biographische Daten


        

Marx Mira
© Stadtarchiv Miltenberg

 

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Quellenbeschreibung
[1003][1005][1029]
[1056][1078]
 
Marx, Mira (Maria Anna) Stammbaum                 IdNr. 33443


deportiert
gestorben im Holocaust
 
Geburtsdatum: 18.09.1894 in: Miltenberg
Sterbedatum: 1942 in: Raum Lublin
Hebr. Name: Friedhof:   
Stolpersteine in Miltenberg
Beruf: Häusermaklerin  

Ehepartner 

    

Biographische Angaben  


   
Bei Debler wird erwähnt, dass Mira Marx ab 20.04.1942 lt. Beschluß des Amtsgerichts Miltenberg für tot erklärt wurde und dass sie am 20.04.1942 nach Lublin/Izbica deportiert wurde. Tatsächlich wurde Mira Marx am 23.04.1942 ab Miltenberg nach Würzburg gebracht und von dort aus am 25.04.1942 über Krasnystaw nach Krasniczyn deportiert, wo die Deportierten am 28.04.1942 ankamen. Das genaue Todesdatum von Mira Marx ist nicht festgehalten. Sie wurde für tot erklärt.

Mira Marx wohnte in ihrem Elternhaus, der Vater hieß Samuel Marx und die Mutter Malchen Marx. Die Eltern sind auf dem neuen jüdischen Friedhof Am Klausrain in Miltenberg bestattet.

Mira Marx hatte noch fünf Geschwister:

Schwester Johanna Marx. Über das Schicksal von Johanna ist nichts bekannt.

Bruder Friedrich Marx, der in Frankfurt am Main lebte und von dort aus bei der zweiten großen Deportation am 11.November 1941 in das Ghetto Minsk verschleppt wurde.

Bruder Adolf Marx lebte ebenfalls in Frankfurt. Er wurde vom 14. November 1938 bis 21. Dezember 1938 im Konzentrationslager Dachau interniert. 1941 wurde Adolf Marx nach Polen deportiert.

Bruder Arthur Marx lebte ab 14.10.1919 in der Herderstraße 30 in Frankfurt am Main. Arthur Marx soll im Februar 1940 von Liverpool aus mit der MS Britannic in die USA ausgereist sein. Zu dem Zeitpunkt seiner Ausreise soll er nicht verheiratet gewesen sein.

Laut Familienbiografie "Mordechai from Züntersbach", einer Familienlinie der Familie Marx aus Hessen. http://www.myheritage.de/site-72821432/family-mordechai-from-zuntersbach.

Schwester Mina Marx. Mina Marx wurde am 20.05.1919 aus der Heil- und Pflegeanstalt in Lohr am Main nach Miltenberg entlassen. Danach gibt es keine Informationen mehr über ihren weiteren Lebensverlauf.

Unter Individuelle Informationen, Pos. 10, kann der Ausweis von Mira Marx vom 13.01.1939 mit dem sogenannten Judenstempel eingesehen werden. Die Frauen mussten zu ihrem Vornamen im Rahmen der Namensänderungsverordnung noch den Namen Sara annehmen.

Unter Pos. 8, Individuelle Informationen, kann das ehemalige Haus von Mira Marx, das zweite Haus auf der rechten Seite, eingesehen werden.
Das Haus Nr. 371 in der Hauptstrasse (Neue Hausnummer nach 1945: 193) wurde das sogenannte Judenhaus, eine Sammelunterkunft (schon Ende 1938) der internierten jüdischen Bürger im III.Reich, von wo aus sie anschließend deportiert wurden. Haus auf der Seite vom "Kaltloch" Richtung Kirche (StAW Gestapo 18 876, Blatt 129). Debler, Seite 48, 51 und 52.
In der Judaica-Abteilung des Museums in Miltenberg ist die Mesusa, zusammen mit der Inschrift, des Elternhauses von Mira Marx aufbewahrt und kann dort angeschaut werden.

Auf dem Gedenkstein unter dem Grabstein von Karolina Moritz ist das Geburtsdatum für Mira Marx mit 19.09.1884 falsch vermerkt. Mira Marx war die Nichte von Karolina Moritz.

In der Deportationsliste ist das Geburtsdatum von Mira Marx als 19.9.94 vermerkt.

Elmar Schwinger: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst, 2014, Seite 239 - 286,
Deportation, Durchgangslager, Völkermord.
Der Exodus der mainfränkischen Juden 1941 - 1944:
Auf Seite 273 ist dokumentiert, dass die jüdischen Mainfranken am Bahnhof Krasnystaw am 28.04.1942 ankamen und von dort aus etwa 15 km zu Fuß nach Krasniczyn zurücklegen mußten. Ankunft in Krasniczyn am 28.04.1942.

Am 10.05.2011 fand in Würzburg der Weg der Erinnerung zum Gedenken der deportierten mainfränkischen Juden statt. Aus dem ehemaligen Ghettostädtchen Izbica kamen zu diesem Gedenken Lehrerinnen und Schülerinnen nach Würzburg. Der Name jedes Deportierten wurde auf einer schwarzen Tafel sichtbar gemacht. So auch für Mira Marx, wie unter Individuelle Informationen Pos. 6. zu sehen.

Prof. Dr. Christiane Kuller beschreibt in ihrem Buch "Bürokratie und Verbrechen - Antisemitische Finanzpolitik in Theorie und Praxis", Oldenbourg Verlag München, ISBN-10: 348671659 oder ISBN-13: 978-3-486-71659-7.
Darin wird die Deportation von Mira Marx und anderen jüdischen Bürgern aus Miltenberg und den Nachbarorten mit ihren Folgen erwähnt.
Sehr gut recherchierte und umfangreiche Texte mit genauen Quellenangaben, die das durch die Nationalsozialisten geschaffene System zur Ausplünderung und Vernichtung der jüdischen Bürger sichtbar machen.
Unter 5.Individuelle Informationen: "Antisemitische Finanzpolitik - Mira Marx" kann über das Schicksal von Mira Marx nachgelesen werden. Ebenfalls sind die unter "Fußnoten" vermerkten Informationsquellen einsehbar.

Bei Debler wird auf auf den Seiten 136 und 137 erwähnt, dass Mira Marx einen unehelichen Sohn hatte. In den Archiven gibt es bisher dafür keine Unterlagen als Beweis.

Im Gedenken an die Deportationsopfer


Individuelle Informationen


1. Grabstein von Karoline Moritz ID-Nr. 33630, Neuer Friedhof Am Klausrain
2. Vom Bus zur Evakuierungsstelle, Staatsarch.Wü.Gestapo18880a Foto 21
3. Schulzensuren 1 aus Censurbuch 1908 - 1909 Institut Uns. Lieben Frau Miltenberg
4. Schulzensuren 2 aus Censurbuch 1908 - 1909 Institut Uns. Lieben Frau Miltenberg
5. Antisemitische Finanzpolitik - Mira Marx
6. Weg der Erinnerung am 10.05.2011 in Würzburg
8. Haus von Mira Marx war Sammelunterkunft für jüd. Bürger vor der Deportation
9. Mesusa vom Haus der Mira Marx, Hauptstraße 193.
10. Ausweis von Mira Marx vom 13.01.1939, Quelle:myheritage.com

Quellenangaben 




[1003] Bundesarchiv - Gedenkbuch
[1005] Yad Vashem Page of Testimony
[1029] Debler Ulrich: Die jüdische Gemeinde von Miltenberg
[1056] 3. Deportation der jüdischen Bevölkerung aus Bezirksstelle Bayern.

Nürnberg - Würzburg nach Krasniczyn Abfahrtsdatum: 25.04.42


[1078] Mapping the Lives, Volkszählungsdaten vom 17. Mai 1939, Bundesarchiv R 1509. (VZ261797)

Ortsfolge   



GeburtsortMiltenberg 18.09.1894[1029][1003]
Frankfurt am Main Ausbildung[1029][1003]
Miltenberg April 1942Hauptstraße 371deportiert   ✡[1078] Karte
deportiert nachKrasniczyn 25.04.1942[1003][1056]
SterbeortRaum Lublin 1942Opfer[1003]