biographische Daten


 
 
   

Meier Kahn
© Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg, Fotosammlung

 

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Quellenbeschreibung
[1002][1003][1005]
[1016][1046][1052]
[1055][1063][1078]
[1143]
 
Kahn, Meier Stammbaum                 IdNr. 25201


deportiert
gestorben im Holocaust
 
Geburtsdatum: 12.05.1886 in: Mittelsinn
Sterbedatum: 1943 in: Auschwitz
Hebr. Name: Friedhof:
Aschaffenburger Stolpersteine
Beruf: Jurist  

Ehepartner   

    

1. 29.11.1922 Schlüchtern, Kahn Lilly, geb. Stern [1016][1003][1052]

Biographische Angaben  


   
Landgerichtsrat. In der Kaufmannsfamilie Samuel und Jette Kahn in der unterfränkischen Gemeinde Mittelsinn , Landkreis Main-Spesart, aufgewachsen. Volksschule in Mittelsinn, Gymnasium in der hessischen Stadt Fulda . Zwischen 1906 und 1912 Jurastudium und Militärdienst in Würzburg .

1915-1918 Kriegsteilnehmer am 1. Weltkrieg; Vizefeldwebel, Malaria-Erkrankung, Auszeichnungen: Eisernes Kreuz 2. Klasse, Ehrenkreuz für Frontkämpfer, verliehen durch den Stadtrat von Aschaffenburg . [1046]

Fortsetzung des Studiums in Würzburg und München ; 1919 Staatsprüfung.

Ab Januar 1920 3.Staatsanwalt am Landgericht Ansbach und am Landgericht Nürnberg-Fürth; ab 1925 Amtsrichter in Ansbach . Ab Mai 1929 war Meier Kahn Erster Staatsanwalt am Landgericht Aschaffenburg. Er hatte große Verdienste bei der Aufklärung von spektakulären Kunstdiebstählen in Aschaffenburg . Zeitweise Vorstandsmitglied der Loge Bne Briss in Aschaffenburg. Mitglied der Studentenverbindung Veda Würzburg (Liste jüdischer Studentenverbindungen), des Reichsbundes Jüdischer Frontsoldaten, des Kulturbundes Deutscher Juden.

Im NS-Regime wurde er trotz seiner hervorragenden Qualifikationen in das bedeutungslose Grundbuchamt abgeschoben und zum Jahresende 1935 gemäß dem rassistischen Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums aus dem Staatsdienst entlassen. Danach unterstützte er viele jüdische Mitbürger kostenlos mit juristischem Rat. Seine eigenen Emigrationsbemühungen scheiterten; seinen jungen Sohn Robert konnte er mit einem Kindertransport nach England in Sicherheit bringen.

Im April 1937 wurde er verhaftet, im Zusamenhang einer Aktion gegen die Loge. Als letzter Vorsitzender [1143] führte er die Israelitische Kultusgemeinde bis zu deren erzwungenem Ende. Im Januar (Oktober?) 1942 wurden Meier und Lilly Kahn nach Würzburg gebracht und mussten in das "Judenhaus" Bibrastraße 6 ziehen.[1016] Am 17. Juni 1943 wurden beide mit der letzten größeren Deportation von Würzburg ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. [1063]

Quellen:
-Reinhard Weber, Rechtsnacht - Jüdische Justizbedienstete in Bayern nach 1933, 20112, S.158
-Main-Echo, 15.11.2008 (main-netz.de)

Im Gedenken an die Deportationsopfer


Verfasser: Praktikant, Johanna-Stahl-Zentrum, Würzburg (01.03.2018); Werner Ackermann, Aschaffenburg;
letzte Quellenauswertung: 24.03.2020

Individuelle Informationen


Dok. 1 Meier und Lilly Kahn

Quellenangaben 




[1002] Yad Vashem The Central Database of Shoah Victimsnames
[1003] Bundesarchiv - Gedenkbuch
[1005] Yad Vashem Page of Testimony
[1016] Strätz, Reiner, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945. Seite 289
[1046] SSAA SBZ I Meldeunterlagen Aschaffenburg 2386 Lfdnr. 401 (Ehrenkreuzverleihung)
[1052] SSAA 2 SBZ 1 Einwohnermeldekartei
[1055] SSAA - SBZ I Karteikarten der jüdischen Gemeinde, (kahn002)
[1063] 6. Deportation der jüdischen Bevölkerung aus Bezirksstelle Bayern.

Nürnberg - Würzburg nach Osten Abfahrtsdatum: 17.06.1943


[1078] Mapping the Lives, Volkszählungsdaten vom 17. Mai 1939, Bundesarchiv R 1509. (VZ257869)
[1143] ITS - Reichsvereinigung der Juden in Deutschland

Ortsfolge   



GeburtsortMittelsinn 12.05.1886[1016][1052][1055]
Fulda um 1896[1016]
Würzburg 19061912[1016]
Ansbach Jan. 19201922[1016]
Ansbach 16.12.192530.04.1928[1052]
Aschaffenburg 30.04.192803.05.1928Frohsinnstr. 29Hotel Luitpold[1052] Karte
Aschaffenburg 03.05.192830.07.1928Danziger Str. 2 Ibei Vill[1052] Karte
Aschaffenburg 30.07.192828.10.1931Grünewaldstr. 19 [1016][1052] Karte
Aschaffenburg 28.10.193128.02.1936Schwindstr. 2   ✡[1052] Karte
Aschaffenburg 28.02.193623.03.1938Frohsinnstr. 26[1052] Karte
Aschaffenburg 23.03.193829.10.1942Frohsinnstr. 15bei Solinger[1016][1052][1055][1078] Karte
Würzburg 29.10.194217.06.1943Bibrastr. 6deportiert[1052] Karte
Sterbeort
deportiert nach
Auschwitz 17.06.19431943Opfer[1003]