biographische Daten


 
 
   

Barocke Ausmalung, Synagoge Odenbach
Quelle: alemannia-judaica.de 

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Quellenbeschreibung
[1003][1016][1024]
[1027][1066][1077]
[1078]
 
Brück, Ludwig Stammbaum                 IdNr. 21331


deportiert
 
Geburtsdatum: 03.05.1894 in: Odenbach
Sterbedatum: 1969 in: Odenbach
Hebr. Name: Friedhof:
Beruf: Kaufmann  

Ehepartner   

    

1. Brück Anna [1016][1078]

Biographische Angaben  


   
Kaufmann. Ludwig Brück stammte aus der Kaufmannsfamilie Moses und Franziska Brück in der damals bayerischen Gemeinde Odenbach , Rheinland-Pfalz. Am I. Weltkrieg nahm er nach einer Quelle aus Odenthal [1066] als Unteroffizier in einem (bayerischen) Infanterieregiment teil und wurde hoch ausgezeichnet. Er war dann mit der evangelischen Gastwirtstochter Anna geb. Körper aus der Region verheiratet.
NS-Regime: Nach dem Novemberpogrom 1938 sei die Familie kurzzeitig nach Wertheim gezogen , dann wegen der weiteren Verfolgung zurück zum Schwiegervater nach Odenbach; Ludwig habe aus Sicherheitsgründen allein bei Würzburg gelebt. [1066] Nach den Würzburger Quellen kam er um 1930 in die Stadt und arbeitete hier als kaufmännischer Angestellter; er wohnte um 1939 (mit seiner Frau?) im benachbarten Veitshöchheim [1078]. Nach 1939 musste Ludwig Brück Zwangsarbeit in Würzburg leisten. Er wurde zuletzt wie einige andere Juden aus "nicht privilegierten Mischehen" aus seiner Wohnung vertrieben und musste in das "Judenhaus" Domerschulstraße 25 ziehen (Privilegierte Juden). Am 17.Januar 1944 wurde er mit Ludwig Fels, der nach der Scheidung seiner "Mischehe" in gleicher Weise verfolgt wurde, als letzte jüd. Deportierte aus Würzburg, ins Ghetto Theresienstadt deportiert; [1077] im Oktober 1944 anscheinend ins Vernichtungslager Baustelle [1027]. Ludwig Brück überlebte den Holocaust, entgegen der Darstellung in den Datenbanken von Theresienstadt und Bundesarchiv (Mai 2017). Nach Hinweisen in lokalen Quellen kehrte er 1945 kurzzeitig nach Würzburg zurück [1016], dann in seinen Heimatort Odenbach: "Hinweis: der in einigen Listen genannte Ludwig Brück (geb. 1894) ist im Dezember 1945 aus dem Ghetto Theresienstadt über Frankfurt am Main nach Odenbach zurückgekehrt". [1023] Ludwig Brück war weiter im Dorfleben von Odenbach aktiv, "trug die Post aus und war zeitlebens treues Mitglied im Sportverein". [1066] Er wurde wahrscheinlich im Jüd. Friedhof Meisenheim beerdigt. Sein Vater Moses Brück wurde 1942 von seinem letzten Wohnort München nach Theresienstadt deportiert. Ludwig Brücks um 1933 geborenen Sohn (?) Heinz wurde im März 1942 als Neunjähriger anscheinend ein Opfer der NS-Euthanasiemorde.

Quelle:
-Zuschrift Evely Wilcock, 15.05.2017. (Britische Historikerin und Germanistin; Autorin eines "Mischlinge"-Projects zu jüd.-nichtjüd. Familien.)

Im Gedenken an die Deportationsopfer


Verfasser: Reiner Strätz, Würzburg (22.12.2017); Naomi Teveth, Tel Aviv; Praktikant, Johanna-Stahl-Zentrum, Würzburg;
letzte Quellenauswertung: 12.07.2018

Individuelle Informationen


1894 Geburtsregister

Quellenangaben 




[1003] Bundesarchiv - Gedenkbuch
[1016] Strätz, Reiner, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945. Seite 109
[1024] Biographisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945.
[1027] Ghetto Theresienstadt -Opferdatenbank Nr. 7373

[1066] Förderverein Synagoge Odenbach

[1077] 8. Transport vom 17. Januar 1944 von Würzburg nach Theresienstadt
[1078] Volkszählung 1939 - The 1939 German "Minority Census" Database

Ortsfolge   



GeburtsortOdenbach 03.05.1894[1016]
Würzburg um 1930Frankfurter Str. 28   ✡[1016] Karte
Veitshöchheim vor 1939Friedhofstr. 7[1003][1078] Karte
Würzburg 17.01.1944Domerschulstr. 25deportiert[1077] Karte
deportiert nachGhetto Theresienstadt 17.01.1944?28.10.1944[1077][1027]
deportiert nachAuschwitz ?28.10.1944[1027][1003]
SterbeortOdenbach Dez. 19451969Sterbeort nicht sicher[1066]