biographische Daten


 
 
   

Sammlung Werner Hirsch USA
Robert Bruno Hirsch

 

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Quellenbeschreibung
[1001][1002][1003]
[1005][1046][1052]
[1064][1073][1166]

 
Hirsch, Lothar, Robert Bruno Stammbaum                 IdNr. 780


deportiert
gestorben im Holocaust
 
Geburtsdatum: 04.02.1905 in: Aschaffenburg
Sterbedatum: unbekannt in: Auschwitz
Hebr. Name: Friedhof:
Aschaffenburger Stolpersteine
Beruf: Kaufmann, Konfektionär, Lagerist, Reisender, Kaufmännischer Angestellter  

Ehepartner   

    

1. 24.05.1933 Aschaffenburg, Hirsch Margarete Helene, geb. Schöffler [1052][1073]
2. 30.07.1940 Freiburg, Hirsch Mathilde, geb. Strauß [1052]

Biographische Angaben  


   
Zeugen der Eheschließung am 24.05.1933 waren:
Kaufmann Kunibert Schneider, 30 Jahre alt, Adolf-Hitler-Str. 12, Aschaffenburg
Kaufmann David Hirsch, Vater des Bräutigams [1073].
Margarete Schöffler war evangelischer Konfession [1052]. Die am 24.5.1933 geschlossene Ehe wurde mit Urteil des Landgerichts Stuttgart vom 9.10.1937 geschieden [1052][1073].
Reisender bei Gebr. Freund [1052].
Frankel Martin, ein entfernter Cousin aus Israel, hat 1999 gegenüber Yad Vashem bestätigt, dass Robert Hirsch im Auschwitz ermordet wurde [1005].
04.02.1905 wurde Robert Bruno Hirsch als Sohn des Kaufmanns David Hirsch und dessen Ehefrau Rosa Berta Hirsch, geborene Gärtner geboren.Im folgenden Jahr, am 05.08.1906 kommt sein jüngerer Bruder Lothar zur Welt und die Familie lebt gemeinsam in der Sandgasse 58 und ab 1906 in der Leinwanderstraße 2a, in Aschaffenburg .
Ab August 1914 lebte Robert zusammen mit seinem Bruder und seiner Mutter vorübergehend in Großostheim, bis sie im August 1917 zurück in ihr Haus in Aschaffenburg zogen. Ein Jahr später verbrachte die Familie einen Monat in Seesen, da Lothar dort in nächster Zeit zur Schule ging.
Am 03.04.1933 zog die Verkäuferin Margarete Helene Schöffler von Bad Cannstatt nach Aschaffenburg ins Haus der Familie und im folgenden Monat, am 25.05.1933 heirateten Robert und Margarete in Aschaffenburg. Trauzeugen waren Kaufmann Kunibert Schneider und der Vater des Bräutigams David Hirsch. Das Paar lebte für die nächsten Monate gemeinsam bei Roberts Eltern, bis Robert ab dem 19.05.1934 wegen seinem Beruf auf Reisen gehen musste und dabei von Margarete begleitet wurde. Sie reisten zuerst nach Lörrach und zogen anschließend nach Cannstatt , der Heimatstadt von Margarete. Hier ließen sich die beiden am 09.10.1937 allerdings wieder scheiden und Robert kehrte zurück in seine Heimat.
Im folgenden Jahr wurde Robert inhaftiert und mussten vom 11.11.1938 bis zum 28.12.1938 zur sogenannten “Schutzhaft” im Konzentrationslager Dachau bleiben. Nach diesem einmonatigen Aufenthalt kam er zunächst für ein dreiviertel Jahr zurück nach Aschaffenburg, doch musste daraufhin nach Sieversdorf, einem Dorf in der Nähe von Berlin zu einem jüdischen Arbeitseinsatz, wo er als Gärtner arbeiten musste.
Ungefähr zwei Monate später ging er auf Reisen und lernte währenddessen die aus Freiburg im Breisgau stammende Mathilde Strauß kennen. Sie kam Anfang September 1939 nach Aschaffenburg und zog bei Familie Hirsch ein, bis das Paar am 29.09.1939 in Mathildes Wohnung nach Freiburg im Breisgau zog und sie am 30.07.1940 heirateten. Ungefähr zeitgleich gelang es Lothar Hirsch, Roberts jüngerem Bruder die nötigen Papiere zu erhalten, um zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn aus Deutschland auszureisen und in die USA zu fliehen, um den Zuständen in Deutschland zu entkommen. Der Plan war, dass er zunächst alleine flieht und anschließend aus Amerika die Flucht für die restliche Familie ermöglicht und sie sobald wie möglich nachkommen. Mathilde und Robert sollten Lothar ursprünglich begleiten, da sie jedoch nicht die nötigen Papiere und das nötige Geld besaßen, waren sie gezwungen in Deutschland zu bleiben. Sie wohnten zwar in Freiburg im Breisgau , sind jedoch oft zu Besuch in Aschaffenburg .
Am 22.10.1940 wurde Robert aus Baustelle ausgewiesen und in das Lager Lager Gurs in Frankreich deportiert. Da Mathilde zu diesem Zeitpunkt gerade zu Besuch in Aschaffenburg war, wurde sie nicht deportiert. Während Robert sich im Konzentrationslager befand schrieb er immer wieder Briefe an seine Familie, in denen er sie bittet, ihm Nahrung zu schicken, da er unter extremem Unterernährung litt. Wegen der schweren Arbeit und dem Untergewicht, zog er sich einen beidseitigen Leistenbruch zu.
Nach einiger Zeit im Lager Lager Gurs wurde er nach Savigny verlegt, da er sich freiwillig für einen Arbeitseinsatz meldete er deshalb libriert wurde. Das bedeutet, er musste nicht länger im Lager leben, sondern durfte auch außerhalb bei Privatpersonen arbeiten und im Gegenzug ebenfalls außerhalb wohnen. Von Savigny wurde er relativ bald für 3 Wochen in ein Erholungsheim nach Nebonzat geschickt, vermutlich, weil er zu schwach zum arbeiten war. Von dort kam er nach Montmeyre, auf einen kleinen Bauerndorf, in dem er bei einem Holzunternehmen arbeitete.
Als er seinen Platz dort aufgibt, muss er nach Manzat, wo er zwei Wochen ohne Bezahlung harte Arbeit leisten musste, jedoch nach dieser Zeit für vier Tage nach Clermont-Ferrand in den Urlaub durfte. Danach kam er nach Billiom, wo er täglich verschiedenste harte Arbeiten ausführen musste.
Im Laufe des nächsten Monats wurde er in das Sammellager Drancy gebracht und von dort am 28.08.1942 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Das Todesdatum ist nicht bekannt.
Verfasser: P-Seminar 2018/Dalberg-Gymnasium , Aschaffenburg (13.12.2018);
letzte Quellenauswertung: 16.11.2020

Quellenangaben 




[1001] SSAA - Heimatregister Bd. Israel. Seite 276
[1002] Yad Vashem The Central Database of Shoah Victimsnames
[1003] Bundesarchiv - Gedenkbuch
[1005] Yad Vashem Page of Testimony
[1046] SSAA SBZ I Meldeunterlagen Aschaffenburg 0155 Lfdnr. 1660 (Aufenthaltsanzeige)
[1052] SSAA 2 SBZ 1 Einwohnermeldekartei
[1064] Deportation der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich
von Freiburg nach Gurs am 22.10.1940

[1073] Standesamt Aschaffenburg, Aschaffenburg, Eheschliessung (1933 Nr.093)
[1166] Gewerbe: Hirsch Robert Bruno (Vertretungen für chem. techn. Produkte und Herrenkonfektion.), Leinwanderstr. 2a gegründet 28.03.1934

Ortsfolge   



GeburtsortAschaffenburg 04.02.190528.03.1906Sandgasse 58 II[1003][1001][1046][1052][1073] Karte
Aschaffenburg 28.03.1906August 1914Leinwander Str. 2a[1046][1052][1073] Karte
Großostheim August 191416.10.1917[1046]
Aschaffenburg 16.10.191714.10.1918Leinwander Str. 2a[1046] Karte
Seesen 14.10.191810.11.1918[1046]
Aschaffenburg 10.11.191819.05.1934Leinwander Str. 2a   ✡[1046] Karte
auf Reisen 19.05.1934[1052]
Lörrach 21.06.1934[1052]
Cannstatt 21.06.193411.11.1938[1003][1052]
deportiert nachKZ Dachau 11.11.193828.12.1938inhaftiert[1003]
Cannstatt 28.12.193813.09.1939[1003][1052]
Aschaffenburg 13.09.193929.09.1939Leinwander Str. 2abei Hirsch[1052] Karte
Freiburg im Breisgau 29.09.193922.10.1940Rheinstr. 17[1052][1064] Karte
deportiert nachLager Gurs 22.10.1940[1003][1052][1064]
deportiert nachLager Drancy 26.08.1942[1002][1003]
deportiert nachAuschwitz 26.08.1942[1003]
SterbeortAuschwitz unbekanntOpfer[1002][1003]