biographische Daten


        

Schmidt Ida
StAWLRA Miltenberg 2543

 

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Quellenbeschreibung
[1003][1023][1029]

 
Schmidt, Ida geb. Rosenbaum Stammbaum                 IdNr. 33615


gestorben im Holocaust
 
Geburtsdatum: 09.11.1876 in: Gadderbaum
Sterbedatum: 02.12.1941 in: Miltenberg
Hebr. Name: Friedhof: MIL am Klausrain
Beruf: Directrice   Grabstein / Lageplan

Ehepartner 

    

1. 29.06.1912 Miltenberg, Schmidt Wilhelm [1029][1003]

Biographische Angaben  


   
Ida Schmidt war mit Wilhelm Schmidt, geb. am 11.01.1875 in Breithardt/Wiesbaden, seit 29.06.1912 verheiratet. Wilhelm Schmidt war Kaufmann und hatte einen Kolonialwarenladen am Engelsplatz 113 in Miltenberg. Er verstarb am 26.09.1940. Ida Schmidt, ursprünglich jüdischen Glaubens, war zum evangelischen Glauben ihres Mannes übergetreten und ein treues Glied der evangelischen Kirchengemeinde in Miltenberg. Sie durfte jedoch ab einer bestimmten Zeit nicht mehr am evangelischen Gottesdienst teilnehmen. Ida Schmidt arbeitete als Directrice bei der Miltenberger Firma Mannheimer, Manufaktur- und Modewarengeschäft, und später in dem Kolonialwarenladen Ihres Mannes. Als Verfolgung und Diskriminierung immer größer wurden, sollte sie ihre Wohnung verlassen und mit anderen jüdischen Bürgern auf den Abtransport warten. Ida Schmidt ging auf den ehemaligen christlichen Friedhof gegenüber der evangelischen Kirche, nahm Arsenik und schnitt sich unter dem Kreuz des Friedhofes die Pulsadern auf. Sie verstarb bald danach (02.12.1941]. Im Sterbebuch der evangelisch-lutherischen Gemeinde Miltenberg von 1941, Band I, Seite 146, ist vermerkt: "Selbstmord in folge völliger Verzweiflung, da Judengesetzgebung in Anwendung kam. Es wurde eine kirchliche Beerdigung, aber ohne jede Beteiligung der Gemeinde, gehalten." Individuelle Informationen, Punkt 2.
Die Behörden erlaubten nicht, dass Ida Schmidt wegen ihrer jüdischen Abstammung am Grab ihres Mannes begraben wurde, nein, sie gehörte auf den jüdischen Friedhof. Aber wie - sie war doch getaufte Christin? Sie besuchte doch regelmäßig den Gottesdienst. Die Eingaben des Pfarrers halfen nicht. Also wurde sie begraben auf dem neuen Jüdischen Friedhof, durch den evangelischen Pfarrer nach dem evangelischen Beerdigungsritus, aber ohne Beteiligung der Gemeinde. Einige sahen den Zug, der durch die ganze Altstadt hinaus in die Monbrunner Siedlung zum neuen Jüdischen Friedhof führte. [1023]

Aus: Spessart-Heft 7/1992, Literaturnachweis: Wilhelm, Erhard: "Selbstmord in unserer Gemeinde" in "Anstoß, Gemeindeblatt der Evangelischen Kirchengemeinde Miltenberg" Nr. 71, November 1991.

Ida Schmidt wurde auf dem Neuen Jüdischen Friedhof "Im Klausrain" in Miltenberg bestattet. Es befindet sich dort kein Grabstein und kein Hinweis, an welcher Stelle Ida Schmidt bestattet wurde. Neuer Jüdischer Friedhof - siehe unter Quellen und Links [1023].

Ida Schmidt wurde in das Gedenkbuch Koblenz aufgenommen und wird dort als Opfer im Gedenkbuch geführt. [1003] www. bundesarchiv.de/gedenkbuch/de966767.

Unter Individuelle Informationen, Pos. 1,ist der Colonialwaren-Laden von Ida und Wilhelm Schmidt, am Engelplatz in Miltenberg, zu sehen. Foto: privat Fam. Reichert

Unter Individuelle Informationen, Pos. 3, kann man Ida Schmidt (in dem schwarzen Kleid) zuammen mit Gemeindemitgliedern der evangelischen Kirchengemeinde in Miltenberg während eines gemeinsamen Ausflugs im Jahr 1937 sehen. Foto: privat H. Neike

Individuelle Informationen


Colonialwaren-Laden Wilhelm Schmidt
Selbstmord in unserer Gemeinde ANSTOSS Nov. 1991 - Jan. 1994
Ausflug mit der evangelischen Kirchengemeinde Miltenberg

Quellenangaben 




[1003] Bundesarchiv - Gedenkbuch
[1023] alemannia-judaica: 0
[1029] Debler Ulrich: Die jüdische Gemeinde von Miltenberg. Seite 149

Ortsfolge   



GeburtsortGadderbaum 09.11.1876[1029]
Miltenberg 1915Hauptstr. 76   ✡bei Mittnacht[1029] Karte
Miltenberg 01.02.1934Untere Walldürner Str. 8bei Schellenberger[1029] Karte
SterbeortMiltenberg 02.12.1941OpferStädt. Krankenhaus Miltenberg[1029]