biographische Daten


 
 
   

Emma Schuster im Febr. 1939
© Gemeindearchiv Nordheim v. d. Rhön

 

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Quellenbeschreibung
[1003][1056][1078]

 
Schuster, Emma geb. Oppenheimer Stammbaum                 IdNr. 40741


deportiert
gestorben im Holocaust
 
Geburtsdatum: 08.04.1886 in: Großheubach
Sterbedatum: 1942 in: Raum Lublin
Hebr. Name: Friedhof:
Beruf:  

Ehepartner   

    

Biographische Angaben  


   
Emma Schuster war die Tochter von Salomon Oppenheimer und seiner Frau Babetta geb. Marx. Sie kam in Großheubach in der heutigen Langgasse 13, damals Hs. Nr. 185, zur Welt. Im Jahre 1910 heiratete sie Karl Schuster in ihrem Heimatort und zog mit ihm nach Nordheim.

Sie wohnte mit ihrem Mann Karl Schuster, der Viehhändler war, in Nordheim, Haus Nr. 110. Ihr Mann betrieb das Geschäft gemeinsam mit seinem Bruder Alex. Dort wurden auch die Töchter Erna (geb. 1911) und Hilde Schuster (geb. 1919) geboren.

Am 10. November 1938, nach 2 Uhr morgens, kamen Ostheimer SA-Männer nach Nordheim. Sie warfen durch das Fenster im Erdgeschoß eine Wagendeichsel. Der in diesem Zimmer neben dem Fenster im Bett gelegene Karl Schuster war u. a. wegen eines Kriegsleidens schon längere Zeit krank. Aufgrund dessen verstarb Emmas Mann um 3.30 Uhr an einem Gehirn- bzw. Herzschlag. Ihre Wohnung wurde demoliert und die Einrichtung stark beschädigt. Die jüdische Bevölkerung war in dieser Nacht während der vorgenommenen Gewalttätigkeiten geflüchtet und hatte sich versteckt. Es soll in der Ortschaft damals ein derartiger Lärm und eine Aufregung geherrscht haben, dass die gegenüber von Karl Schuster wohnhafte Landwirtsfrau Mathilde G. einen Nervenschock bekam.

Von Nordheimer Bürgern, auch von der SA, soll sich niemand an den Ausschreitungen beteiligt haben. Es gibt aber auch gegenteilige Meinungen. Gemeinsam mit ihrem Schwager Alexander, dem Neffen Gerhard Schuster und Siegfried Schild kam Emma Schuster am 24. April 1942 nach Würzburg in den Platz’schen Garten. Hier wurden ihr bei der Durchsuchung 2 Esslöffel abgenommen. Am nächsten Tag wurden sie nach Krasnystaw deportiert, musste zu Fuß nach Krasniczyn laufen und wurde in einem der Lager im Raum Lublin ermordet. Den Töchtern Erna (Jg. 1911) und Hilde Schuster (Jg. 1919) gelang im September 1935 die Ausreise in die USA.

Weitere Quellen/Auskunfteien:
Staatsarchiv Würzburg, Gestapostelle 18876;
Gemeindearchiv Nordheim v.d.Rhön.

Im Gedenken an die Deportationsopfer


Verfasser: Elisabeth Böhrer, Schweinfurt (11.01.2018);
letzte Quellenauswertung: 26.03.2018

Quellenangaben 




[1003] Bundesarchiv - Gedenkbuch
[1056] 3. Deportation der jüdischen Bevölkerung aus Bezirksstelle Bayern.

Nürnberg - Würzburg nach Krasniczyn Abfahrtsdatum: 25.04.42


[1078] Volkszählung 1939 - The 1939 German "Minority Census" Database

Ortsfolge   



GeburtsortGroßheubach 08.04.1886[1003][1056]
Nordheim vor der Rhön 04.1942Haus Nr. 110deportiert   ✡[1003][1078]
deportiert nachWürzburg 25.04.1942[1003][1056]
deportiert nachKrasniczyn 25.04.1942[1003][1056]
SterbeortRaum Lublin 1942Opfer[1003]