchberg Heimatbuch und Chronik; 1245 Jahre Geschichte eines fränkischen Marktes“, S. 127 f

Im Gedenken an die Deportationsopfer


Verfasser: Naomi Teveth, Tel Aviv (17.10.2017);
letzte Quellenauswertung: 14.03.2018

Individuelle Informationen


Zum Standort der Präparandenschule in Höchberg

Quellenangaben 




[1003] Bundesarchiv - Gedenkbuch
[1016] Strätz, Reiner, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945. Seite 107
[1056] 3. Deportation der jüdischen Bevölkerung aus Bezirksstelle Bayern.

Nürnberg - Würzburg nach Krasniczyn Abfahrtsdatum: 25.04.42


[1078] Volkszählung 1939 - The 1939 German "Minority Census" Database

Ortsfolge   



GeburtsortUnteraltertheim 11.08.1885um 1910[1003][1056]
Höchberg um 19101939/40Nr. 547   ✡[1078] Karte
Höchberg 19401942Sonnemannstraße 15deportiertEhemalige Präparandenschule, Sammelhaus[Seite] Karte
deportiert nachKrasniczyn 25.04.1942[1003][1056]
SterbeortRaum Lublin 1942Opfer[1003]